Steckbrief Aalmutter

Der Name sagt es: Die Fische sind schlank und haben einen ­hinten spitz zulaufenden Körper. ­Aalmuttern zählen zu den lebendgebärenden Fischen, die Larven schlüpfen im Körper des Rogners.

Nach einer vierwöchigen Trag­zeit kommen im Winter die voll­entwickelten, drei bis sechs ­Zentimeter großen Jungfischchen zur Welt. Wo und wann Aalmuttern sind standorttreue Meeresbewohner. Man fängt sie beinahe überall an unseren Küsten. Vor allem algenbewachsene Flachwasserzonen, Brackwassergebiete und Häfen haben es ihnen angetan. Denn hier finden die Fische mit der schleimigen Haut ihre Würmer, Flohkrebse, Fischbrut und kleinen Weichtiere, von denen sie sich vorwiegend ernähren.
Eigentlich hat die Aalmutter kaum Gemeinsamkeiten mit unserem Aal. Aber da sich um den Aal und seine Vermehrung seit jeher viele Legenden ranken, geriet wohl vor langer Zeit die an der Küste lebende Aalmutter in den Verdacht, die Flußaale zu gebären. So kam sie zu ihrem unsinnigen ­Namen. Tatsächlich scheint es mit der Zuordnung der Aalmuttern auch gar nicht so einfach zu sein: Meist wird sie den Dorsch­artigen zugerechnet, doch ganz neue Systematiken packen die Aalmutter in die Schublade der barschartigen Fische.
Zurück zur Praxis: Von Hafenmolen und Anlegern aus lassen sich die Aalmuttern häufig fangen, man kann es fast in jedem Ostseehafen probieren. Das gilt vor allem für die dänische Inselwelt mit ihren oft kleinen und ruhigen Häfen, in denen man ungestört angeln kann.
Auch entlang von Stein­schüttungen, Uferbefestigungen oder in ruhigen Buchten sollte man seine Köder anbieten. Vier Meter Wassertiefe, Sand- oder Schlickgrund mit leichtem Bewuchs sind normalerweise gute Reviere. Solche Stellen gibt es auch häufig entlang der Küste von Mecklenburg-­Vorpommern, man denke beispielsweise an die langen Anlegebrücken der weißen Flotte in Badeorten wie Kühlungsborn oder Heiligendamm.
Auf Fehmarn fangen Brandungsangler den Fisch nebenher beim Dorschangeln. An der Nordsee lebt die Aalmutter ebenfalls im ruhigen, dem offenen Meer abgewandten Wasser von Häfen, Buhnen und Molen. Hier findet der Fisch Deckung und Nahrung zugleich. Nachts kommt er auf der Suche nach Beute oft sogar in ganz flaches Wasser.
Nur im Winter bevorzugen die Bodenfische etwas tieferes Wasser, aber selbst dann stehen sie selten jenseits der Zehn-Meter-Marke. Ob im Sommer oder Winter, Aalmuttern beißen zu jeder Jahreszeit. Allerdings sollte man von Oktober bis Januar Weibchen zurücksetzen, da sich in der Bauchhöhle bereits der Nachwuchs drängt. Strahlender Sonnenschein mag für einen Spaziergang an Nord- oder Ostsee ganz wunderbar sein, für eine Angeltour auf Aalmuttern ist so ein Wetter eher nachteilig. Besser beißen die Fische an dunklen Tagen und vor allem in der Dämmerung.

Über bewachsenem Schlick- und Sandboden fühlt die Aalmutter sich wohl.

Über bewachsenem Schlick- und Sandboden fühlt die Aalmutter sich wohl.

Wie und womit Auf Aalmuttern angelt man mit leichtem Gerät. Schließlich sind Exemplare von 35 Zentimeter Länge bereits gute Fische. Und da die Bodenfische auch noch ufernah und im flachen Wasser zu finden sind, reichen leichte Ruten allemal aus.
Natürlich werden viele Aalmutter nebenbei gefangen, beispielsweise beim nächtlichen Brandungsangeln auf Dorsch. Mit der Vier-Meter-Brandungsrute und 180 Gramm Blei ist der Drill eines Leichtgewichts von nicht mal einem Pfund zwar ein bißchen peinlich, aber dafür hat man immerhin einen sehr guten Speisefisch im Korb.
Zurück zu den Häfen und Molen: Hier angelt man entweder mit einer Pose oder man verwendet ein einfaches Paternoster ähnlich wie beim Flunderangeln. Wer mit Pose fischt, sollte sie als Laufpose montieren und so einstellen, daß der Köder gerade auf dem Grund aufliegt oder knapp darüber schwebt. Aalmuttern sind keine Seewölfe, sie packen den Köder nicht mit Vehemenz und ziehen davon, sondern nehmen ihn eher vorsichtig und beißen ihn häppchenweise vom Haken. Deshalb sind Posen eher etwas für das Angeln im stillen Wasser von Hafenbecken und in geschützten Buchten.
Beim Grundangeln mit einem Paternoster reicht meist ein Laufblei von 20 oder 30 Gramm, um die Bisse zu spüren. Wie immer richtet sich das Bleigewicht und die Ausrüstung nach den Gegebenheiten; in einem ruhigen Ostseehafen und drei Meter Wassertiefe kann man mit ganz leichtem Geschirr angeln, vom Boot weiter draußen muß es schon eine Nummer kräftiger sein.
Erst in der Abenddämmerung oder an dunklen Tagen darf man mit Bissen von Aalmuttern rechnen.

Erst in der Abenddämmerung oder an dunklen Tagen darf man mit Bissen von Aalmuttern rechnen.

Ob man einen oder zwei Seitenarme verwendet, das ist egal. Auch die Köder können die gleichen sein wie beim Flunderangeln: Wattwürmer und Seeringelwürmer sind am fängigsten. Allerdings muß es nicht ein ganzer Wurm sein, für die Aalmutter reichen Wurmteile, die man auf entsprechend kleine Haken zieht.
Wenn die Rutenspitze vibriert oder die Schnur zwischen den Fingern leicht zuckt, sofort anschlagen! Dort, wo einer beißt, lauern meist noch mehrere Artgenossen; deshalb sollte man den Haken rasch neu beködern und an der gleichen Stelle weiterangeln.

Die Aalmutter ist in Nord­europa weit verbreitet. Sie fühlt sich im Flachwasser und in Häfen wohl. Die Aalmutter ist biologisch schwer einzuordnen. Einige Systematiken zählen sie zu den dorschartigen, neue ­Syste­matiken zu den barsch­artigen Fischen.

Die Aalmutter im Fischlexikon

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