Steckbrief Leng

Außer dem hier beschriebenen gewöhnlichen Leng gibt es in Europa noch den Blauleng (Molva dipterygia dipterygia) und den Mittelmeerleng (Molva dipterygia elongata). Blaulengs haben größere Augen und einen kürzeren Bartfaden, sie werden maximal 1,50 Meter lang.

Der lange Bartfaden unter dem Kinn erinnert sofort daran, daß der Leng zur Dorschfamilie zählt. Rücken und Flanken sind graubraun gefärbt.  

Der Blauleng schimmert auf der Bauchseite bläulich; das  Verbreitungsgebiet entspricht in etwa dem des gewöhnlichen Leng, doch lebt der Fisch in sehr tiefem Wasser (200 bis 1500 Meter), so daß Angler fast nie seine Bekanntschaft machen. Dritter im Bunde der langen Kerls ist der Mittelmeerleng. Er erreicht maximal 90 Zentimeter und lebt ebenfalls in Tiefen von 200 bis 1500 Metern.

Wo und Wann auf Leng

Wracks, Riffe, Felsgrund – das sind die Schlüsselwörter für den, der Lengfische sucht. Wer ein Wrack findet, hat meist auch eine Schatzkammer voller Lengfische entdeckt. Denn die schlanken Räuber lieben Verstecke, die massig aus dem umliegenden Meeresgrund aufragen. Das können versunkene Schiffe sein, aber auch Felsforma­tionen und Steilkanten in der Tiefe. Große Lengs halten sich normalerweise im tiefen Wasser auf: 300, ja 400 Meter und tiefer sind üblich; doch an Wracks und felsigen Untiefen kann man sogar kapitale Fische in nur 40 Meter Tiefe angeln.

Kleinere Lengfische fängt man dagegen beim Bootsangeln in Ufernähe, etwa in Schottland, Irland oder Norwegen; außerdem lassen sie sich an felsigen Uferstrecken sogar von Land aus überlisten. Voraussetzung ist, daß der Grund tief abfällt. Lengfische kann man das ganze Jahr über beangeln. Die Monate von März bis Oktober sind die gute, die von November bis Februar die sehr gute Saison. Natürlich müssen Landratten im Winterhalbjahr schon auf ruhige Tage warten, um auf das Meer hinauszufahren.

Alles richtig gemacht! Der Lohn ist dieser große Leng aus der Tiefsee.

Bild: BLINKER/G. Bradler

Alles richtig gemacht! Der Lohn ist dieser große Leng aus der Tiefsee.

Das richtige Gerät für Leng

Lengfische werden manchmal scherzhaft als Kreuzung zwischen Dorsch und Conger bezeichnet – und so fängt man sie auch. Oder anders gesagt: Wer einmal einen großen Conger fangen möchte, der sollte zunächst mit ein paar Lengfischen üben. Das Angeln auf große Lengfische ist nichts für schwache Nerven und schwaches Gerät: Das Meer ist meist rauh, und man fischt in tiefem Wasser von schwankenden Kuttern mit Bleigewichten von 200 bis über 500 Gramm. Die Ausrüstung sollte daher aus einer stabilen Meeresrute (30 oder 50 lbs) und einer soliden Multirolle (Größe ca. 4/0, z.B. Penn-Senator 113) bestehen.

Auf die Rolle gehört 0,30er geflochtene Schnur mit einer Tragkraft von 20 bis 25 Kilogramm oder notfalls monofile Schnur von 0,50 mm oder 0,60 mm Durchmesser. Gute Meereswirbel verstehen sich von selbst. Wichtig sind beste scharfe Haken, stumpfe Rosthaken dringen in das lederne Lengmaul nicht sicher ein. Lengs befischt man am besten mit einfachen Paternostersystemen und Naturködern. Ausgezeichnet sind Makrelen- oder Heringfilets. Auch Tintenfisch, Garnelen oder Sandaale geben gute Köder ab. Man bietet den Köder an einem scharfen Haken der Größe 4/0 oder noch größer an.

Welche Montage ist am fängigsten?

Als Montage benutzt man entweder ein simples zweiarmiges Paternoster mit Endblei oder besser eine Schleppmontage. Die besteht meist aus einem Running boom aus Kunststoff oder einem Schlepprohr aus Metall auf der Laufschnur. Ans Ende gehört ein guter Karabinerwirbel, in den die 1 bis 1,50 Meter lange Nachläuferschnur  eingehängt wird. Alle Booms haben unten eine Öse oder Vorrichtung, um das Schleppblei einzuklinken. Man sollte Bleie von 300 und 500 Gramm dabeihaben; je nach Strömung und Drift kann aber sogar das Doppelte erforderlich werden.

Wer keinen Boom zur Hand hat, kann das Blei auch einfach an einer Schnurlaufperle montieren oder an einem Wirbel und einem Stückchen Schnur wie ein normales Laufblei auf der Hauptschnur. Auch beim Pilken lassen sich gute Lengfische fangen. Manche Briten schwören dabei auf eine kleine Besonderheit: Sie verwenden große Drillinge und beködern sie zusätzlich mit kleinen Fischfetzen. Beißt ein Leng, dann tut er das energisch, und man kriegt das auch 130 Meter höher auf dem schwankenden Kutter mit. Nach dem Anhieb gilt es, – und zwar auf Biegen und Brechen den starken Fisch davon abzuhalten, Schnur zu nehmen und sich im Wrack oder einer Felsspalte festzuklemmen.

Die Bremse der Multirolle ist hoffentlich optimal eingestellt. Hat man den Fisch ein paar Meter im Freiwasser, darf man die Bremse sicherheitshalber etwas lockern, denn jetzt kann der Leng ruhig toben. Der Kampf ist heftig, aber meist kurz. Werden die Fische nach oben gepumpt, ermüden sie rasch. Die Schwimmblase kann sich dem geringeren Wasserdruck nicht schnell genug anpassen, dehnt sich enorm aus und lähmt den Leng. Besser ist, man drillt den Leng behutsam nach oben, dann wehrt er sich ausgiebig, und die Schwimmblase hat Zeit, sich anzupassen.

Vorkommen

Lengs lieben das kühle, tiefe und salzige Wasser rund um die nordatlantischen und Britischen Inseln bis hinab in die Bretagne. Schönes Angeln erlebt man auch entlang der norwegischen Küste sowie im Skagerrak (Gelbes Riff). Ostwärts reicht das Verbreitungsgebiet bis hinein ins Kattegat und den Öresund. Sogar bei Langeland werden gelegentlich kleinere Lengfische gefangen. Die Flachwasserbereiche in der Nordsee meidet der Fisch. Kleinere Exemplare kann man an steilen Felsufern mit Fischfetzen vom Ufer aus fangen.

Über Schiffswracks fängt man einen solch kapitalen Leng­ selbst in 40 Meter ­Tiefe, obwohl sie sonst viel weiter unten stehen, in 300 bis 400 Metern.

Bild: BLINKER/S. Kaufmann

Über Schiffswracks fängt man einen solch kapitalen Leng­ selbst in 40 Meter ­Tiefe, obwohl sie sonst viel weiter unten stehen, in 300 bis 400 Metern.

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