56 Fischarten sollen die Gewässer um das Farsund-Resort bieten – so viele hatten wir zwar nicht gefangen, konnten in einer Woche Aufenthalt aber verschiedene tolle Eindrücke sammeln. Die in Südnorwegen vorherrschenden Schärengebiete entlang der Küste bieten auch bei frischerem Wind immer eine gute Möglichkeit um auf Dorsch und Pollack zu fischen. Zum Angeln in Farsund reicht einfaches Hechtgeschirr (Wurfgewicht 60-80 g) mit kleineren Gummifischen am 40-g-Kopf, da relativ flach und bei wenig Strömung gefischt wird.
Daneben sind die Gewässer ausgewiesenes Meerforellengebiet – hier lohnt sich auch die Uferangelei oder das Schleppen per Boot und gängigen Ködern. Einheimische oder Profis greifen aber auch gerne zur Fliegenrute. Entspannt und einfach kann man es aber auch vom Ufer auf Plattfisch und Makrele versuchen, das funktioniert am Farsund Resort vor der eigenen Haustür. Oder man fährt nur ein paar Kilometer südlich zur Halbinsel Lista, auf der man einen für norwegische Verhältnisse eher seltenen, feinen Sandstrand findet.
Gutes Potential auf offener See
Spannend wird es dann aber auf dem offenen Meer, mit den gut ausgerüsteten Dieselbooten (22 PS und damit führerscheinfrei, ausgestattet mit Echolot und GPS) erreicht man dieses nach gut 30 Minuten Fahrtzeit. Man befindet sich hier auf der Nordsee, im Eingang zum Skagerrak. Hier bieten sich einige Plateaus zum Fischen auf Dorsch, Seelachs und Pollack an. Rund um diese Plateaus beißen dann auch die besseren Fische, und auch Leng wird öfter als Beifang gelandet, wie wir selbst erfahren durften. Hier bieten sich 20-lbs-Bootsruten an, um mit schwereren Pilkern von 200 bis 400 g erfolgreich zu sein.
An tieferen Stellen können bessere Leng und Lumb auch gezielt mit Naturködern geangelt werden. In etwas über einer Stunde erreicht man zudem ein sandiges Plateau in der Nähe von Lindesnes, das angeblich Heilbutt verspricht. Wer sich als Anfänger vor solch längeren Ausfahrten scheut sei beruhigt: Alle Boote sind mit GPS und „Notfallknopf“ ausgestattet, das Resort weiß eigentlich immer, wo man sich gerade aufhält; per Sprechfunk bleibt man auch mit anderen Booten in Kontakt. Angeln auf Farsund ist ein ideales Setting für alle Meeres-Anfänger.

Bild: S. Zehentmeier
In Farsund klappt es auch von Land, wie Stefan Zehentmeier hier zeigt.
Schlechtwetter? Ab in den Fjord!
Sollte der Wind allerdings für eine Ausfahrt mal so gar nicht mitspielen, bieten sich in der Gegend um das Resort zahlreiche Ausweichmöglichkeiten – etwa der Lachsfluss Lynga nahe der Stadt Lyngdal (etwas 20 Minuten vom Resort entfernt, Tageskarten um die 25 €). Oder das Uferangeln auf Meerforelle, Dorsch und Pollack – hier bieten sich zahlreiche Hotspots entlang der kleinen Fjorde und der Schärenküste an. Wie gesagt: Angeln in Farsund ist Vielfalt. Ganz großes Kino ist auch das Brandungsangeln von den Sandstränden von Lista: Mit 200-g-Krallenblei in die Brandung werfen und Dorsche, Plattfische oder Köhler aus den Brechern drehen: Das verlangt nach Ausdauer und Muckis in den Armen. Wattwürmer gibt es nicht, daher wird mit Fischfetzen beködert. Und sollte man mal gar keine Angelrute zur Hand nehmen wollen: Auf zahlreichen Wanderwege kann man das erkunden – und das ist bei der wunderbaren Schärenlandschaft und den malerischen bis beindruckend norwegischen Ferienhäusern gar keine schlechte Idee.

Bild: S. Zehentmeier
Die Anlage von Farsund Resort.
Achtung Radarfallen!
Die knapp 90 km von Kristiansand nach Farsund legt man in etwa anderthalb Stunden zurück. Die Höchstgeschwindigkeit auf norwegischen Straßen beträgt 80 km/h. Wer schneller ist, hat evtl. Glück gehabt, denn gerade auf der E 43 stehen hinter Kristiansand einige Blitzer. Vor denen wird aber auch mit Verkehrszeichen gewarnt. Geschwindigkeitsübertretungen werden in Norwegen sehr schnell sehr teuer: ab 5 km/h zu schnell: min. 80 €, ab 20 km/h zu schnell: min. 375 €; über 50 km/h zu schnell: min. 900 €. Zu schnell durch Ortschaften (Tempo 50!) kann auch Gefängnis bedeuten.






