Karpfen können, unter idealen Bedingungen, ein beeindruckendes Alter von bis zu 50 Jahren erreichen. Entscheidend sind hierbei die Umweltbedingungen: Eine konstante Versorgung mit Nahrung, wenig Stress und eine gute Wasserqualität erhöhen die Chancen, dass ein Karpfen lange lebt. Die Größe ist allerdings kein eindeutiges Altersmerkmal, denn genetische Faktoren und bestimmte Zuchtformen spielen eine wesentliche Rolle.
Beispielsweise existiert eine rumänische Zuchtform, deren Vertreter bereits einige Rekorde gebrochen haben. So fing Christian Baldemeier am Raduta-See 1998 einen Karpfen mit 37,3 kg; der aktuelle Weltrekord liegt bei 51,2 kg, aufgestellt von Michel Schoenmakers am Euro Aqua–See im Jahr 2018. Der anerkannte IGFA-Rekord liegt bei 34,35 kg.
Gewichtszunahme von bis zu 7 kg pro Jahr
Frankreich kann ebenfalls mit riesigen Exemplaren aufwarten, insbesondere nach den Besatzmaßnahmen am Lac Du Der im Jahr 2005. Damals wurden Zuchtkarpfen mit massivem Körper und relativ kleinem Kopf eingesetzt. Heute erreichen die größten Exemplare dort über 45 kg.
Die Lebensdauer dieser Fische hängt von der Fülle des Nahrungsangebots, der Wasserqualität und der genetischen Disposition ab. Unter optimalen Bedingungen – wenig Fraßdruck, reichlich Nahrung, der idealen Wassertemperatur und einem milden Winter – können Karpfen 5 bis 7 kg pro Jahr zunehmen. Ein großer Fisch muss daher nicht automatisch alt sein. Größe und Alter sind nicht direkt miteinander gekoppelt.
Altersbestimmung beim Karpfen: Jahresringe auf den Schuppen
Die Größe eines Karpfens gibt also keine Auskunft über sein Alter – doch Angler müssen deshalb nicht im Dunkeln tappen. Eine bewährte Methode zur Altersbestimmung findet sich auf den Schuppen: Ähnlich wie bei Bäumen lassen sich auf den Schuppen der Karpfen sogenannte Jahresringe erkennen.

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Feine Jahresringe lassen sich auf dem Schuppenkleid erkennen.
Während der Winterruhe entsteht ein dunkler Ring, im Sommer folgt ein heller; diese Wechsel zeichnen sich regelmäßig ab. Wer eine Schuppe gegen das Licht hält, kann mit einer Lupe die feinen Ringe zählen und so das ungefähre Alter ablesen. Zu beachten ist allerdings, dass die Methode nicht hundertprozentig genau ist: Umweltfaktoren und Wachstumsbedingungen beeinflussen die Ausprägung der Ringe.

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Eine Schuppe unter dem Mikroskop.
Angler sollten beim altersbezogenen Interesse stets berücksichtigen, dass das Entfernen einer Schuppe dem Fisch schadet. Empfohlen wird daher, lediglich bereits lose Schuppen zu nutzen.
Wie alt werden Karpfen? Die Gehörsteine verraten es!
Experten ziehen für eine exakte Altersbestimmung die Analyse von Gehörsteinen, sogenannten Otolithen, heran. Diese Methode ist allerdings aufwändiger und wird fast ausschließlich in Forschungszusammenhängen verwendet. Diese Methode ist auch nicht an einem lebenden Fisch durchzuführen.

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Gehörsteine, sogenannten Otolithen, können in der Forschung auch zur Altersbestimmung herangezogen werden.
Ein Karpfen-Oldie muss nicht unbedingt der größte Fisch im See sein. Das Alter lässt sich, mit etwas Genauigkeit, über die Schuppen bestimmen – die Größe ist dabei ein weniger aussagekräftiges Kriterium. Wer ganz genau wissen möchte, wie alt Karpfen werden, sollte auf die Otolithen zurückgreifen. Doch für die meisten Angler reicht wohl der Blick auf die Jahresringe. Und mit jeder gezählten Schuppenlinie wächst das Wissen um ein faszinierendes Lebewesen, das unsere Gewässer prägt.
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