Über Karpfen, Schweine und andere Specimen….

Wo sollen wir hinfahren? Wir waren bisher nur auf Kurztrips zusammen los. Kennengelernt haben wir und über das angeln.de Forum und dem Moderator Holger gerade ein paar Monate vorher.

Ich will Sonne, Jan will nicht so weit fahren. Problem ist außerdem, dass ich von Auslandsgewässern wirklich null Ahnung habe. Dann spricht Jan von einem See in Frankreich, einem „Lac de St. Cassien“. Aber eigentlich will er lieber zu einem anderen See, weil der Weg kürzer ist und dort mehr gefangen wird. Ich will aber nicht, weil mir der See zu teuer ist… Schließlich sage ich einfach „ Wir fahren zum „Cassien“. …..und Jan sagt……“Dann fahren wir zum Cassien“.

Das Abenteuer begann:

Erstmal mit Internet Recherche. Auweia….da habe ich mir was eingebrockt…. Der Cassien ist ein Stausee, der oberhalb von Cannes liegt und die Trinkwasserquelle für die gesamte Region ist. Das Netz ist zwar voll mit Berichten, aber dennoch tauchen einige Fragen auf. Z.B. haben wir nicht die richtigen Ruten (immerhin sind 4 Stück erlaubt). Gaskocher sind nicht zugelassen, wie sollen wir also kochen? Welches Auto muß dran glauben? Wieviele Boilies brauchen wir? Jeder sagt was anderes! Macht nichts, dann müssen wir eben experimentieren. Die erste große Zitterpartie beginnt vor der Abfahrt: Wie soll unser Krempel in mein Auto passen, denn keiner von uns Beiden hat einen Kombi! Nach dem Ausbau der Rücksitze und mit tatkräftiger Unterstützung von Jans Vater wird diese erste Hürde gemeistert, allerdings müssen einige Sachen zu Hause bleiben. Die 1450km lange Fahrt verläuft Problemlos. Allerdings bin ich völlig fertig, denn vor der Fahrt musste ich noch arbeiten. Sofort finden wir Seelegende „Gerard“, wo es Angelkarten und ein (teures) Leihboot gibt. Das Wetter war wenigstens warm und sonnig, allerdings war der erste Eindruck nicht ganz so positiv, wahrscheinlich hatten wir uns den See so schön geredet, dass wir erstaunt waren, dass es doch „nur“ ein normaler See ist. Das ganze Tackle ins Boot geladen, das Auto parken (..nebenbei noch die Kupplung an der miserablen Zufahrt zu den Booten zum rauchen gebracht) und ab ins Boot. Jan rudert und ich gucke zu?. Der Cassien hat 3 Arme: Westarm, Südarm und Nordarm. Gerards Verleih ist weit oben im Südarm. Im April ist der Westarm begehrt, weil ein Laichgebiet abgegrenzt ist. Am Ende sitzen die Angler wie Mauern. Wir hatten eine Karte mit den Angelstellen ausgedruckt, doch schnell wird uns klar, dass die aus Berichten bekannten Stellen alle bestens mit Anglern bestückt sind. Wir beschlossen, uns im Nordarm niederzulassen, wo Jan eine Landschaftlich tolle Stelle fand. Nun war auch Jan körperlich am Limit, denn die Ruderei dauerte schlappe 4 Stunden (…ohne Elektromotor, diese sind erlaubt zwinker (fürs nächste Mal). Jetzt noch Tackle aufbauen und Ruten auswerfen. Mittlerweile wird es auch Dunkel. Echoloten und füttern muß bis Morgen warten, denn wir haben echt keinen Bock mehr. Die erste Nacht…SCHWEINEREI!!! Mitten in der Nacht wache ich auf und höre Jan rufen:“ Tim, wach auf!“. Ich höre auch sofort warum: DIREKT hinter meinem Zelt sind laute Geräusche im Busch. Ich rufe noch:“ Da ist was im Busch! Gibt’s hier Bären?!“ Jan weiß auch nicht ob es Bären, Räuber Hotzenplotz oder sonstige Untiere am Cassien gibt. Wir entscheiden uns, aufs Boot zu fliehen. Direkt an meinem Zelt sind laute Geräusche bis in die Dämmerung zu hören, selbst lautes Rufen bringt nur kurze Beruhigung. In der Dämmerung legen wir wieder an und schlafen noch ein wenig. Am nächsten Tag ist der Boden hinter meinem Zelt, und das ist kein Anglerlatein, bis einen guten Meter vor meiner Zeltplane komplett umgewühlt. Ein netter Rheinländer Namens Wolfgang besuchte uns glücklicherweise gleich morgens und klärt uns auf, dass unsere Stelle für regen Schweineverkehr bekannt sei. Diese Nachricht tröstete mich wenig und ich setzte mein Zelt erstmal um. Dann ging es endlich ans angeln und die Welt sah besser aus. Auch der See gefiel uns erholt sofort besser. Gelb blühender Ginster und Sonne, dazu klares, wunderschön glänzendes Wasser. Mit Echolot und Boot ging es nun daran, Bojen zu setzen, anzufüttern und die Angeln auszubringen (..angeln dürfen nur auf Wurfweite ausgebracht werden). Von unserem deutschen „Nachbarn“ Dirk hörten wir plötzlich den Delkim und sahen Ihn bei einem langen Drill zu. Er fing auf einen Fischboilie einen 1,3m Wels. Die zweite Nacht verlief bis auf eine „Bootsstunde bei Schweinealarm „ohne Zwischenfälle.

Waller oder Karpfen???

Gegen Abend des dritten Tages kam starker Wind auf. Gegen 5 Uhr Abends, ich stand direkt vor meiner Angel, kam der erste Biss. Anhieb! Er sitzt!!!! Jan kommt mit dem Boot um unsere Landzunge gerudert und ich steige ein. Der Biss war unspektakulär, allerdings wird schnell klar, dass hier ein schwerer Fisch den Boilie genommen hat. Weit geht die Flucht in den See, aber ich kann nichts machen, denn Angel und Schnur sind hart gespannt. Außerdem will ich kein Risiko eingehen. Da sich der Fisch einfach nicht vom Boden löste, war ich mir, fast sicher, es mit einem Waller zu tun zu haben. Dann kam der Moment, dass der Fisch zur Oberfläche kam. Wir konnten es kaum glauben. Aber es war sofort klar, dass ein Fisch um 40 Pfund am Haken hing. Im Camp angekommen stellt sich heraus: Wir haben einen strammen 42 Pfünder gelandet. Da es schon dunkel wird machen wir schnell unsere angeln fertig…..doch was ist das???… Überall Geräusche in den Büschen. SCHWEINE!!! Eine ganze Rotte! Wir rufen laut:“ Haut ab Ihr Schweine!“ Die Antwort kam laut aus einer Schweinekehle zurückgegrunzt! So schnell war noch kein Angler am Cassien im Boot wie wir. Allerdings war den Schweinen ab diesem Tag die Lust an unserer Stelle für einige Zeit vergangen, so dass wir endlich Ruhe hatten. Für mich war der Urlaub gelaufen! Mein erster Fisch im Cassien gleich jenseits der 20kg Marke, was auch meinen absoluten Rekordfisch darstellte. Leider war die nächsten Tage Fangpause, aber leider nur bei uns! Nachbar Dirk drillte kräftig weiter stramme Karpfen, unter anderem auch einen 40’er. Da es uns so gut gefiel, verlängerten wir unseren Urlaub auf 2 Wochen. Jan fing noch einen Meter Waller (auf Vogelfutterboilie!!!) und 3 Karpfen. Leider blieb Ihm mein Glück verwehrt einen 40+ zu ergattern. Die Tage gingen schnell vorbei und bis auf eine Beule im Auto gibt es nichts Spektakuläres zu berichten. Erwähnenswert wäre noch ein französisches Ausflugspärchen, welches sich Sonntags 50m links von uns im Gebüsch vergnügte. Dabei sahen wir beim Rutenausbringen, wie Madame eine andere Rute ausbrachte, während Monsieur durch ein Fernglas das andere Ufer scannte und wahrscheinlich barbusige Französinnen im Fokus hatte. Dann war da noch Jan, der fast jeden Abend dieselbe Riesenkröte im Zelt hatte und sie mit nicht nachlassender Geduld immer wieder aus dem Zelt warf. Mein Batterieverbrauch groß war, da meine Kopflampe Nachts leuchtete und im Wind wackelte, um Schweine zu verscheuchen. Spannend war auch ein „Schweinefehlalarm“: Ein Fuchs zog unsere Abhakmatte durch unser Camp. Dann waren da noch englische Karpfenangler, die soviel Tackle hatten, dass die sitzenden Bootsinsassen nicht mehr zu sehen waren. Zu Berichten gibt es sonst nur noch von meiner Handyrechnung…Eigentlich hätte die T-Aktie daraufhin stark steigen müssen. Fazit: Der Cassien polarisiert wie kein anderer See. Die Fische haben Namen, ebenso wie alle Angelstellen, es sitzen unglaublich viele Angler um den See. Sogar um Stellen wird manchmal gestritten. Gesehen habe ich das allerdings nicht. Da gibt es Fische Namens „Half Moon“ oder „ Banane“ (letzterer ist zu Zeit der dickste mit über 60 Pfund Gewicht) und noch viele andere. Wer nicht auf den angesagtesten Stellen angeln muss, kommt aber voll auf seine Kosten. Einmal bin ich die Berge hinauf zum nächsten Ort gelaufen, um einzukaufen. Die Natur ist einfach wunderbar und darauf kommt es mir an. Wer auch noch Ausdauer hat, wird irgendwann einen Fisch fangen. Bezeichnend auch, dass unsere deutschen Nachbarn Wolfgang und Dirk Wiederholungstäter sind, die immer wieder zurückkehren. Aber eins muss jedem klar sein: Auch Profis blanken manchmal gnadenlos nach einem wochenlangen Trip. Ausdauer muss sein, ich habe einfach Schwein gehabt, gleich beim ersten Trip einen der größeren (na ja, bis 30kg ist noch viel Luft) erwischt zu haben. Was ich erst nicht glauben wollte ist, dass man gutes Tackle braucht. Teilweise ist es recht windig gewesen, ein ABSOLUT zuverlässiges Zelt ist Pflicht. Auch die Rutenablagen sollten vielseitig sein. Vom Felsufer über „Parkplatzangeln“ an einer Brücke bis zum Abstellen der Ruten im Wasser ist hier alles möglich. Außerdem müssen die Ruten und Montagen entsprechend dem See gewählt werden. Wir haben unglaublich viele Verluste gehabt, da Baumstämme direkt im See waren. Viele Stellen sollen vom Hörensagen aber verlustfreier sein. Matchruten etc sind hier falsch, den Tieren zuliebe. An vielen Stellen gibt es keine Fußwege. Unsere Stelle war nur mit dem Boot erreichbar. Ob ich noch mal zurückkehre??? Klare Antwort: “Ja“ Bis ich sagen kann, den See zu kennen, muss ich noch viele Jahre dort Urlaub machen… Bericht von Tim Kaiser / carp-fishing.de


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ANGELSEE-aktuell 03/2019

Das Magazin für Forellenangler

ANGELSEE aktuell ist das einzige Magazin im deutschsprachigen Raum für die stetig wachsende Zahl der Angler, die an Angelseen, auch Forellenteiche genannt, ihre Köder auswerfen.
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