Zoomer oder Waggler
Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Waggler und einem Zoomer? Beide Posen sehen fast gleich aus, werden aber ganz unterschiedlich eingesetzt. Während der Waggler eine perfekte Stillwasser-Pose ist, zeigt der Zoomer seine Stärken in leicht strömenden und zugleich tiefen Gewässern. Roberto Mazzasette zeigt, wie perfekt mit einem Zoomer geangelt wird.
Zoomer mit Punktbebleiung
Ein ganz wichtiges Detail: Zoomer werden immer als Laufpose mit Punktbebleiung montiert! Es lassen sich zwar auch vorbebleite Waggler wie Laufposen verwenden, das sind dann so genannte Slider-Montagen. Entscheidend ist dabei aber, dass die Vorbebleiung auf dem Waggler deutlich schwerer ist als das Blei auf der Schnur. Denn nur so fliegt der Waggler beim Wurf wie ein Pfeil voraus und zieht die kleinen Bleie auf der Schnur hinter sich her. Zum Beispiel ein Waggler mit der Angabe 10 + 3: Die Pose ist dann mit 10 g vorbebleit und benötigt 3 g auf der Schnur, um richtig zu stehen.
Waggler treiben ab
Wenn man aber mit einem Waggler in einem tieferen Kanal mit leichter Strömung angelt, der mit 10 g vorbebleit ist und nur 3 g auf der Schnur benötigt, dauert es sehr lange, bis die 3 g auf der Schnur den Köder bis zum Grund befördert haben. Meist ist der Waggler dann schon mehrere Meter abgetrieben, bis er richtig steht. Man müsste also theoretisch sehr weit flussauf werfen, damit er gerade voraus richtig steht. Also muss mehr Blei auf die Schnur! Ein Waggler lässt sich aber nur deshalb so gut werfen, weil er wenig Blei auf der Schnur hat. Der Waggler fliegt voraus und zieht die kleinen Bleie hinter sich her. Damit sich die Pose aber vernünftig werfen lässt und sich nicht dauernd vertüddelt, muss es eine Punktbebleiung sein. Dann fliegt nämlich das schwere Blei auf der Schnur voran und zieht die Pose hinter sich her. Bestünde die Bebleiung aus mehreren kleinen Bleischroten, würde nichts voraus fliegen und sich die Montage bei jedem Wurf gnadenlos verwickeln!
Perfekte Würfe mit dem Zoomer
Und jetzt kommen die Zoomer ins Spiel. Das sind Posen, die zwar auf den ersten Blick wie Waggler aussehen, sich aber durch ein ganz entscheidendes Detail von ihnen unterscheiden. Sie haben unterm Posenkörper nämlich noch eine kleine Verlängerung. Dadurch liegt die Bleikugel beim Wurf nicht neben dem Posenkörper, sondern neben der kleinen Verlängerung. Antenne und Schnur liegen dann beim Wurf parallel, so dass die Montage perfekte Flugeigenschaften hat. Zommer lassen sich deshalb ohne großen Kraftaufwand sehr weit und präzise werfen! Bei einem Waggler ohne diese Verlängerung am Posenfuß würde die Bleikugel den Posenkörper beim Wurf nicht nur auf Dauer beschädigen, sondern auch zur Seite abdrücken, so dass Schnur und Antenne beim Wurf nicht parallel liegen. Das Ergebnis wäre ein unsauberes Flugbild mit großem Verwicklungs-Risiko.
Spezielle Bebleiung
Aber kein Zoomer kann mit einer einzigen Bleikugel perfekt austariert werden. Es sind immer mehrere kleine Schrote notwendig, damit er perfekt steht. Diese Schrote müssen aber unbedingt direkt an der Bleikugel auf die Schnur gedrückt werden, damit die Flugeigenschaft der Montage nicht verschlechtert wird. Ein Schrot kommt übers Blei, die anderen darunter. Aber drei bis vier winzige Bleie unterhalb der Bleikugel machen die Montage wieder anfällig für Verwicklungen. Deshalb werden Bleikugeln mit speziellen Aushöhlungen verwendet, in die die kleinen Schrote hinein geschoben werden. Solche Bleie muss man sich am besten selber aufbohren.
Tiefes Blei
Entscheidend ist es, dass die Punktbebleiung beim Zoomer immer frei im Wasser schwebt und nicht den Grund berührt. Nur das lange Vorfach schleift über den Grund. Es muss mit bis 120–140 cm extrem lang sein. Bis auf ein winziges Bleischrot etwa 40 cm vorm Haken ist das ganze Vorfach komplett unbebleit. Das kleine Schrot dient nur dazu, das Vorfach am Grund zu halten und nicht zur Tarierung des Zoomers. Es gibt Tage, an denen die Montage so eingestellt werden sollte, dass die Bleikugel nur 10 cm über dem Grund schwebt und somit fast das ganze Vorfach über den Grund schleift. Dann erzeugt das lange Vorfach einen größeren Widerstand und bremst das Abtreiben des Zoomers.
Hohes Blei
Optimal ist es aber, wenn das Blei etwa 50 bis 60 cm über dem Grund schwebt und sich das Vorfach in einem langen Bogen auf den Grund legt. Weil das Vorfach dabei so gut wie keinen Widerstand erzeugt, kann der Zoomer gleichmäßig treiben und der Köder bewegt sich sehr natürlich über den Grund. Befänden sich mehrere Bleischrote auf der Schnur, würden sie am Grund einen deutlich größeren Widerstand erzeugen, so dass die Pose immer wieder nach unten gezogen wird und sich der Köder rückartig bewegt. Das ständige Abtauchen der Pose wäre nicht nur super nervig, sondern auch sehr schwer von echten Bissen zu unterscheiden.

Bild: Schlichting
Roberto Mazzasette zeigt eine Zoomer, zu erkennen an der kurzen Verlängerung am Posenfuß.

Bild: Schlichting
Das Vorfach ist mit bis zu 140 cm sehr lang.

Bild: Schlichting
Um die Verwicklungs-Gefahr beim Wurf zu minimieren, wird ein Punktblei verwendet, in das die kleinen Schrote hinein geschoben werden können.

Bild: Schlichting
Das entscheidende Detail bei Zoomer:
Die Punktbebleiung befindet sich beim Wurf neben der Verlängerung am Posenfuß, so dass Antenne und Schnur parallel liegen und die Montage perfekt fliegt.

Bild: Schlichting
Zoomer-Posen lassen sich sehr präzise und weit werfen.

Bild: Schlichting
Damit der Zoomer natürlich treibt, müssen Rutenspitze und Schnur unter Wasser sein.

Bild: Schlichting
Der lange Kescher wird bei der Landung einfach mit dem Fuß gestützt …

Bild: Schlichting
Der Brassen ist
kein Riese, aber sorgt für gute Laune.

Bild: aw
Zoomer-Montage mit mehr Widerstand

Bild: AW
Zoomer-Montage mit wenig Widerstand
Wenn Sie wissen möchten, wie aktuell beim Friedfischangeln Rotaugen und Brassen gefangen werden, checken Sie einfach mal die Fangmeldungen bei den AngelMasters.
Auch interessant
- FriedfischangelnGroße Rotaugen beißen jetzt besonders gut auf Maden!
- FriedfischangelnLocken und nicht schocken! Winterfutter sollte dunkel sein!
- FriedfischangelnRotaugen-König: 21 Rekord Rotaugen in einem Jahr
- FriedfischangelnRotaugen: Kapitaler Doppelschlag
- FriedfischangelnWie verwendet man eine Futterschleuder beim Angeln?











