Posenangeln in Fließgewässern Teil 2

Im ersten Teil über das Posenangeln haben wir uns mit einem Posentyp für das Angeln in mehr oder weniger leicht strömenden Fließgewässern unter einigermaßen guten Witterungsbedingungen beschäftigt.

Das Posenangeln mit dem Stick erfordert aber schon reichlich Erfahrung im Umgang mit Posen, denn es ist ein sehr sensibler Schwimmer, der aber sehr effektiv arbeitet und mit dem man erfolgreich ist. Wenn aber die Wasseroberfläche etwas rauer oder welliger wird, der Wind sich mal öfter dreht und man etwas weiter entfernt angeln muss, sind die Voraussetzungen für den einen Sticks nicht mehr so ideal. Da ist es angebracht, einen Pacemaker einzusetzen. Der Pacemaker sieht dem zwar Stick ähnlich, unterscheidet sich aber wesentlich in der Bauart: Der Anteil des Körpers ist größer, die Spitze dicker. Als Baustoffe werden auch hier Schaum, Kunststoff, Draht oder Holzarten verwendet. Das Unterteil, der Stiel, fällt deutlich kürzer aus. Schaut man sich aber die Konstruktion der Spitze des Pacemakers an, wird man feststellen, dass die Spitze deutlich höher ist und flach ansteigend in den Hauptkörper übergeht! Man spricht hier von einer „shouldered top“. Das ist wieder mal eine englische Beschreibung, für die man viele deutsche Worte braucht. Am besten ist es beschreibbar mit der Kopf- und Schulterpartie beim Menschen, die für diesen Ausdruck wohl Pate gestanden hat. Welchen Sinn hat so eine Konstruktion? Die Spitze bleibt bei welliger Wasseroberfläche sehr gut sichtbar, sie wird beim wandern durch Berg und Tal von Wellen nicht überspült, so dass Bisse gut zu erkennen sind! Posen mit einer stumpfen, runden Spitze bieten in diesem Fall dem Wasser eine größere Angriffflächefläche und werden überspült. Eine Bissanzeige wird damit unnötig erschwert. Der Pacemaker verlangt gegenüber dem Stick mehr Blei. Dadurch wird es möglich, weiter zu werfen und weiter entfernt zu fischen. Eine Bleikette ist für den Pacemaker ebenfalls eine zweckmäßige Bebleiung. Die Anordnung der Bleie erfolgt aber nicht über die gesamte Länge der Angeltiefe, sondern wie beim Stick im unteren Drittel bis hin etwa zur Hälfte der Angeltiefe. Die Aufteilung der Bleikette kann mit gleich schweren und gleich großen Bleien erfolgen aber auch durch eine Bleikette mit abgestuften Bleigrößen. Neben Brassen, Rotaugen, Güstern, zählt auch hier der Döbel zu den Fischarten, die mit dem Pacemaker erfolgreich beangeln werden. Genau wie den Stick, bringt man den Pacemaker am besten durch einen Unterarmwurf zu Wasser. Das mehrmalige Halten der Pose während des Durchlaufes ist auch hier eine erfolgreiche Taktik die Fische zum Beißen zu verleiten! Verlassen wir die ruhigen Wasserzonen und begeben uns in Gewässserabschnitte mit turbulenter, quirliger Strömung. Für diese Anforderungen gibt es zwei Posenarten, mit denen man erfolgreichfischen kann: – der Avon – und der Chubber aus der Balsa-Float-Familie Befassen wir uns zunächst mit dem Avon. Der Avon eignet sich hervorragend für das Abtreiben lassen einer Pose in stark strömenden Flussabschnitten. Die überragende Sichtbarkeit der Spitze des Avons ist für dieses Angeln besonders zweckmäßig. Dass der Avon bei raueren Bedingungen im Fluss gut geeignet ist, wird nicht nur durch Erhöhung von Tragkraft erreicht, sondern durch die Bauart und durch die Bebleiung. Von der Konstruktion her sieht der Avon dem Stick zwar ähnlich, wenn man aber genauer hinschaut, wird man feststellen, dass das Oberteil des Avons sehr kurz und kompakt gebaut ist während das Oberteil eines Sticks gestreckter ist. Der Anteil des Stiels ist beim Avon ist wesentlich größer, was ihm in unruhiger Strömung zu besserer Stabilität verhilft! Die Bebleiung des Avons unterscheidet sich auffallend gegenüber der Bebleiung von Stick und Pacemaker. Damit der Avon in starker Strömung sicher steht, werden die erforderlichen Bleie bis auf ein Schrotkorn als Punktbebleiung angeordnet, wobei alle die gleiche Größe haben dürfen. Der Abstand der Punktbebleiung beträgt in etwa 80 cm zum Haken. Das einzelne Schrotkorn klemmt zirka 30 cm vom Haken entfernt auf der Schnur! Die beste Taktik, um den Avon erfolgreich zu fischen, ist ihn einfach nach dem Auswerfen durch die gut mit Anfutter präparierte Angelstelle treiben zu lassen. Wie den Beschreibungen der Posen zu entnehmen ist, werden die Ansprüche für die Pose durch die Bedingungen der Gewässerverhältnisse immer höher. Das mag den Anschein erwecken, dass der Ausdruck „das feine englische Angeln mit Pose und Matchrute“ nicht mehr so zutreffend sein könnte. Wenn man noch diese Posen hier sieht, die Familie der Balsa-Floats, kann sich der Verdacht noch verstärken.

  • Das Wörtchen „fein“ steht hier keineswegs für eine ultra leichte Posenmontage:
  • Leichte Pose
  • Wenig Blei
  • Leichte Rute 
  • Dünne Schnüre usw.

Unter „feines englisches Angeln“ verstehen wir die Abstimmung der Angelmethode als ganze Einheit: Einzelne Prozesse werden immer genauer, immer feiner gegliedert und sehr gewissenhaft betrachtet. Man stelle sich mal folgende Situation vor: starke Strömung, flaches Wasser. Da denkt man eher an ein dreißig Gramm Grundblei, montiert an einer Grundrute, als an den Einsatz einer Pose. Die würde nach dem Auswerfen rasant flussabwärts schießen, also kaum ausgeworfen, da ist die Pose schon wieder einzuholen. Aber für solche Situationen gibt es auch Posen, nämlich die Balsapose. Zur Familie der Balsa-Floats gehören: der Chubber, der Loafer so wie der Balsa. Die einzelnen Typen unterscheiden sich geringfügig in der Baurart, in Körperform und Ausbildung der Spitze. Wir wollen hier nur den Chubber näher betrachten. Der Chubber hat einen massiven, gedrungenen Körper, ein „shouldered top“, also eine Spitze, die man sehr gut auf weite Entfernung hin noch gut erkennt. Mit einem großen Chubber ist das Fischen in tieferen, stark fließenden Flüssen ohne weiteres möglich. So ein Chubber kann eine sehr hohe Tragkraft haben. 3,4 SSG-Bleie sind keine Seltenheit. Das Bebleiungsbild ist teilweise ähnlich dem Bebeleiungsschema des Avon. Unterschiede gibt es durch den Einsatz von Methoden. Eine Methode wäre das „Stret-Pegging“, das Halten der Pose an Ort und Stelle. Bei dieser Methode wird die Tiefe der Pose auf die doppelte Länge der Angeltiefe eingestellt. Die Bebleiung wird konzentriert in etwa 30 cm bis 40 cm entfernt vom Haken aus fixiert. Dabei ist eine Besonderheit ist zu beachten: Die Pose muss überbleit werden, das kann ruhig die doppelte Tragkraft sein. Beispiel: Steht auf der Pose 2 SSG, klemmt man 4 SSG auf die Schnur. Dann gibt es noch das „Laying on“. In diesem Fall wird die Pose wie der Avon ausgebleit. Die Hauptausbleiung kommt als Punktbebleiung etwa 80 cm vom Haken entfernt auf die Schnur, das einzelne Blei zirka 30 cm vom Haken entfernt. Die Tiefe der Pose ist gut einen halben Meter tiefer als erforderlich einzustellen. Das „Stret-Pegging“ eignet sich besser für flachere Gewässerabschnitte mit scharfer Strömung an einer längeren Matchrute. Das „Laying on“ kommt eher für das Fischen in mittlerer Wassertiefe, etwa bis 2,50 m in nicht allzu weiter Entfernung in Frage. Beide Methoden unterliegen die Posen keiner ständigen Führungskontrolle, so dass die Rute auf zwei Rutenhalter abgelegt kann. Der Chubber eignet sich auch hervorragend zum weiteren Abtreiben lassen einer Pose. Durch seine dicke Spitze ist er weithin gut sichtbar und zeigt den Biss gut an. Döbel lieben ein Dach über dem Kopf und halten sich gerne an den Randzonen von Krautinseln auf. Diese Standplätze kann man mit dem Chubber aus sicherer Entfernung mit größeren Ködern, einem Frühstückfleischwürfel zum Beispiel, erfolgreich beangeln. Als Bebleiung nimmt man hier eine reine Punktbebleiung. Die Wassertiefe stellt man ziemlich flach ein. Da muss man einwenig experimentieren, bis die richtige „Beißtiefe“ gefunden ist Teil 3: Informationen rund um das Thema: Matchruten, Tipps, Anfutterhilfen, Empfehlungen. „Nachtrag der Redaktion: Dieser Artikel wurde verfasst von der Specimen Hurtig Group Dortmund!


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