Steckbrief Barbe

Strömung und Steine sind die Stichworte für jeden, der Barben sucht. Im schäumenden Wasser unterhalb von Wehren und Mühlschüssen, an Einläufen, hinter Brückenpfeilern und in tiefen (auch pflanzenreichen) Rinnen in der Bachmitte: Hier steht die Barbe gern.

Barben sind nicht immer standorttreu. Bei Hochwasser geraten sie so

Wanderfreudig sind die Barben auch zur Laichzeit im Mai/Juni, dann unternehmen sie oft weite Züge flußauf, um Kies- oder Schotterbänke zur Eiablage zu finden. Nach der Laichzeit beginnt die beste Fangzeit; sie endet mit dem Abkühlen des Wassers im Herbst bereits wieder. Im Winter sammeln sich Barben an tiefen Stellen im Flußbett. Dort werden sie manchmal von Spinnfischern zufällig gehakt. An warmen Tagen oder bei schnell steigendem Wasser beißen sie aber auch gezielt auf Twister und Blinker. Barben, vor allem große, sind heimliche Räuber und verschmähen weder kleine Köderfische noch dicke Wobbler, wenn sie ihnen mundgerecht serviert werden.

Wie und womit auf Barbe

Barben sind Allesfresser. Sie lassen sich, wie erwähnt, gezielt mit Fischchen beangeln. In Forellenbächen, in denen nur die Fliegenrute gestattet ist, kann man sie mit dunklen Nymphen fangen, die fast bewegungslos am Grund angeboten werden. Die bewährteste Methode ist aber zweifellos die Feederspitzen-Rute mit Bodenblei. Der Köder sollte nämlich festliegen oder nur langsam über Grund trudeln.
In welcher Beißlaune die Barben gerade sind, ob sie den Köder lieber in Ruhe inspizieren möchten oder ihm auch ein Stückchen nachjagen, das muß man herausfinden. Ein Birnenblei am kurzen Seitenarm, fest oder laufend montiert, wird so schwer gewählt, daß es der Strömung eben standhält oder von ihr unauffällig stückweise verschoben wird (Rollblei).


Auch mit der Länge des Vorfachs muß man experimentieren, je nachdem ob die Bisse sich in der Rutenspitze als heftige Anklopfer oder zaghafte Zupfer bemerkbar machen. Je kürzer das Vorfach, desto sicherer sind Bißanzeige und Anhieb, desto eher aber auch schöpft die Barbe Verdacht. Ihr Mißtrauen läßt sich mildern, wenn man anfüttert. Besonders unauffällig und punktgenau geht das, wenn man statt des Bodenbleis einen Futterkorb verwendet, offen bei Krümelfutter, geschlossen (mit Löchern) für Maden. Englische Barbenspezialisten schwören auf einen gehörigen Anteil Hanf im Futter. Weniger schwierig ist die Köderwahl. Hauptsache, der Köder hält gut am Haken.

Teig und Brotflocke sind deshalb nur in schwacher Strömung zu empfehlen. Maden und Wurm bringen die meisten Barben zur Strecke, aber halt auch andere Fische an den Haken und vor allem beim langen Tauwurm die meisten Fehlbisse. Ein klassischer Barbenköder ist Käse. Eingeschweißter Gummigouda aus dem Supermarkt, in Würfeln oder Brocken mit der Ködernadel auf stabile Einzelhaken Gr. 6 bis 12 aufgezogen, schmeckt Barben besonders gut. Aber natürlich läßt sich auch aus duftigem Weich- oder Schmelzkäse eine fängige Paste kneten.

Im Lebensmittelregal lagert auch ein anderer bewährter Barbenköder: Frühstücksfleisch in Dosen. Barben mögens gern fleischlich, besonders in kaltem Wasser, wenn ein fetter Wurstköder mehr Aroma und damit Lockwirkung entfaltet als der quirligste Wurm. Barben zu haken ist manchmal leichter als sie zu landen. Der Fisch ist nämlich ein zäher Kämpfer, der sich trotzig am Grund festbohrt, immer für eine superschnelle Flucht gut ist und noch vor dem Kescher wild um sich schlägt. Mit Hauptschnüren unter 0,20 mm Durchmessser sollte man deshalb in Gewässern mit starken Barben gar nicht erst fischen. Und eine kräftige Feeder-Rute ist besser zum Barbenbändigen geeignet als ein zierlicher Winkelpicker.

Die Barbe lässt sich jedoch auch mit Kunstködern wie einem Wobbler an den Haken bringen. Starke Haken sind hier Pflicht, sonst endet der Drill im Desaster. Foto: BLINKER

Die Barbe lässt sich jedoch auch mit Kunstködern wie einem Wobbler an den Haken bringen. Starke Haken sind hier Pflicht, sonst endet der Drill im Desaster. Foto: BLINKER

Steckbrief Barbe

  • L-Barbus barbus, E-Barbel, F-Barbeau
  • Laichzeit: Mai-Juni Hauptfangzeit: August-Oktober
  • Durchschnittsgröße beträgt 40 – 60 cm
  • Gewicht von 1 – 3 kg.
  • Kennzeichnungen für die Barbe sind der graugrüne Rücken mit helleren Seiten, der Bauch ist weiß und die Flossen graugrün bis rötlich. Die Barbe ist ein schlanker, langgestreckter Fisch mit großen Flossen. Das Maul ist unterständig mit wulstigen Lippen und vier Barteln.

Allgemeines: Die Barbe ist ein typischer Flußfisch. In starker Strömung, auf steinig-sandigem Grund, sucht sie, fast immer in Schwärmen, ihre Nahrung: Kleintiere und Fischlaich.

Fang: An der Grundangel mit Laufblei hat man die beste Aussicht, die stets nur am Grund anzutreffende Barbe zu fangen. Als Köder eignen sich Tauwürmer, Käse, Speck und Maden. Tiefe Gumpen und hinter Wehren und Turbinen sind die besten Fangplätze. Die Barbe – ein ausgezeichneter Sportfisch wieder auf dem Vormarsch Text von Roland Fiedler Aus anglerischer Sicht bietet die Barbe dem Angler einen sehr aufregenden Sport, der aber auch ein hohes Maß an das Können des Anglers voraussetzt. Wer mit einer Barbe an der Angel kämpft – und wenn es kleinere Exemplare sind – hat eine harte Prüfung zu bestehen. Sie gibt sich ausgeschlossen kämpferisch und gibt sich niemals geschlagen, bevor sie im Unterfangkescher sicher gelandet wird.

Es gab aber Zeiten, da war es in Deutschland um die Barbe ganz still. Die Gewässer hatten einen Grad der Verschmutzung erreicht, dass viele Gewässer öfters mal „kippten“ und Fischsterben angesagt waren. Viele Fischarten kamen mit diesen Verhältnissen nicht zurecht, so dass Bestände immer weiter zurückgingen. Die Barbe verlangt aber ein einigermaßen intaktes Gewässer, und somit war es nur wenigen Anglern vergönnt, Barben zu fangen. Hier, in unseren Breiten, im Ruhrgebiet, war die Barbe – bis auf seltene Ausnahmefänge – lange „kein Thema“. Das Blatt hat sich Gott sei Dank gewandelt, die Gewässer wurden immer sauberer, und mit zunehmender Wasserqualität tauchten auch wieder vermehrt Meldungen von Barbenfängen auf.

Erschwerend kommt hinzu, dass bei Besatzmaßnahmen die Barbe, bis auf wenige Ausnahmen, gar nicht auf den Besatzlisten stand. Daran hat sich bis heute leider nicht viel geändert, die Barbe verbreitet sich sozusagen aus eigener Kraft. Die Barbe hat aber viel Kraft, denn heute können Barben in vielen Regionen wieder direkt vor der Haustür gefangen werden. Trotz der Verbreitung fällt die Barbe – besonders die kapitalen Exemplare – dem Angler aber nicht so leicht in den Unterfangkescher. Wer regelmäßig große Barben fangen will, muss sein Gewässer erforschen, gut beobachten, studieren, um es genau kennen zu lernen. Das nimmt viel Zeit und Geduld in Anspruch, zahlt sich aber garantiert bei zukünftigen Angeltagen aus.

Auch sollte sich der Angler mit dem Verhalten der Barbe auseinander setzen. Das gelingt am Besten in kleineren Gewässern. In Flüssen mit klarem Wasser, nicht allzu großer Tiefe lässt sich die Barbe gut auf Kiesbänken oder zwischen Krautstraßen beobachten. Ein Beobachtungsplatz auf einem Baum ist die beste Position bei hellen Wetterverhältnissen. Wie eingangs schon erwähnt, stellt die Barbe an den Angler übermäßige Ansprüche. Dies trifft aber auch auf das Gerät zu.

Die Barbe ist ein mächtig kämpfender Fisch und stellt das Gerät auf die äußerste Probe. Das Gerät ist optimal kräftig auf die am Gewässer vorgefundene Situation auszurichten, muss von bester Qualität und in solider Verfassung sein. Dann sollte ein erfolgreicher Drill kein Problem sein und die Barbe wird sicher gelandet werden. Bei allen Betrachtungen und Ansichten über das Angeln sollten wir Angler die Fische als Kreatur nie aus dem Auge verlieren und ihnen höchsten Respekt zollen. Artenreichtum belebt jedes Gewässer, ist Natur. Kochtopf und wirtschaftlich ausgelegte Besatzmaßnahmen dürfen hier nicht über „Sein oder Nichtsein“ einer Fischart entscheiden. Die Barbe ist aus diesem Schattensein herausgetreten. Das macht Hoffnung, dass es anderen Fischarten auch gelingen wird!

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