SFV Bremen: 1 Million Lachse für Weser und Wümme

Der Sportfischerverein Bremen e. V. , gegründet im Jahr 1908, ist der älteste Natur- und Gewässerschutzverein der Hansestadt Bremen. Ein neues Projekt soll die Rückkehr des Lachses in Weser und Wümme aktiv vorantreiben.

Lachsprojekt des SFV Bremen: Besatz von Junglachsen - Lachse für Weser und Wümme.

Bild: Sportfischer-Verein Bremen e.V.

Lachsprojekt des SFV Bremen: Besatz von Junglachsen in Weser und Wümme.

Seit über einem Jahrhundert engagiert sich der SFV Bremen e.V. für den Schutz, die Renaturierung und die ökologische Aufwertung der heimischen Gewässer. Während im 19. Jahrhundert jährlich über 2.000 Lachse in der bremischen Weser gefangen wurden, ist der Lachs heute nahezu verschwunden. Mit dem Neubau einer Aufzuchtstation am Stadtwaldsee möchte der Verein einen entscheidenden Beitrag zur Wiederansiedlung des Lachses leisten und das ökologische Gleichgewicht im Weser- und Wümmeeinzugsgebiet wiederherstellen.

Bis zu 1.000.000 Lachse für Weser und Wümme

Ziel des Projekts ist der Aufbau einer kombinierten Aufzuchtstation mit Laichfischfangbereichen, die die kontrollierte Aufzucht und Auswilderung von bis zu 1.000.000 Junglachsen pro Jahr ermöglicht. Langfristig soll ein stabiler, heimisch-genetischer Lachsbestand entstehen, der zur ökologischen Wiederbelebung der Weser und ihrer Nebenflüsse beiträgt und den nachhaltigen Umgang mit aquatischen Ressourcen fördert.

Standortwahl und ökologische Bedeutung

Der Stadtwaldsee wurde aufgrund seiner direkten Anbindung an die Kleine Wümme als Standort gewählt. Das Gewässer ermöglicht die Wasserentnahme und die gereinigte Rückführung in das natürliche System. Die Lage im Außenbereich nach § 35 BauGB sorgt für naturnahe Bedingungen und eine harmonische Einbettung in die Landschaft. Gleichzeitig entsteht hier ein zentrales und verkehrsgünstig gelegenes Kompetenzzentrum für die Lachsaufzucht im Bremer Stadtgebiet und Umland.

So entsteht das Lachszentrum am Unisee

Der Sportfischerverein Bremen e.V. plant bei dem Bauvorhaben ein zweigeschossiges Gebäude mit Aufzucht- und Verwaltungsfunktionen. Im Erdgeschoss werden die Fischzucht- und Bruthausbereiche untergebracht, während das Staffelgeschoss Büroräume, Aktenlager und Besprechungsräume sowie Sanitäranlagen für Besucher und ehrenamtliche Helfer bietet.

So soll das Lachszentrum des SFV Bremen am Unisee aussehen.

Bild: Sportfischer-Verein Bremen e.V.

Lachszentrum am Unisee: So plant der SFV Bremen e. V. die Anlage.

Die Anlage wird mit einer Photovoltaikanlage und extensiver Dachbegrünung ausgestattet und umweltgerecht in massiver Bauweise mit Pfahlgründung errichtet. Ein geschlossener Wasserkreislauf mit biologischer Reinigung in einer Kleinkläranlage sorgt für effizienten Ressourceneinsatz und einen nachhaltigen Betrieb.

Wissenschaftliche Kooperationen und Bildung

Das Projekt wird wissenschaftlich in enger Kooperation mit der Hochschule Bremen und dem Thünen-Institut Bremerhaven begleitet. Im Fokus stehen das Wanderverhalten der aufgezogenen Fische, die genetische Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Population sowie die Entwicklung nachhaltiger Aufzuchtmethoden. Gleichzeitig dient die Anlage als Bildungs- und Forschungszentrum, in dem Ehrenamt, Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammenwirken.

Das Projekt „Aufzuchtstation am Stadtwaldsee“ vereint ökologische Verantwortung, wissenschaftliche Kompetenz und gesellschaftliches Engagement. Es trägt langfristig zur Wiederansiedlung der Lachse, zur ökologischen Stabilisierung des Weserraums und zur Bewusstseinsbildung für Natur- und Artenschutz bei. Damit leistet der Sportfischerverein Bremen e.V. einen entscheidenden Beitrag für eine nachhaltige, lebenswerte und artenreiche Flusslandschaft in Bremen und der gesamten Region.

Energie- und Nachhaltigkeitskonzept

Ein zentrales Element des Projekts ist das umfassende Energie- und Nachhaltigkeitskonzept. Die Photovoltaikanlage erzeugt Eigenstrom, während eine Luft-Wärmepumpe das Staffelgeschoss beheizt. Die Dachbegrünung trägt zur Regenrückhaltung und Verbesserung des Mikroklimas bei. Durch den Kreislaufbetrieb mit gereinigter Wiedereinleitung in die Kleine Wümme sowie die Verwendung ökologisch verträglicher Baustoffe erfüllt das Vorhaben höchste Standards für umweltgerechtes Bauen und ressourcenschonende Fischaufzucht.

Projekt-Förderung und Finanzierung

Das Projekt zur Wiederansiedelung der Lachse in der Weser und Wümme wird zu 50 % durch EU-Mittel aus dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) gefördert, die restlichen Mittel stammen aus Vereinsmitteln und Spenden. Zum Spenden hat der Verein eine GoFundMe-Kampagne gestartet. Unter folgendem Link kann man einen eigenen Beitrag zum Projekt leisten: gofundme.com/f/rettet-den-atlantischen-lachssalmo-salar.

Mit der neuen Aufzuchtstation entsteht ein Leuchtturmprojekt für Natur- und Gewässerschutz in Norddeutschland. Die Anlage stärkt die ökologische Qualität der Wümme, fördert die Biodiversität und dient als Modellprojekt für nachhaltige Fischzucht. Darüber hinaus wird die Station ein Ort für Begegnung, Forschung und Umweltbildung, an dem Ehrenamt, Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammenwirken.

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