Österreich schützt letzte freie Bäche vor Wasserkraft-Ausbau

Österreichs letzte weitgehend unberührte Flüsse und Bäche sollen künftig besser geschützt werden. Der River and Nature Trust (RNT) begrüßt eine Entscheidung des Nationalrats, mit der der Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt, gleichzeitig aber auch ein besonderer Schutzstatus für bislang unverbaute Gewässer festgeschrieben werden soll.

Frei fließende Gewässer sind in den Alpen selten geworden. Österreich will besonders wertvolle Flussabschnitte künftig besser vor neuen Wasserkraftprojekten schützen.

Bild: Adobe Stock / Martin

Frei fließende Gewässer sind in den Alpen selten geworden. Österreich will besonders wertvolle Flussabschnitte künftig besser vor neuen Wasserkraftprojekten schützen.

Der River and Nature Trust (RNT) sieht im jüngst beschlossenen Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz einen wichtigen Erfolg für den Gewässer- und Fischschutz in Österreich. Nach Angaben der Organisation erhalten die letzten unberührten Flüsse und Bäche des Landes künftig einen besonderen Schutzstatus, wodurch der Bau neuer Kleinkraftwerke an diesen Gewässern erschwert werden soll. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der RNT gemeinsam mit dem Österreichischen Fischereiverband gegen ursprüngliche Pläne ausgesprochen, die aus Sicht der Naturschutz- und Fischereiorganisationen den Ausbau von Wasserkraftanlagen an kleinen Fließgewässern erleichtert hätten.

Präsident des Österreichischen Fischereiverbandes, Gert Gradnitzer

Bild: River and Natur Trust

Kleine Flüsse und Bäche sind keine beliebig nutzbaren Standorte, sondern wertvolle Lebensräume für Fische, Pflanzen und zahlreiche weitere Arten“, erklärte der Präsident des Österreichischen Fischereiverbandes, Gert Gradnitzer.

Die Entscheidung sei daher ein wichtiges Signal für den Schutz dieser Lebensräume. Der Beschluss wurde mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit im Nationalrat gefasst. Nach Angaben des RNT spielten dabei auch die Grünen eine wichtige Rolle, die im Zuge der Verhandlungen auf stärkere ökologische Schutzmaßnahmen gedrängt hätten.

Bild: River and Natur Trust

Peter Schröcksnadel: „Ich danke Gert Gradnitzer , dass er die Tücken im Entwurf erkannt hat. Der RNT Vorstand ist es in gemeinsamer Arbeit und natürlich auch unter Mitwirkung vieler gleichgesinnter Organsiationen gelungen, dass der Gesetzesentwurf geändert wurde. Damit sichern wir für uns und die nächsten Generationen den besonderen Status unserer letzten verbliebenen guten und sehr guten Gewässer.“

Für Angler und Gewässerschützer ist die Entscheidung von besonderer Bedeutung. Gerade kleine Bäche und Flüsse dienen vielen Fischarten als Laich- und Jungfischhabitate. Eingriffe durch Verbauungen, Querbauwerke oder Wasserentnahmen können diese sensiblen Lebensräume nachhaltig beeinträchtigen. Der River and Nature Trust wertet den Beschluss deshalb als wichtigen Etappensieg. Gleichzeitig betont die Organisation, dass nun die praktische Umsetzung entscheidend sei. Nur wenn die neuen Schutzbestimmungen konsequent angewendet werden, könne der besondere ökologische Wert der letzten naturnahen Gewässer Österreichs dauerhaft erhalten bleiben.


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