Noch liegt vielerorts Schnee, und an Zecken denkt derzeit kaum jemand. Doch die kleinen Blutsauger sind längst kein reines Sommerproblem mehr – und die Gefahr durch FSME steigt weiter. Nach aktuellen Einschätzungen von Experten der Universität Hohenheim könnte die Zahl der FSME-Erkrankungen 2025 sogar einen neuen Höchststand erreicht haben. Auch künftig rechnen Fachleute mit weiter steigenden Fallzahlen.
Grundlage sind Auswertungen aus 25 Jahren FSME-Statistik sowie aktuelle Beobachtungen, die auf einer Pressekonferenz in Stuttgart vorgestellt wurden. Demnach sind Zecken inzwischen nahezu ganzjährig aktiv, breiten sich zunehmend auch in kühleren Regionen und höheren Lagen aus und verbreiten das Virus mittlerweile bundesweit.
Zahlen bereits auf Rekordniveau
Für 2025 wurden bislang 693 gesicherte FSME-Fälle gemeldet, zusätzlich werden rund 100 Verdachtsfälle geprüft. Bereits 2024 galt mit 695 bestätigten Erkrankungen als eines der bisherigen Rekordjahre.
Die meisten Fälle treten weiterhin in Bayern und Baden-Württemberg auf, auf die rund 80 Prozent der Meldungen entfallen. Allerdings beobachten Fachleute inzwischen in allen Bundesländern steigende Zahlen.
Klimawandel begünstigt Ausbreitung
Nach Einschätzung der Wissenschaftler ist unter anderem das Klima ein wichtiger Treiber. Mildere Winter führen dazu, dass mehr Zecken überleben und früher im Jahr aktiv werden. Teilweise seien sie sogar in Wintermonaten unterwegs. Dadurch kann bereits im Frühjahr ein erster Anstieg der FSME-Meldungen auftreten.
Während es früher noch typische Zyklen mit starken und schwächeren Jahren gegeben habe, liegen die Fallzahlen seit 2016 konstant auf hohem Niveau mit mehreren hundert gemeldeten Erkrankungen pro Jahr.
Besonders gefährdet: Ungeimpfte
Die Daten zeigen außerdem, dass das Infektionsrisiko vor allem für ungeimpfte Personen deutlich gestiegen ist. Schutz besteht laut Experten nur bei vorhandenen Antikörpern – entweder durch Impfung oder eine bereits durchgemachte Infektion.
Als Beispiel nennen Fachleute den Landkreis Passau: Dort verfügen rund 80 Prozent der Bevölkerung über Antikörper, dennoch steigen die Erkrankungszahlen weiter.

Bild: KI_Symbolbild
Zecken können das FSME-Virus übertragen und sind inzwischen in vielen Regionen Deutschlands fast ganzjährig aktiv.
FSME kann schwere Verläufe haben
FSME wird durch Zecken wie den europäischen Holzbock oder die Auwaldzecke übertragen. Nach einem Stich treten meist zunächst grippeähnliche Symptome auf. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen folgt später eine zweite Krankheitsphase, in der Gehirn oder Rückenmark betroffen sein können.
Mögliche Folgen reichen von starken Kopfschmerzen über Lähmungen und Sprachstörungen bis zu epileptischen Anfällen. Etwa ein Prozent der Erkrankungen endet tödlich. Eine ursächliche Therapie gibt es nicht – wirksamen Schutz bietet vor allem die Impfung.
Anmeldung zum Süddeutschen Zeckenkongress
Der Süddeutsche Zeckenkongresses findet online am 25.02.2026, 16:00-19:05 Uhr statt. Im Rahmen des Kongresses werden biologische, epidemiologische und ökologische Aspekte von Zecken sowie die von ihnen übertragenen Krankheitserreger thematisiert.
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