Gewässer-Sperrung für das Fliegenfischen! Anhaltend hohe Temperaturen bringen Salmoniden an ihre Belastungsgrenzen. Behörden und Pächter greifen durch: Erste Gewässer in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol sind gesperrt. Wir berichteten aktuell über die Gewässer-Sperrung der Goiserer Traun. Sie gehört mit ihrem Äschenbestand zu den besten Fliegenfischerstrecken in Österreich. Jetzt wurde der Fluss bis auf Weiteres für das Fliegenfischen gesperrt. Und es sind inzwischen weitere Gewässer wegen der Hitze und der teilweise sehr niedrigen Wasserstände geschlossen worden.
Hier ist die Übersicht der Gewässer mit einer Sperrung für das Fliegenfischen (Stand 12. August 2026) und Tipps, wo und wie man jetzt noch mit der Fliege fischen könnte – und worauf man bei der Handhabung der Fische achten sollte.
Gewässer-Sperrung für das Fliegenfischen – die Hintergründe
Anhaltend hohe Sommertemperaturen und geringe Niederschläge führen in vielen Flussgebietseinheiten des Alpen- und Voralpenraums zu kritischen Bedingungen. Niedrige Wasserstände in Kombination mit stark steigenden Wassertemperaturen setzen die heimischen Salmonidenbestände – insbesondere Bachforellen und Äschen – erheblichem physiologischem Stress aus. Um Bestandsverluste zu minimieren, haben Behörden, Fischereivereine und Revierpächter in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol verschiedene Schutzmaßnahmen erlassen.
Die Löslichkeit von Sauerstoff im Wasser nimmt mit steigender Temperatur physikalisch ab. Gleichzeitig steigt der Metabolismus wechselwarmer Fische, was den Sauerstoffbedarf erhöht. Für heimische Salmoniden gelten folgende Schwellenwerte:
ab 18 °C: Beginn von Sauerstoffstress und reduzierter Nahrungsaufnahme.
20 – 21 °C: Akute physiologische Belastung. Das Risiko von Mortalität nach körperlicher Anstrengung steigt drastisch.
22 – 25 °C: Erreichen des oberen letalen Temperaturlimits.
Vor diesem Hintergrund differenzieren die Verantwortlichen in den Regionen zwischen drei Regelungsstufen: behördlichen Angelverboten, bewirtschafterseitigen Kartenausgabe-Stopps sowie Verbandsempfehlungen zur freiwilligen Befischungseinstellung. Died
Worauf sollte ich im Sommer beim Fliegenfischen achten?

Bild: O. Portrat
Wenn man ohne Widerhaken angelt, lassen sich Fische auch ganz schonend im Wasser lösen.
Dazu Michael Werner, Chefredakteur von FliegenFischen: Ein fischgerechtes Verhalten ist bei Niedrigwasser und hohen Wassertemperaturen für die Fische überlebenswichtig. Messen Sie vor dem Angeln die Wassertemperatur. Zeigt das Thermometer 18 °C oder mehr, ist es besser, auf das Fischen zu verzichten, da der Drill für Salmoniden unter diesen Bedingungen tödlich enden kann. Sofern die Wassertemperatur unter 18 °C liegt würde ich folgendes Vorgehen empfehlen:
Beschränkungen auf die frühen Morgenstunden: Die Fischerei sollte zwischen 05:00 und 09:00 Uhr erfolgen, also bevor die Tageserwärmung einsetzt.
Anpassung der Vorfachstärke: Höhere Schnurdurchmesser (z. B. 0,18 mm statt 0,14 mm) verkürzen die Drilldauer erheblich und reduzieren die Laktatbildung im Fischkörper.
Vermeidung von Handling und Fotografieren außerhalb des Wassers: Das Hakenlösen hat ausnahmslos im Wasser zu erfolgen. Das Halten außerhalb des Wassers bringt den Fisch bei hohen Lufttemperaturen in akute Gefahr..
Ausweichen auf alpine Stillgewässer: Gewässer in Höhenlagen über 1.800 m bieten aufgrund stabiler thermischer Verhältnisse oft eine biologisch unbedenkliche Alternative.
Übersicht: Gewässer mit einer Sperrung für das Fliegenfischen
Fragen Sie vor der Fahrt an das Gewässer nach, ob aktuell Tageskarten ausgegeben werden. Die nachstehende Tabelle listet die uns bekannten Gewässer mit einer Sperrung für das Fliegenfischen in den Alpen auf.
| Land | Gewässer | Art der Maßnahme |
|---|---|---|
| Schweiz | Birs, Thur | Behördliches Fischereiverbot: Kantonal angeordnete Komplettsperren und behördliche Notabfischungen bei extremem Niedrigwasser. |
| Schweiz | Aare, Rhein | Behördliche Schutzzonen: Ausgewiesene Fangverbote an Kaltwassereinmündungen und flachen Abschnitten ab 23 °C Wassertemperatur. |
| Bayern | Loisach, Mangfall | Freiwillige Pächter-Sperre: Vorübergehender Ausgabestopp für Gastkarten; zeitweise Fischereiverbote ab den Mittagsstunden. |
| Bayern | Isar (Vorlandabschnitte) | Appell und Selbstbeschränkung: Verbandsempfehlungen zum Verzicht auf die Befischung bei Wassertemperaturen über 20 °C. |
| Österreich | Pielach, Ybbs | Behörden- und Vereinseingriff: Umsetzungsmaßnahmen in ausgetrockneten Altarmen sowie partielle Kartensperren. |
| Österreich | Traun, Mur, Enns | Freiwilliger Pächter-Stopp: Aussetzung des Gastkartenverkaufs ab Wassertemperaturen von 18 – 19 °C. |
| Italien | Etsch, Eisack (Unterläufe) | Regionale Pächter-Regelung: Fischereistopp ab Erreichen der 20-Grad-Marke durch die lokalen Bewirtschafter. |






