Tequila-Kärpfling: Ausgestorbener Fisch kehrt zurück

In der Natur war der mexikanische Tequila-Kärpfling bereits ausgestorben. Mit großer Mühe konnten Umweltschützer den kleinen Fisch jedoch wieder auswildern.

Der Tequila-Kärpfling war in seinen mexikanischen Heimatgewässern ausgestorben. Nun kehrte er jedoch in seinen Lebensraum zurück. Foto: Chester Zoo

Bild: Chester Zoo

Der Tequila-Kärpfling war in seinen mexikanischen Heimatgewässern ausgestorben. Nun kehrte er jedoch in seinen Lebensraum zurück.

In seinem ursprünglichen Lebensraum war der Tequila-Kärpfling bereits ausgestorben. Heimisch? Nur noch in Aquarien. Doch dank einer gemeinsamen Anstrengung von Mitgliedern des Chester Zoo in Großbritannien und der Universität von Michoacana, Mexiko, ist etwas Großartiges gelungen. Nach vielen Jahren gibt es wieder einen stabilen Bestand der Fische in der Wildnis.

Es ist das erste Mal, dass eine in freier Natur ausgestorbene Fischart in Mexiko wieder ausgewildert wird. Dass der Tequila-Kärpfling nun wieder dort schwimmen kann, wo er hingehört, lässt auf zukünftige Projekte für weitere Arten hoffen.

Tequila-Kärpfling war in freier Wildbahn ausgestorben

Der Tequila-Kärpfling (Zoogonetics tequila) ist eine kleine Fischart, ausgewachsene Tiere erreichen eine Größe von gerade mal 7 Zentimetern. Heimisch war er – und ist er wieder – im Fluss Teuchitlán im mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Nicht weit entfernt erhebt sich der Vulkan Tequila, von dem der Fisch seinen Namen hat (wir haben auch erst an was anderes gedacht). Durch invasive Spezies wie Guppy, Platy und auch den Europäischen Karpfen wurde er jedoch aus seinem Lebensraum verdrängt; Wasserverschmutzung tat ihr übriges dazu. Im Jahr 2003 erklärte der IUCN die Art für „in der Wildnis ausgestorben“.

Der Teuchitlán im Bundesstaat Jalisco. Foto: Chester Zoo

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Der Teuchitlán im Bundesstaat Jalisco.

Zoo und Universität bewahrten die Art vor dem Verschwinden

Um den Tequila-Kärpfling vor dem vollständigen Aussterben zu bewahren, spendete der britische Chester Zoo fünf Paare an die Universität von Michoacana. Dort bildeten sie die Basis für eine neue Kolonie, die in den nächsten 15 Jahren immer weiter wuchs und mittlerweile 10.000 Fische zählt. Bevor es wieder in die Wildnis ging, bereiteten Mitarbeiter der Universität 40 Paare in „Trainings-Teichen“ auf dem Gelände vor. Dort herrschten fast natürliche Bedingungen mit Beutetieren und auch Räubern wie Vögeln oder Schlangen.

Die Universität von Michoacana koordinierte den Besatz der insgesamt 1.500 Fische. Sie alle stammen von nur 5 Päarchen ab, die der Chester Zoo der Universität zusendete. Foto: Chester Zoo

Bild: Chester Zoo

Die Universität von Michoacana koordinierte den Besatz der insgesamt 1.500 Fische. Sie alle stammen von nur 5 Päarchen ab, die der Chester Zoo der Universität zusendete.

1.500 Exemplare wurden schließlich in die Wildnis ausgesetzt, wo sie einen neuen Bestand aufbauten. „Es ist ein großartiges Beispiel dafür, welche Rolle Zoos bei der Erhaltung von Tierarten spielen können“, sagte Dr. Gerardo Garcia vom Chester Zoo. „Wenn die Population im Zoo die Spezies nicht über viele Jahre erhalten hätte, wäre sie heute ausgestorben.“

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Der Tequila-Kärpfling hat sich erholt – und die Natur auch

Dass der Tequila-Kärpfling wieder in freier Wildbahn leben kann, ist eine Erfolgsgeschichte für sich. Doch es bedeutet auch, dass der Fluss heute wieder in einem besseren Zustand als früher ist, wovon die gesamte Umwelt profitiert. Inzwischen gilt der Kärpfling nicht mehr als „in der Wildnis ausgestorben“, sondern als „stark bedroht“. Bis er sich komplett erholt haben wird, ist es noch ein weiter Weg – doch die ersten Schritte sind getan.


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