Betroffen sind vor allem die sogenannten Blankaale, die sich auf ihrer Laichwanderung in die Sargassosee befinden. Diese Aale haben ein Alter zwischen 15 und 20 Jahren erreicht und gelangen nun in die Turbinen der Kraftwerke, wo sie regelrecht zerhäckselt und in mehrere Stücke gerissen werden. Diese treiben nun flussab, wo Reiher, Rabenvögel und Fischottern auf die leichte Beute warten.

Bild: Fischereiverein Straubing
In solche sauberen Stücke werden die Aale durch die Turbinen zerteilt.
Mühsame Entsorgung
Nicht überlebensfähige Aale müssen durch die Gewässerwarte der Vereine fachgerecht entsorgt werden. Eine Verwertung der Aale ist aufgrund von Einblutungen und Gewebeschäden nicht möglich. In den vergangenen Wochen wurden bereits Dutzende von Aalen bis 1,20 Meter Länge entsorgt. Doch die Turbinenverletzungen sind nicht nur auf Aale beschränkt. Auch Welse, Hechte und Brassen wurden schon mit schweren Verletzungen gefunden.
Multiple Ursachen
Mitverantwortlich war außerdem ein Hochwasser und eine Strömung, die die Fische direkt in die Rechen spülte. Außer durch Turbinen sind Aale auch durch Kormorane, Gänsesäger und Fischottern bedroht. Und trotz intensiver Besatz- und Hegemaßnahmen sind diese Verluste von den Angelvereinen kaum auszugleichen.
Trotzdem setzt der Angelverein Straubing auf Diskussion und Aufklärung und schlägt Lösungen zum Schutz von Wanderfischarten vor.
Leitrechen-Bypass-Systeme: Feinrechen mit enger Stababstandsweite verhindern das Eindringen der Fische in die Turbinen. Sichere Bypass-Systeme leiten Fische schadlos ins Unterwasser. Optimierte Leitströmungen führen wandernde Fische gezielt zum Bypass
Fischfreundliche Turbinentechnik: Spezielle Niedrigdrehzahl-Turbinen. Reduzierte Schaufelanzahl und größere Abstände. Minimierung von Druckunterschieden.
Verhaltensbasierte Schutzsysteme: Elektrische Felder zur Ablenkung. Optische und akustische Barrieren.
Betriebliche Maßnahmen: Anpassung von Durchflussmengen. Temporäres Abschalten von Turbinen während der Hauptwanderzeiten.
Aktive Abfischungen: Einsatz von Hamen, Aalschockern oder Reusen vor Gefahrenstellen. Schonende Umsetzung der Tiere ins Unterwasser.
Der Schutz unserer Wanderfische ist nicht nur ein Anliegen der Fischerei – er ist eine Frage des Artenschutzes und der Verantwortung gegenüber unseren Gewässern.
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