Eine neue wissenschaftliche Analyse zeigt, dass Plastik-Verschmutzung selbst die abgelegensten Küstenregionen des Pazifiks erreicht hat. Laut einer Studie, die am 28. Januar 2026 im Open-Access-Journal PLOS One veröffentlicht wurde, enthalten rund ein Drittel der küstennah lebenden Fische in pazifischen Inselstaaten und -gebieten Mikroplastik. Die Untersuchung wurde von Jasha Dehm von der University of the South Pacific geleitet und weist besonders hohe Belastungen in Fiji nach.
Plastik: ein globales Problem
Mikroplastik gilt weltweit als wachsendes Umweltproblem mit nachgewiesenen Auswirkungen auf marine Ökosysteme und potenziellen Risiken für die menschliche Gesundheit. Obwohl pazifische Inselstaaten geografisch isoliert sind, könnten sie besonders stark betroffen sein. Gründe dafür sind rasches Bevölkerungswachstum, zunehmende Urbanisierung sowie begrenzte Abfall- und Abwassermanagementsysteme. Gleichzeitig sind viele Küstengemeinden stark auf Fisch als Nahrungsquelle, Einkommensgrundlage und kulturelles Gut angewiesen. Bisher fehlten jedoch umfassende Daten zu Mikroplastik in häufig konsumierten Fischarten der Region.

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Als Mikroplastik bezeichnt man kleine Kunststoff-Partikel mit einer Größe von 5mm und weniger.
Reichlich Daten, reichlich Plastik
Um diese Lücke zu schließen, analysierten die Forschenden Daten von 878 Küstenfischen aus 138 Arten, die von lokalen Fischereigemeinschaften in Fiji, Tonga, Tuvalu und Vanuatu gefangen wurden. Die Auswertung basierte auf veröffentlichten Datensätzen der Global Information Biodiversity Facility. Insgesamt enthielt etwa jeder dritte untersuchte Fisch mindestens ein Mikroplastikpartikel, wobei deutliche Unterschiede zwischen den Inselstaaten auftraten.
Fiji: Ein Meer voller Kunststoff
Fiji wies mit Abstand die höchsten Belastungen auf: Nahezu 75 Prozent der dort untersuchten Fische enthielten Mikroplastik – deutlich über dem globalen Durchschnitt von 49 Prozent. Zwar war die Anzahl der Partikel pro Fisch gering, die Verbreitung jedoch sehr hoch. In Vanuatu hingegen zeigten nur rund fünf Prozent der Fische Mikroplastikspuren. Zwei Fischarten, der Daumenabdruck-Kaiserfisch (Lethrinus harak) und der Strich-Punkt-Ziegenfisch (Parupeneus barberinus), kamen in allen vier Ländern vor und waren ebenfalls in Fiji deutlich stärker belastet als anderswo.

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Malerischer Strand in Vanuatu – kaum zu glauben, dass selbst hier Fische mit Plastik belastet sind.
Plastik: Rifffische besonders betroffen
Die Studie untersuchte zudem, welche ökologischen Merkmale das Risiko einer Mikroplastikaufnahme erhöhen. Besonders betroffen waren riffassoziierte Arten und bodennah lebende Fische. Auch Arten, die sich von wirbellosen Tieren ernähren, am Meeresboden nach Nahrung suchen oder Beutetiere aus dem Hinterhalt jagen, zeigten erhöhte Belastungen.
Ein Warnsignal
Die Forschenden sehen in den Ergebnissen ein deutliches Warnsignal. Sie machen deutlich, dass selbst abgelegene Inselökosysteme nicht vor synthetischer Verschmutzung geschützt sind. Gleichzeitig betonen sie die Bedeutung lokaler wissenschaftlicher Daten für politische Entscheidungen – wie etwa einem globalen Plastikabkommen. Die Studie unterstreicht, dass effektiver Schutz der marinen Umwelt und der Ernährungssicherheit pazifischer Gemeinschaften nur durch eine deutliche Reduzierung der weltweiten Plastikproduktion möglich ist.
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Quelle: ScienceDaily
Wissenschaftliche Veröffentlichung:
Jasha Dehm, Kelly Thomas Brown, Eseta Drova, Rufino Varea, Joycinette Vosumbe Botleng, Siutiti Fe’ao, Lavata Nivaga, Laura Williams, Brian L. Stockwell, Salanieta Kitolelei, Cherie Morris, Nanise Kuridrani, June Brian Molitaviti, Vailala Matoto, Lotokufaki Paka Kaitua, Semese Alefaio, Hudson Feremaito, Krishna Kumar Kotra, Amanda Kirsty Ford. Considering ecological traits of fishes to understand microplastic ingestion across Pacific coastal fisheries. PLOS One, 2026; 21 (1): e0339852 DOI: 10.1371/journal.pone.0339852










