Naturschutzorganisation zeigt: Geschützte Gewässer unter Befischung

Die Naturschutzorganisation Oceana Europe präsentierte einen Bericht, laut dem Hochseefischer mehr als 2,5 Millionen Stunden in Naturschutzgebieten fischen. Sie fordert mehr Engagement der Politik.

Ein Fischerboot auf hoher See in stürmischen Gewässern.

Bild: Unsplash/Ray Harrington

Trawler wie diese werfen laut Oceana Europe auch in den deutschen Gewässern ihre Schleppnetze aus.

Die Organisation Oceana Europe hat während der IUCN Konferenz in Marseille ihre Datenauswertungen präsentiert, welche die starke Befischung, besonders mit Schleppnetzen von eigentlich geschützten Gewässern, in 2020 zeigen. Mehr als 2,5 Millionen Stunden Schleppnetzfischerei durchpflügten Europas „geschützte“ Gebiete im Jahr 2020. Fünf deutsche Naturschutzzonen sind dabei in den Top 10, mit dem „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ auf Platz 1.

GPS-Daten analysiert: Geschützte Gewässer unter Befischung

Seit 2012 ist es notwendig, für Fischerboote von über 15 Metern eine GPS-Ortung zuzulassen. Die Daten von 2020 hat Oceana Europe jetzt genutzt, um die tatsächlichen Aktivitäten festzustellen. So kamen sie auf über 2,5 Millionen Stunden, die Fischerboote in den 200 gemäß EU Gesetz geschützten Gewässern gefahren sind. So konnte bewiesen werden, dass diese geschützte Gewässer unter Befischung stehen. Eine weitere Recherche ergab außerdem, dass rund 75 Prozent der Befischung mit Schleppnetzen betrieben wird.

Deutschlands Gewässer besonders betroffen

Die Datenlage ist eindeutig. Die deutsche Nordsee ist von allen betroffenen Gewässern bei weiten am meisten belastet. Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist mit 732.775 Stunden zwar das meist befischte Gewässer, aber es ist dicht gefolgt vom Wattenmeer und angrenzenden Küstengebieten mit 576.393 Stunden und dem Sylter Außenriff mit 318.582 Stunden. Darauf folgen die Niederlande und Frankreich mit jeweils um die 110.000 Stunden. Damit trifft deutsche Naturschutzgebiete alleine weit mehr als die Hälfte dieser Belastungen.

Schwere Schäden durch das Schleppnetz

Der Einsatz von Schleppnetzen steht ja schon seit Jahrzehnten in der Kritik, wird allerdings – wie die Daten zeigen – weiterhin genutzt. Besonders im deutschen Watt nutzen Fischer Grundschleppnetze, um die am Meeresboden lebenden Plattfische zu erwischen. Dabei wühlen die Netze die oberen Bodenschichten auf, zerstören Lebensräume und fangen alles, was nicht schnell oder klein genug ist, dem Netz zu entkommen.

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Aufforderung an die Politik

„Wenn die Staats- und Regierungschefs stolz über ihre Bemühungen zum Schutz der Ozeane auf internationalen Veranstaltungen berichten, erwähnen sie oft nicht die schädliche Fischerei, die in ihren ‘geschützten’ Meeresgebieten stattfindet“, äußerte sich Senior Director von Oceana Europe Vera Coelho. Sie forderte die Politik auf, jegliche schädliche Handlung, insbesondere zerstörerische Fischerei, in Naturschutzgebieten zu verbieten.

Daten unterbieten wahrscheinlich die Realität

Die Datenanalyse baut auf Daten von dem automatischen Identifikationssystem (ASI) auf, die von dem Global Fishing Watch bereitgestellt wird, und in Bezugnahme des europäischen Flottenregisters verglichen wird. Manche Schiffe können jedoch ihr AIS-Signal unterbrechen und nur Schiffe von 15 Metern Länge sind überhaupt verpflichtet, dieses GPS-Signal abzugeben. Daher ist anzunehmen, dass in Realität mehr Schiffe die betroffenen Gebiete befahren als die Datenlage zeigt. Außerdem ist zu bedenken, dass die Daten aus dem Jahr 2020 stammen. Durch die Pandemie ist also davon auszugehen, dass gewöhnlich noch mehr Fischerei in vorherigen Jahren betrieben wurde.

Quelle: europe.oceana.org


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