Ein Abgesang auf die Wasserkraft

Wasserkraft ist sauber, grün und nachhaltig – sollte man meinen. Aber dem ist nicht so. Deshalb wurde die Missing Salmon Alliance gegründet. Zusammen mit anderen Gruppen, wie der Initiative “No More Hydropower in Europe” hat sie ein Manifest herausgegeben, das für die Abschaffung von Wasserkraft bei der EU eintritt.

Atlantische Lachse beim Aufstieg.

Bild: Missing Salmon Alliance

Atlantische Lachse beim Aufstieg. Solche Szenen sieht man nicht mehr an vielen Flüssen, weil Wasserkraftwerke den Fischen den Weg versperren.

Wasserkraftanlagen zur Energiegewinnung bedrohen vor allem Ökosysteme, denen es ohnehin schon schlecht geht. Nur 40 Prozent aller Wasserflächen in der EU befinden sich in einem guten Zustand. Untersuchungen in England und Wales fallen bis auf 16 Prozent ab.

Und die Zahl an Wanderfischarten nahm seit 1970 um 93 Prozent in EU-Gewässern ab.

Wasserkraft verändert einen Fluss negativ

Der Bau von Wasserkraftwerken beeinflusst die Strömungen, die Wanderrouten der Fische, den Verlust an Laichplätzen sowie eine Abtragung von Sediment am Flussgrund.

 

Wasserkraftanlage

Bild: Facebook

Selbst kleine Wasserkraftanlagen sind für den Aufstieg von Wanderfischen ein erhebliches Hindernis.

 

Damit stehen Wasserkraftwerke im kompletten Gegensatz zur von der EU geforderten Biodiversität bei freifließenden Flüssen. Der Beitrag von Wasserkraft zu nachhaltigen  Energieformen ist unbedeutend. Selbst wenn alle 5.500 Kraftwerke, die noch in Europa betrieben werden auf Höchstleistung laufen würden, würde der Anteil von Wasserkraft  nur auch 11.2 und 13.9 Prozent betragen – und das alles auf Kosten des ökologischen Süßwasser-Systems und der Wanderfische wie Atlantischem Lachs, Meerforellen, Finten und anderer Fischarten.

Flüsse sollen soziale Treffpunkte sein

Auch der finanzielle Vorteil der Wasserkraft gegenüber anderen Energieformen ist nicht mehr gegeben, weil die Kosten von Sonnenenergie, Wind und für verschiedenen Formen der Energiespeicherung rapide sinken. In Großbritannien wird Wasserkraft in kleinerem Maßstab betrieben als in der EU. Dabei hat man die Gesundheit des ganzen Flusses im Auge und man will ein Ökosystem schaffen, wo Lachse und Meerforellen ohne Hindernis die Flüsse bis zu ihren Laichgründen aufsteigen können. Flüsse sollen die Basis für soziale Entwicklung sein und ihr Nutzen sollte allen dienen. Es macht keinen Sinn, eine Wasserkraft-Anlage mit Elektrizität zu betreiben, wenn dieses die Menschen bedroht. Ein gesunder Fluss liefert Trinkwasser, kühlt die angrenzenden Städte und Dörfer, liefert Badestellen und lange Spaziergänge entlang seiner Ufer.

Weitere Infos: https://www.missingsalmonalliance.org/

https://eeb.org/en/library/no-more-new-hydropower-in-europe-a-manifesto/

 

Quelle: Angling Trust 


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