Um die sinkenden Fischbestände im Bodensee zu schützen, setzen die Behörden nun auf Unterstützung aus der Luft: Drohnen gegen Kormorane. Wie das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium mitteilt, verlief ein erster Drohnen-Testflug erfolgreich. Ziel des Projekts ist es, die Bestände des fischfressenden Vogels zu regulieren und damit bedrohte Fischarten zu schützen. Zum Einsatz kam eine spezielle Agrardrohne, ausgestattet mit einem rund fünf Meter langen Karbon-Auslegearm. Mit dieser Technik wurden mehrere Kormorannester im Naturschutzgebiet Halbinsel Mettnau am Untersee gezielt angeflogen.
Öl stoppt Entwicklung der Eier
Durch das besprühen der Eier mit einem Öl wird der Gasaustausch unterbunden, die Embryonen entwickeln sich nicht weiter. Die Störung der Kolonie blieb minimal. Innerhalb von nur 15 Minuten waren vier Nester bearbeitet. Laut Ministerium verließen die Kormorane ihre Plätze erst, als die Drohne direkt am Nest war, und kehrten unmittelbar nach dem Abflug zurück. Auch die Nachbarn blieben gelassen – andere Arten zeigten sich von dem lautlosen Flugobjekt nahezu unbeeindruckt.
Schutz für gefährdete Fischarten
Der Kormoran ist am Bodensee ein massiver Faktor für den Rückgang von Fischarten. Das Projekt ist Teil eines EU-geförderten Programms zum Fischartenschutz, das insgesamt 900.000 Euro zur Verfügung stellt. Ziel ist es, den Druck von gefährdeten Arten wie Äsche, Nase, Strömer, Bitterling, Groppe und Bachneunauge zu nehmen.
Drohnen gegen Kormorane: Wie geht es jetzt weiter?
Die Ergebnisse des Drohneneinsatzes werden nun genau ausgewertet. Sollten die Analysen positiv ausfallen, plant das Ministerium bereits den flächendeckenden Einsatz der Drohnentechnik, um auch größere Kormorankolonien effektiv zu regulieren.
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