Delfin-Tratsch: Auch Meeressäuger geben sich Namen

Der Delfin ist ein hochintelligentes Meeressäugetier. Forscher untersuchten die Kommunikation der Großen Tümmler. Nun scheint es, als würden sich Delfine sogar mit Namen ansprechen.

Delfine verfügen über eine komplett und hoch entwickelte Form der Kommunikation. Foto: Pixabay

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Delfine verfügen über eine komplexe und hoch entwickelte Form der Kommunikation.

Delfine gehören als Mitglieder der Säugetiere zu den intelligentesten Tieren unseres Planeten. Dass die Tiere dabei über verschiedene Pfeif- und Klicklaute kommunizieren, ist schon länger bekannt. Ein Forscherteam aus den USA hat sich nun etwas mehr mit der Sprache der Tiere befasst. Wer hätte gedacht, dass sich Delfine untereinander sogar mit Namen ansprechen?

Clevere Meeressäuger: der Große Tümmler

Als großen Tümmler bezeichnet man eine weit verbreitete Art von Delfinen. Diese kommen in allen Ozeanen vor und erreichen eine Größe von zwei bis vier Metern. Weltbekannt wurde diese Tierart unter anderem auch durch die Serie „Flipper“. Delfine verfügen über ein ausgesprochen gut entwickeltes Gehirn und könnten uns Menschen in Sachen Intelligenz kaum nachstehen. Auch die Kommunikation von Delfinen ist hoch entwickelt und komplex.

Innerhalb der ersten Monate nach der Geburt erfinden die Tiere ihren eigene, unverkennbare Abfolge von Pfeiftönen. Diese Töne nutzen Delfine, um sich unter Wasser ihre Position mitzuteilen und sich zu begrüßen. Delfine können die Tonabfolge eines anderen Delfins auch bewusst nachahmen, um gezielt dieses Tier anzusprechen. Die Funktion dieser Pfeif-Signatur scheint also weitestgehend der eines Namens zu entsprechen.

Wenn wir den Namen einen uns bekannten Person hören, so denken wir vielleicht an diese Person und sehen sie vor unserem geistigen Auge. Dasselbe könnte passieren, wenn wir irgendwo das Parfüm riechen, dass diese Person immer trägt. Die Forscher stellten sich nun die Frage, wenn ein Delfin die individuelle Pfeif-Signatur eines ihm bekannten Tieres hört, denkt er dann  an dieses Tier? Haben Delfine also auch eine komplexe Vorstellung ihrer „Freunde“ gespeichert, ähnlich wie wir Menschen?

So erkennen sich Delfine am Namen und am Geruch

Vor Hawaii wurden Delfine manchmal dabei beobachtet, wie sie mit geöffnetem Maul durch den Urin von anderen Individuen schwimmen. Man vermutet, dass die Tiere so den Geruch des anderen wahrnehmen können – riechen im traditionellen Sinn können Delfine unter Wasser nämlich nicht. Mit diesen Beobachtungen als Basis wurden kleine Mengen an Delfin-Urin ins Wasser einer Lagune eingebracht, wo sich Delfine aufhielten.

Die Proben stammten von Delfinen aus geführter Versorgung. Auf diese Praxis reagierten die Tiere erfreut und schwammen durch die „Urinwolke“. Die Experimente zeigten, dass sich die Delfine dabei etwa doppelt so lange in der „Wolke“ blieben, wenn es sich um Urin eines ihnen bekannten Tieres handelte – der erste Hinweis darauf, dass die Tiere sich am Geruch erkennen können.

Im zweiten Teil des Experiments präsentierten die Forscher den Tieren ebenfalls Urinproben. Dazu wurden über einen Unterwasser-Lautsprecher die Signatur-Pfeiftöne von Delfinen vorgespielt. Dabei handelte es sich teils um die Töne des Tieres von dem auch der Urin stammte, teils war die Urinprobe von einem anderen Tier. Stammten Geräusch und Geruch von demselben Tier, blieben die Versuchstiere länger an Ort und Stelle. Dies liefert Hinweise darauf, dass auch Delfine Namen und Geruch eines bekannten Tieres in Verbindung bringen können.

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Komplex und mysteriös: Die Sprache der Delfine wirft weitere Fragen auf

Das wirklich Interessante daran ist, dass die Tiere nicht nur in der Lage sind, physische Aspekte miteinander in Verbindung zu bringen, etwa wie Aussehen mit Geruch. Stattdessen vermögen die Tiere, anhand eines selbsterfundenen, abstrakten Geräusches auf den Geruch eines bekannten Tieres zu schließen.

Die Ergebnisse der Forschung zeigen, dass sich Delfine über Namen zuordnen können. Dies wurde bisher in keiner anderen Tierart dokumentiert. Diese Erkenntnisse  eröffnen die Möglichkeit, dass Delfine sich so auch über andere Individuen „unterhalten“, oder darauf Bezug nehmen können, auch wenn diese in dem Moment nicht anwesend sind. Also Tratsch im Tierreich.

Die individuellen Preif-Signaturen der Großen Tümmler sind bisher der einer Sprache am meisten ähnlich sehende Aspekt der Delfin-Kommunikation. Die Wissenschaft hat jedoch bisher nur wenige der vielen Geräusche der Meeressäuger und die Bedeutung davon für die Kommunikation der Tiere entschlüsselt. So bleibt noch genug Arbeit für zukünftige Forschung, bis die Sprache der Delfine vollständig von uns verstanden wird.

Quelle: The Conversation


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