Ansteckende Blutarmut der Lachse in Island ausgebrochen

Auf einer Fischfarm in Island kam es zum ersten Mal zu einem Ausbruch der Ansteckenden Blutarmut der Lachse. Ein Gehege musste notgeschlachtet werden.

Fischfarmen sind eine große Bedrohung für die Wildbestände und ein Brutherd für Krankheiten wie die Ansteckende Blutarmut der Lachse. (Symbolfoto) Foto: R. Korn

Bild: R. Korn

Fischfarmen sind eine große Bedrohung für die Wildbestände und ein Brutherd für Krankheiten wie die Ansteckende Blutarmut der Lachse. (Symbolfoto)

Wie das Isländische Amt für Nahrung und Tierhaltung (Matvælastofnun, kurz MAST) berichtete, kam es Ende November zu einem Ausbruch der Ansteckenden Blutarmut der Lachse. Dabei handelt es sich um eine hochinfektiöse und tödliche Krankheit, die bestimmte Salmoniden befällt. Die Behörde wies das Virus zum ersten Mal auf Island nach.

Blutarmut der Lachse erstmals auf Lachsfarm in Island ausgebrochen

Die Krankheit brach auf einer Fischfarm im Reyðarfjörður Fjord im Osten Islands aus, die von der Firma Laxar fiskeldi betrieben wird. Um sicherzugehen, dass es sich um die Ansteckende Blutarmut der Lachse handelt, will die Behörde noch weitere Tests durchführen. Die Betreiber der Farm haben sich bereits dazu entschieden, alle Lachse in dem betroffenen Gehege notzuschlachten. Die Gefahr, dass das Virus auf andere Fische überspringt, wäre ansonsten groß.

Derzeit weisen die Fische in anderen Gehegen noch keine Symptome der Blutarmut der Lachse auf. In den kommenden Wochen und Monaten werden die Betreiber sie jedoch gründlich überwachen, um einen Ausbruch zu verhindern.

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Krankheit ist weltweit auf Lachsfarmen verbreitet

Die Ansteckende Blutarmut der Lachse (Infectious Salmon Anaemia, kurz ISA) ist eine infektiöse Viruskrankheit, die bestimmte Lachsarten befällt. Infizierte Fische weisen eine stark verringerte Zahl von roten Blutkörperchen auf und bluten aus punktförmigen Wunden. Die Blutarmut, auch „Lachsgrippe“ genannt, ist für den Menschen harmlos. Eine gutartige Variante des Erregers kommt in fast allen Lachsartigen der Welt vor, die Krankheit wird durch eine Mutation übertragen.

Nachgewiesen wurde die Blutarmut der Lachse erstmal 1984 in einer norwegischen Lachsfarm. Danach trat sie rund um den Globus auf, darunter in Kanada, den USA, Chile, Schottland und Irland. Hauptsächlich infizierten sich Atlantische Lachse, in Chile traf es einen Bestand von Silberlachsen.

In Deutschland ist die Krankheit eine anzeigepflichtige Tierseuche, aufgetreten ist sie hierzulande allerdings noch nicht. Ist ein Bestand von der Blutarmut der Lachse befallen, schreibt das EU-Recht vor, ihn vollständig zu töten. Momentan ist dies die einzige Maßnahme, um eine Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Lachsfarmen stehen in der Kritik

Die industrielle Zucht von Lachsen steht weltweit in der Kritik, so auch in Island. Der North Atlantic Salmon Fund (NASF) befürchtet, dass die Fischindustrie in Island dazu führen wird, dass natürliche Bestände und Lebensräume zerstört werden. Er plädiert für ein Ende der Haltung der Lachse in offenen Fischgehegen.

 

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Quellen: Iceland Review, NASF

 


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