Atmung von Fischen: Darum ersticken die Flossenträger an der Luft

Die Luft enthält deutlich mehr Sauerstoff als Wasser. Doch warum können dann Fische nicht an Land überleben? Wir geben Dir hier die wichtigsten Antworten über die Atmung von Fischen.

Atmung von Fischen: Dieser Karpfen schnappt an der Oberfläche nicht nach Luft, sondern nach Nahrung. Die Sauerstoffaufnahme findet Unterwasser mittels der Kiemen statt. Foto: BLINKER

Dieser Karpfen schnappt an der Oberfläche nicht nach Luft, sondern nach Nahrung. Die Sauerstoffaufnahme findet Unterwasser mittels der Kiemen statt. Foto: BLINKER

Der Sauerstoffgehalt in der Luft ist deutlich höher als im Wasser. Doch warum können Fische dann nicht auch an der Luft atmen? Zunächst einmal haben Fische keine Lunge, sondern atmen mit ihren Kiemen. Und genau in diesem Organ liegt das Geheimnis der Sauerstoffaufnahme. Denn mit diesen nehmen sie nicht nur Sauerstoff auf, sondern stoßen auch Kohlendioxid und stickstoffhaltiges Ammoniak ab. Und das geschieht während eines Atemvorganges, sprich mit einem Zug wird der Körper mit Sauerstoff versorgt und im gleichen Zuge werden Schadstoffe abgegeben.

Wenn nun sauerstoffreiches Wasser an den Kiemen entlang strömt, nehmen diese den Sauerstoff auf und transportieren ihn in den Blutkreislauf. Sollte der Fisch sich nun außerhalb des Wasser befinden, kann er das wasserlösliche und für ihn schädliche Ammoniak nicht mehr vollständig abgeben. Er würde also vergiften und daran sterben. Doch bevor dieser Effekt eintritt, kommt es eher zur Austrocknung der sehr dünnen Membranen der Kiemenlamellen. Dadurch wird die Aufnahme von Sauerstoff verhindert und der Fisch erstickt. Wie lange dieser Prozess dauert, bis die Kiemen austrocknen, hängt von Temperatur, Umgebung, Wind etc. ab.

Da der Sauerstoffgehalt im Wasser im Gegensatz zur Luft deutlich geringer ist, haben Fische solche große Kiemen, damit sie bis zu 90 Prozent Sauerstoff aufnehmen können. Foto: BLINKER/Jagusch

Da der Sauerstoffgehalt im Wasser im Gegensatz zur Luft deutlich geringer ist, haben Fische solche große Kiemen, damit sie bis zu 90 Prozent Sauerstoff aufnehmen können. Foto: BLINKER/Jagusch

Atmung von Fischen – Ausnahmefälle

Es gibt jedoch auch Ausnahmen, bei denen dieser Prozess deutlich verlängert wird. So zum Beispiel der Aal. Ihm wird nachgesagt, er kann auch über Land wandern. Doch wie schafft es das, wenn ihm an Land der Erstickungstod droht? Diese Fische können sich bei ihren Landgängen über die Haut mit Sauerstoff versorgen – und das über mehrere Stunden! Die Umgebung sollte dabei jedoch nicht einem Wüstenklima ähneln, sondern kühl und feucht sein. Unter diesen Bedingungen können sie so auch weite Strecken an Land zurücklegen, ohne das sie ersticken. Die Schadstoffe in ihrem Körper werden dabei mittels Harnstoff über Kiemen und Schleimhaut abgegeben.

Ebenso existieren in der Natur sogenannte Lungenfische. Wie hier der Name verrät, atmen diese Fische nicht nur mit Kiemen, sondern auch mit einer Lunge. So können sie auch in sehr sauerstoffarmen Gewässern überleben weil sie sich dort den benötigen Sauerstoff von der Wasseroberfläche holen.

 

 

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