Warum trübt sich das Display beim Echolot

Man sitzt im Boot, starrt den Bildschirm seines Echolotes an – und sieht kein Bild. Nur die vernebelte, milchige Glasscheibe. Verzweifelte Versuche, den unangenehmen Dunst mit Taschentuch wegzuwischen, schlagen fehl. Der Beschlag ist nämlich auf der anderen Seite. Im Inneren des Gerätes. Wir sind machtlos und gezwungen, unser Gerät beim Händler zur Reparatur abzugeben.

Im günstigen Fall ist die Garantie noch nicht abgelaufen. Mit den Kosten der Instandsetzung, die bei den betreffenden Echoloten ausschließlich in den Vereinigten Staaten durchgeführt wird, ist der Kunde – falls es keine Garantie mehr vorliegt – in bestimmten Fällen enorm belastet. Wenn der Händler in der Garantiezeit kein Ersatzgerät parat hat, muss der Kunde eventuell mit einem Sonar anderen Typs zufrieden gestellt werden. Er muss sich dann mit der Bedienung des unbekannten Gerätes vertraut machen. Oder er wartet. In einigen Fällen sogar verhältnismäßig lange. Dabei ist das Problem des beschlagenen Displays – in der Echolotsprache „Fogging“ – gar nicht mal so tragisch. Vorangetrieben von einem Hauch von Pioniergeist ist es mir gelungen, solche Fogging-Geräte innerhalb kürzester Zeit zu erneuern. Der Kunde kann sein Gerät in vier Tagen – davon beansprucht die Deutsche Post drei – wieder einsetzen. Die Probleme sind in den meisten Fällen auf Produktionsfehler beim Hersteller zurückzuführen. Und zwar entweder in der Phase der Befüllung der Geräte mit Stickstoff oder bei der Abdichtung des Gehäuses, wobei die Abdichtungsfehler ziemlich selten vorkommen. Bei den von mir reparierten Geräten waren lediglich einige, wo die eingesetzte Dichtung werkseitig sichtbar verdreht war. Die Hauptursache bleibt die mangelhafte Gasbefüllung. Diese These des Produktionsfehlers lässt sich dadurch bestätigen, dass die Fogging-Probleme bereits in der frühen Phase der Benutzung auftreten. Ich habe selten Echolote in der Hand gehabt, bei denen derartige Störungen erst nach 1 bis 2 Jahren wegen des vermeindlichen Alterungsprozesses der Dichtung aufgetreten waren. Eine dritte und leider häufige Ursache ist, dass einige Kollegen mit reichlich Heimwerkerblut in den Adern, bei Funktionsstörungen des Gerätes zu leicht und unüberlegt zum Schraubenzieher greifen und die Kiste öffnen. Fataler Fehler! Ohne Gasfüllung ist die Beschlagbildung auf der Innenseite des Displays so gut wie vorprogrammiert. Eine Neubefüllung ist unvermeindlich. Ich vertrete die Meinung, dass es bessere Gase gibt als Stickstoff. Er ist zu leicht, entweicht daher schnell aus dem Geräteinneren, falls das Gehäuse doch undicht ist oder wird. Er vermischt sich außerdem leicht mit der Luft, anstatt sie vom Gehäuse fernzuhalten. Die Wahl des Gases hat beim Hersteller meiner Meinung nach keine physikalischen sondern finanzielle Gründe. Stickstoff ist sehr preiswert, in der Massenproduktion von Echoloten zählt er daher zu den Faktoren, die für den Hersteller, der jährlich einige Millionen Echolote vom Band laufen lässt, bestimmt nicht ohne Bedeutung sind. Im Herbst vergangenen Jahres konstruierte ich eine Refill-Anlage, die bereits im Dezember mit Hilfe meines technisch versierten Freundes Karl-Heinz, auch gebaut wurde. Nach einigen Korrekturen und Abstimmungen des Prozesses funktioniert sie endlich einwandfrei. In Zusammenarbeit mit der autorisierten Lowrance/Eagle Importeur Think Big in Dortmund, wurden bereits Geräte mit Erfolg erneuert. Es liegt mir fern, den Leser mit technischen Einzelheiten zu langweilen, deshalb verzichte ich auf die Beschreibung der Gesamtprozedur. Nur so viel zum Thema: im Gegensatz zu anderen Experimenten, die von einigen europäischen Händlern und Privatpersonen durchgeführt wurden, verwende ich ein Gas, das wesentlich bessere physikalische Eigenschaften als Stickstoff besitzt und verzichte auf Druck, der die Dichtungen auf Dauer unnötig belastet, daher zwangsweise beschädigt. Die Drucklose Befüllung hat zwar ihre Tücken, die habe ich aber bereits gemeistert. Abgesehen von einigen äußerst wichtigen und entscheidenden Details während des Reparaturprozesses, in dem zahlreiche Bestandteile und Gesetze der Physik die eigentliche Hauptrolle spielen, ist der Ablauf – trotz seiner Komplexität – verblüffend einfach. Dadurch kann ich die Kosten für die Kunden weit unter dem Niveau des Herstellers halten. Da die Eingriffe äußerst behutsam sind – keine Teile des Motherboards und der empfindlichen Elektronik werden berührt und der Eingriff erfolg ohne Spuren zu hinterlassen – übernehme ich sogar Geräte – selbstverständlich unter voller Gewährleistung – die noch in der Garantiezeit Fogging-Probleme aufweisen.


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