Bei der öffentlichen Abstimmung setzte sich die Karausche gegen den Nordseeschnäpel und das Flussneunauge durch. Die Wahl hebt eine Art hervor, die wohl fast jedem Angler bekannt ist, aber in der freien Natur mit massiven Problemen zu kämpfen hat. Das Ergebnis der Abstimmung: Der „Fisch des Jahres“ wird seit 2023 in einer öffentlichen Online-Abstimmung gewählt. Unter den 8.200 gültigen Stimmen ging für 2027 die Karausche als Siegerin hervor: Karausche 59,07 %, Flussneunauge 24,77 %, Nordseeschnäpel 16,16 %. Die Karausche war bereits 2010 Fisch des Jahres.
Extrem widerstandsfähig, aber stark bedroht
Die Karausche – oft auch liebevoll als Moorkarpfen bezeichnet – ist ein wahrer Überlebenskünstler. Sie besiedelt flache, stark verunkrautete Stillgewässer, kleine Tümpel und Altwässer. Das Erstaunliche an dieser Art: Sie hält selbst extrem niedrigen Sauerstoffgehalten stand und kann sogar in den Wintermonaten durch spezielle Stoffwechselprozesse in eisbedeckten, fast sauerstofffreien Gewässern überleben. Doch trotz dieser Anpassungsfähigkeit schrumpfen die Bestände der einheimischen Karausche in ganz Deutschland und Mitteleuropa seit Jahren dramatisch. Die Hauptgründe für den Rückgang:
Lebensraumverlust: Verlandung, Trockenlegung und das Entwässern von Kleingewässern und Altwässern entziehen der Karausche ihre natürlichen Bruthöhlen und Rückzugsorte.
Invasive Konkurrenz: Vor allem der nahe verwandte Giebel (Carassius gibelio) sowie der Giebel-Abkömmling Goldfisch breiten sich aus. Sie verdrängen die einheimische Karausche durch Nahrungskonkurrenz und ungewollte Kreuzungen.
Signal für den Schutz von Kleingewässern
Zusammen mit der Ernennung der Karausche zum Fisch des Jahres 2027 möchten der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und darüber hinaus die Gesellschaft für Ichthyologie (GfI) verdeutlichen, dass sowohl der Erhalt als auch die Renaturierung von Kleingewässern, Dorfteichen und Altwässern für den Artenschutz von zentraler Bedeutung sind. Dementsprechend bietet das Jahr 2027 nicht nur eine Plattform für den Gewässerschutz, sondern eröffnet Anglern wie auch Vereinen eine ideale Möglichkeit, um eigene Besatz- und Schutzmaßnahmen umzusetzen sowie den Bestand der reinrassigen heimischen Karausche nachhaltig zu sichern.

Bild: DAFV/Stephan Höferer
Dieses Exemplar ist bei der Karausche schon als kapital zu bezeichnen.
Das offizielle DAFV-Taschenmesser zum Fisch des Jahres 2027
Wie in jedem Jahr begleitet den Fisch des Jahres auch wieder das beliebte DAFV-Sammlermesser. Das offizielle Taschenmesser 2027 wird mit einem Griff aus edlem Zebraholz gefertigt und trägt die Gravur der Karausche. Vorbestellungen für das limitierte Sammlerstück sind ab sofort möglich.






