Laute oder leise Wobbler?

Was fängt besser: Laute Wobbler mit Rasselkugeln im Inneren oder leise Modelle ohne Kugeln? Wir zeigen hier, worauf es dabei ankommt.

Laut leise

Bild: AW

Lauter und leiser Wobbler im Vergleich: Der Slick Stick von Fox Rage (oben) ist durch Metallkugeln im Inneren gut hörbar. Beim Rapala Original Floater aus Balsaholz klappern höchstens die Drillinge

Unterschiedliche Modelle

Köder wie Wobbler, Jerkbaits und Stickbaits gehören zur Kategorie der Hardbaits. Gemeint sind damit alle Köder aus hartem Kunststoff. Sie sind also genau das Gegenteil von sogenannten Softbaits, also Ködern aus weichem Gummi. Und dann gibt es noch die sogenannten Hybrid-Köder, die sowohl Teile aus festem Kunststoff und weichem Gummi haben. Und obwohl Metallköder wie Blinker, Spinner und Pilker auch hart sind, laufen sie nicht unter dem Oberbegriff Hardbaits. In welche Kategorien Kunstköder eingeteilt werden können, soll hier aber gar nicht das Thema sein. Hier geht es um laute und leise Köder. Und da wären wir wieder bei den Hardbaits. Denn da gibt es viele Modelle, die im Inneren mit beweglichen Kugeln ausgestattet sind, die beim Lauf des Köders Geräusche erzeugen. Deshalb werden solche Köder als laute Wobbler bezeichnet (Rattle-Baits). Da alle Hardbaits ohne solche Kugeln keine solche Geräusche machen, sondern höchstens die Drillinge etwas klappern, zählen sie zu den leisen Ködern (Silent-Baits).

Laute Reizerzeugung

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was durch das Rasseln bewirkt werden soll? Natürliche Geräusche, die die Raubfische mit Beutefischen in Verbindung bringen könnten, sind das ja nicht. Während alle Kunstköder durch ihre Bewegung Druckwellen erzeugen, die die Fische über ihre empfindliche Seitenlinie wahrnehmen können, entstehen durch das Rasseln noch zusätzliche akustische Reize. Es geht bei Rasselkugeln also um eine Reizsteigerung, damit die Raubfische besser und schneller auf den Köder aufmerksam werden, und ihn dann im Optimalfall auch attackieren. Und auch da steht die berechtigte Frage im Raum, ob die Fische durch das Rasseln auch wirklich angelockt werden? Denn theoretisch könnte das laute Rasseln ja auch eine abschreckende Wirkung haben. Tatsache ist aber, dass viele Raubfische durch das laute Rasseln der Wobbler nachweislich zum Beißen animiert werden. Es gibt sogar kleine Rasselkapseln, die man in Gummifische drücken kann, damit auch die Rasselgeräusche erzeugen.

Oft sehr gut

Die Wirkung des Rasselns kann man im weitesten Sinn mit grellen Köderfarben vergleichen. Obwohl es Schockfarben wie Fluogrün oder Orange in der Natur in dieser Form ja gar nicht gibt, sind sie oftmals aber extrem fängig. Aber es gibt auch Gewässer, da kommen grelle Farben nicht so gut bei den Fischen an, da sind eher gedeckte Dekore fängig. Und genauso verhält es sich auch bei lauten und leisen Ködern: Es gibt Gewässer und Tage, das ist weniger mehr. Das sind statt lauten Ködern eher leise Modelle angesagt. Das heißt, dass „Krachmacher“ nicht pauschal immer besser sind. Wie bei allen Ködern muss man immer ausprobieren, was die Fische gerade bevorzugen. Deshalb ist es sinnvoll, immer sowohl laute als auch leise Wobbler in der Box zu haben.

Flugverhalten der Wobbler

Bei modernen Hardbaits haben die Kugeln im Körper aber noch eine zweite ganz wichtige Funktion. Indem sie beim Wurf ins Hinterteil des Köders rutschen, verlagert sich nämlich auch dessen Schwerpunkt nach hinten, so dass er sich viel besser und weiter werfen lässt. Solche einzelnen Schwerpunktgewichte rutschen im Wobbler hin und her und erzeugen eher laute Klackgeräusche. Durch mehrere lose Kugeln werden dagegen die klassischen Rasselgeräusche erzeugt. Je nach Menge und Durchmesser der Kugeln können das helle oder auch dunke Tonlagen sein. Was unterm Strich die beste Wirkung hat, ist wie bei allen Ködertypen und Köderfarben auch eine Glaubens- und Vertrauensfrage. Wie gut aktuell auf Hardbaits gefangen wird, kann man sehr gut an den Fangmeldungen der AngelMasters verfolgen.

 

Wobbler

Bild: Hartwich

Bei diesem Wobbler kann man gut erkennen, dass sich zwei Kugeln in zwei Kammern befinden und dort ordentlich Rasselgeräusche erzeugen.

Rassel

Bild: AW

Hier bewegen sich die Gewichte in einem Kanal und rutschen beim Wurf nach hinten. Dadurch entstehen Klackgeräusche.

Laut leise

Bild: AW

Lauter und leiser Wobbler im Vergleich: Der Slick Stick von Fox Rage (oben) ist durch Metallkugeln im Inneren gut hörbar. Beim Rapala Original Floater aus Balsaholz klappern höchstens die Drillinge

Kapsel

Bild: Schlichting

Es gibt auch kleine Rasselkapseln für Gummifische.

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