Bikepacking: Angeln, Rad und Campen

Beim Bikepacking geht es mit dem Fahrrad in die Natur, Übernachtung im Zelt inklusive. Für Angler bietet das hervorragende Gelegenheiten, abgelegene Gewässer zu besuchen.

Bikepacking Zelt See

Bild: Adobe Stock / pikoso.kz

Bikepacking it die Kombination aus Radtour und Camping – Angeln lässt sich ebenso gut integrieren.

Bikepacking ist ein Trend der letzten Jahre. Kurz gesagt ist Bikepacking das Pendant zum Backpacking (Reisen mit dem Rucksack), nämlich eine Kombination aus Fahrradfahren und Camping. Zum einen sind es die Fahrräder selbst, die sich in den letzten Jahren weiterentwickelt haben. So entstand das Gravelbike als Kompromiss zwischen Rennrad, das nur auf Asphalt wirklich zuhause ist und Mountainbike, welches auf langen Strecken und Asphalt eher träge und unkomfortabel ist als flotte Universallösung für lange Strecken und leichteres Gelände. Im Grunde ist ein Gravelbike nichts anderes als ein Rennrad mit Offroad-Bereifung.

Mtb Bike Packing

Bild: J. Müller

Es muss nicht immer das moderne Gravelbike sein: Mit ein paar Trägern und Taschen lässt sich (fast) jedes Fahrrad für Bikepacking aufrüsten. Hier wurde aus einem Retro-Mountabike ein echtes Offroad Bikepacking Rad.

Parallel zum Gravelbike hat sich das Bikepacking entwickelt. Durch raffinierte, moderne Gepäcksysteme lässt sich an vielen Punkten am Rad Gepäck anbringen. Gepäckträger über dem Hinterrad, Systeme an Gabel und Lenker, Rahmentaschen und viele weitere Optionen erlauben genug Stauraum, um alles Nötige mit dem Rad zu transportieren, was man für mehrtägige Touren inklusive Übernachtung benötigt. Und das Ganze im Idealfall sogar, ohne auf einen Rucksack angewiesen zu sein. Alles findet am Rad Platz und lässt sich so komfortabel selbst über weite Strecken und im Gelände transportieren. Übrigens für eine Bikepacking Tour braucht man nicht zwingend ein modernes und teures Gravelbike. Fast jedes Fahrrad lässt sich mit ein paar Gepäckträgern und Taschen zu einem Bikepacking-Fahrrad umrüsten.

Gepäck für Bikepacking und Angeln: Kompakt und leicht sollte es sein

Auch wenn moderne Gepäcksysteme in Summe sogar recht viel Stauraum bieten, ist der Platz am Rad insgesamt dennoch begrenzt. Besonders beim Bergauffahren spielt auch das Gewicht eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wer eine mehrtägige Bikepacking Tour plant, sollte sich also auf das Nötigste beschränken. Um Gewicht und Volumen gering zu halten, gibt es im Outdoorbereich auch das passende Camping-Zubehör: besonders kleine und leichte Isomatten, Schlafsäcke – und auch spezielle Bikepacking Zelte.

Bikepacking: Wie gemacht für Angler

Beim Bikepacking bewegt man sich völlig autark – nach Wunsch auch abseits echter Straßen, vollkommen in der Natur im Gelände und weit ab vom Trubel des Alltags. Das ist nicht nur entspannend, man erreicht nebenbei auch Gewässer und Spots, an die man mit dem Auto nie herankäme. Brandenburg beispielweise lockt mit einer riesigen Anzahl an Seen und Gewässersytemen, die man perfekt mit dem Rad erkunden kann. Außerdem darf man in Brandenburg eine Nacht in der Natur campen, sofern man mit Muskelkraft unterwegs ist, darunter fällt auch das Bikepacking. Bikepacking und Angeln lässt sich also perfekt kombinieren.

Bikepacking Szenerie

Bild: J. Müller

Ein Offroadtaugliches Fahrrad trägt einen auch an abgelegene Spots, fernab vom Trubel und oft mit guten Fangchancen!

Man begibt sich nur mit Fahrrad, Muskelkraft und dem Nötigsten in die Natur. Ursprünglicher kann Angeln eigentlich kaum sein! Außerdem bekommt der Angelausflug so zusätzlich eine sportliche Komponente. Je nach Gepäckmenge und sportlicher Kondition lassen sich verschiedenste Touren planen. Ob man die ganze Strecke mit dem Rad fährt, oder zunächst mit dem Zug oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist und nur die letzten Kilometer zum Gewässer mit dem Rad überbrückt, das bleibt einem selbst überlassen.

Bikepacking und Angeln: Die Sache mit dem Rucksack

Generell ist ein Rucksack beim Bikepacking eher hinderlich. Wenn man aber nicht unbedingt auf Teufel komm raus „Kilometer schrubben“ möchte, sondern nur einen kleinen Ausstieg aus dem Alltag und eine Nacht an einem Natursee mit etwas Angeln plant, ist ein Rucksack noch akzeptabel. Die Faustregel ist: Je kürzer die geplante Strecke, desto schwerer und unkomfortabler kann das Gepäck sein. Wirklich kurzgeteilte Kescher und Reiseruten finden oft sogar am Rad Platz.

Bei längeren Ausrüstungsgegenständen wie zweiteiligen Ruten, längeren Kescherstilen oder Rutenablagen wird es aber oftmals schwierig. Hier kommt man um einen Rucksack kaum herum. Am besten sind bei den Rucksäcken Modelle, die seitliche Schlaufen besitzen oder flexible Ösen. Dort kann man lange Ausrüstungsteile vertikal festzurren, sodass das Ganze beim Radfahren nicht großartig stört. Eine große Hilfe sind hierfür Klettschlaufen. Wichtig ist auch: Schwere Ausrüstungsteile sollten möglichst am Rad untergebracht werden, damit der Rucksack nicht unnötig schwer wird.

Rucksack Schlaufen

Bild: J. Müller

Falls nötig bietet ein Rucksack zusätzlichen Stauraum. Mit seitlichen Schlaufen lassen sich beim Bikepacking auch besonders lange Ausrüstungsgegenstände zum Angeln relativ komfortabel transportieren.

Spinnangeln: Ideal vom Fahrrad aus

Wie auch beim restlichen Gepäck beim Bikepacking, gilt auch für die Ausrüstung zum Angeln: Weniger ist mehr! Jedes Extrakilo spürt man im Laufe der Kilometer. Am besten ist daher für Bikepacker das Spinnangeln geeignet. Hier kommt man mit dem wenigsten Material aus: Eine Rute mit Rolle, ein kompakter Kescher, eine kleine Köderbox, etwas Ersatzmaterial, Lösezange, Schere, Maßband und Messer und schon steht die reisefreundliche Spinnausrüstung.

Das heißt aber nicht, dass man nur auf das Spinnangeln beschränkt ist. Im Prinzip lässt sich jede Angeltechnik auch mit dem Rad ausführen, nur sollte man das Material immer im Blick behalten und muss sich ggfalls etwas einschränken. An dieser Stelle mal Hand aufs Herz: Wie viel der Ausrüstung, die wir so im Schnitt ans Wasser schleppen, benötigen wir auch WIRKLICH? Am Ende ist es aber kein Problem, sogar eine kompakte Ausrüstung zum Karpfenangeln mit dem Rad zu transportieren. Nur auf die ausufernde Futterkampagne mit 10kg Boilies muss man dann eben verzichten.

Bikepacking Zelt im Test: Tiger Wall UL2 von Big Agnes

Eine der schwersten Gegenstände beim Campen ist und bleibt das Zelt. Speziell für das Bikepacking gibt es besonders kompakte und leichte Modelle, die fast überall am Rad Platz finden und einem während der Nacht eine gemütliche Unterkunft bieten.

Bikepacking Zelt Big Agnes

Bild: J. Müller

Das Tiger Wall UL2 ist der perfekte Begleiter auf Bikepacking-Touren.

Das Tiger Wall UL2 von Big Agnes ist genau ein solches Zelt, welches für Anwendungen wie das Bikepacking optimiert wurde. Das Zelt bringt es bei einem Packmaß von schmalen 46 x 13 cm auf ein Gewicht von gerade einmal 1,13 kg und bietet eine hervorragende Wasserdichtigkeit mit 1500mm Wassersäule. Somit sind auch regnerische Tage kein Problem. Als 2-Personenzelt ausgelegt, bleibt im Inneren auch genug Platz für ein wenig Gepäck oder Angelausrüstung.

UL 2 innen

Bild: J. Müller

Innen bietet das für 2 Personen ausgelegte Zelt noch etwas Stauraum für Ausrüstung neben der Matratze.

Das geringe Gewicht wird hier auch durch ein besonders leichtes Gestänge erreicht. Nebenbei geht der Aufbau besonders leicht vonstatten, dafür sorgen das raffinierte Stangendesign und auch Markierungen auf der Außenseite. Das Zelt kommt in einer robusten und wasserdichten Tasche mit passenden Schlaufen zum schnellen Einpacken und für eine flexible Befestigung am Rad.

Tigerwall UL 2 Gestänge

Bild: J. MÜller

Das raffinierte und extraleichte Stangensystem des Zeltes ermöglicht ein kleines Packmaß und einen schnellen Aufbau.

Bikepacking Zelt Big Agnes

Bild: J. Müller

Ultraleicht und klein findet das Tiger Wall UL2 sogar an der Gabel des Fahrrads Platz. In der robusten Transporttasche ist das Zelt immer gut geschützt und schnell wieder verstaut.

Tiger Wall UL2 von Big Agnes

Bikepacking/UL-Zelt für bis zu 2 Personen

Gewicht: 1130g (komplett)

Maße: 46 x 13 cm

Material:

Außenzelt + Boden: firmeneigene HyperBead™ Technologie; recyceltes 15D-Nylon-Ripstop mit 1500 mm Wassersäule, ohne bewusst zugesetzte PFAS

Innenzelt: atmungsaktives recyceltes 15D-Nylon-Ripstop und Polyester-Mesh

Gestänge: DAC Featherlite NFL Stangen

Heringe: Dirt Dagger™ UL Zeltheringe, orange eloxiert

Erhältlich bei: Big Agnes

Panorama See Bikepacking

Bild: J. Müller

Eine Hängematte ist perfekt fürs Bikepacking und Angeln, klein, leicht und super zum Chillen bis zum Biss!

Tipps fürs Bikepacking

–Weniger ist mehr: Die Ausrüstung sollte generell möglichst leicht sein

–Schwere Gegenstände am besten am Rad befestigen, Rucksäcke falls möglich vermeiden oder möglichst leicht halten

–Flickzeug/Ersatzschlauch, Reifenheber und eine kleine Pumpe verhindern Frust, wenn es doch mal mitten im Nirgendwo einen Platten gibt. Die nötigsten Werkzeuge für das Fahrrad (z.B. Schraubenschlüssel/Inbus oder Kombitool) sind ebenfalls kein Fehler

–Eine Handyhalterung am Lenker erlaubt problemloses Navigieren mit Google Maps und Co. auch während dem Fahren

–Proviant und Getränke immer möglichst nah am Übernachtungspunkt einkaufen, damit man keine weiten Strecken damit fahren muss

–Eine Beleuchtung am Rad ist ein Muss!

–Eine leichte Hängematte ist perfekt, um am See zu entspannen und dabei viel leichter und kompakter als ein Klappstuhl

–Spanngurte und Klettschlaufen sorgen dafür, dass während der Fahrt alles Gepäck am Platz bleibt.

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