Wird Meerwasser wärmer, nimmt es mehr Raum ein. Diese sogenannte thermische Expansion trägt wesentlich zum steigenden Meeresspiegel bei. Ein Forschungsteam mit Beteiligung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften hat die Ursachen für den Zeitraum von 1960 bis 2023 neu bilanziert. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Science Advances“ veröffentlicht.
Wärmeres Wasser braucht mehr Platz
Nach den Berechnungen entfielen rund 43 Prozent der Summe der erfassten Beiträge auf die Wärmeausdehnung der Ozeane. Schmelzende Gebirgsgletscher machten 27 Prozent aus, der Eisverlust Grönlands 15 Prozent und jener der Antarktis zwölf Prozent. Weitere drei Prozent gingen auf Veränderungen der Wasserspeicherung an Land zurück, etwa im Grundwasser und in Stauseen.
Damit war die thermische Expansion der größte Einzelfaktor. Zusammengenommen trug das schmelzende Eis jedoch mehr zum Anstieg bei.

Bild: pxhere
Abgase von Industrie, Autos und Flugzeugen heizen die Meere auf.
Der Meeresspiegel-Anstieg beschleunigt sich
Die Auswertung zeigt auch, dass der globale Meeresspiegel zunehmend schneller steigt. Über den gesamten Zeitraum von 1960 bis 2023 lag die durchschnittliche Rate bei rund 2,06 Millimetern pro Jahr. Für die Jahre 2005 bis 2023 ermittelten die Forscher dagegen rund 3,94 Millimeter jährlich.
Für ihre Bilanz nutzten sie unter anderem Pegelmessungen, Satellitendaten und Temperaturmessungen aus den Ozeanen. Verbesserte Messverfahren und Korrekturen helfen dabei, den beobachteten Anstieg und seine einzelnen Ursachen genauer miteinander abzugleichen.
„Wir haben da etwas in Gang gesetzt, das uns noch für Jahrhunderte beschäftigen wird. Aufhalten können wir es nur, wenn wir die Erwärmung stoppen“, sagte Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.







