1,67 Millionen Angler: So fischt Deutschland

Millionen Menschen in Deutschland gehen angeln – nicht nur wegen des Fischfangs, sondern auch, um gemeinsam Zeit in der Natur zu verbringen. Welche Fische sie am häufigsten fangen, wie Angler sich für den Naturschutz einsetzen und welche wirtschaftliche Bedeutung das Angeln hat, zeigt eine Studie des Thünen-Instituts.

So angelt Deutschland

Bild: KI_Symbolbild

Die meisten Anglerinnen und Angler in Deutschland zieht es ans Binnengewässer: Knapp 80 Prozent der insgesamt rund 1,67 Millionen Angelnden fischen dort. Deutlich weniger sind an Ostsee und Bodden sowie an der Nordsee unterwegs.

Die meisten Angler sind an Binnengewässern unterwegs

Angeln zählt zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in Deutschland. Das zeigt eine Studie des Thünen-Instituts für Ostseefischerei, für die bundesweit 150.000 Haushalte befragt wurden. Demnach gehen hierzulande rund 1,67 Millionen Menschen regelmäßig angeln, die meisten von ihnen in Binnengewässern.

Was Deutschlands Angler wirklich fangen

Besonders häufig werden Heringe und Barsche gefangen, in Binnengewässern auch die Plötze. In der Nordsee gehören Wolfsbarsch und Makrele zu den beliebtesten Zielfischen.

Die Studie zeigt außerdem, dass die Angelfischerei weiterhin eine Männerdomäne ist: Nur rund fünf Prozent der Angelnden sind Frauen.

Naturerlebnis, Erholung und Gemeinschaft

Viele Angler verbindet, dass ihnen Naturerlebnis, Erholung und Gemeinschaft ebenso wichtig sind wie der Fischfang selbst. Das zeigt sich auch daran, dass ein großer Teil der Fänge wieder freigelassen wird.

Zu den am häufigsten zurückgesetzten Arten zählen in Binnengewässern Hecht, Barsch und Zander, in der Ostsee vor allem die Meerforelle.

Je nach Gewässer kann die große Zahl der Angler jedoch den Druck auf Fischbestände erhöhen. Besonders in Binnengewässern spielt die Freizeitfischerei eine wichtige Rolle und übersteigt dort die kommerzielle Nutzung der Fischbestände. Um die Fischerei langfristig nachhaltig zu gestalten, ist es daher entscheidend, einen umfassenden Überblick über die Fänge der Angelfischerei zu gewinnen.

Angler engagieren sich für den Naturschutz

Über den Fischfang hinaus setzen sich viele Angler für den Naturschutz ein. Sie engagieren sich beispielsweise bei Aktionen, um Gewässer sauber zu halten und dort neue Lebensräume für heimische Fischarten zu schaffen.

Dazu renaturieren sie etwa begradigte Flussabschnitte, flachen Ufer ab oder platzieren große Steine und Totholz im Wasser.

Angeln ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Und ganz nebenbei kommt das Angeln auch der Wirtschaft zugute, denn pro Angeltag geben die Angler rund 22 Euro an Binnengewässern und etwa 40 Euro an der Ostsee sowie in den Boddengewässern aus.

Davon profitieren insbesondere ländliche Regionen, der Tourismus und der Fachhandel, für die diese Ausgaben einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor darstellen.

Quelle: Dr. Harry Vincent Strehlow

Weitere Informationen

Weitere Zahlen und Fakten zur Angelfischerei in Deutschland sind im Fachartikel der Thünen-Forschenden in der Zeitschrift für Fischerei zu finden.

 


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