Der Gemeinderat der niederländischen Stadt Almere hat kürzlich die Umsetzungsagenda des Richtlinienpapiers der Tier-Partei (Partij voor de Dieren) grundsätzlich überarbeitet. Darin wurde vorgeschlagen, die Genehmigungen für Angelstege für Menschen mit Behinderungen auszusitzen und der Freizeitangelei die kommunale Unterstützung zu verweigern.
Angelbeschränkende Klausel
Als die Partei für die Tiere 2022 in den Stadtrat der niederländischen Stadt Almere einzog, erreichte sie, dass eine Klausel in den Koalisationsvertrag aufgenommen wurde, die die Förderung der Freizeitfischerei untersagte. Die Tendenz, die Freizeitfischerei zunächst einzuschränken und dann abzuschaffen, indem angelbeschränkende Maßnahmen in Pachtverträge aufgenommen wurden, alarmierte den Angelsportverein HSV Almere.
In Zusammenarbeit mit der Sportvisunie, dem niederländischen Anglerverband, wurde eine strategische Vision zu einem mehrjährigen Politikplan ausgearbeitet, um die Kommunalpolitiker über den Wert der Freizeitfischerei zu informieren. Dieser Plan wurde auf verschiedene Weise umgesetzt. Dazu wurde Kontakt mit den politischen Parteien aufgenommen, zuerst schriftlich, später auch in Gesprächen mit den Fraktionen im Rathaus und im Rahmen von Redebeiträgen in Stadtratssitzungen.
Informationsdefizit trotz großem Interesse
Dabei zeigte sich, dass das Wissen über die Freizeitfischerei sehr begrenzt war, die Bevölkerung aber großes Interesse an umfassenden Informationen hatte. Mit Unterstützung der Sportvisunie machte sich der HSV Almere an die Informationsarbeit. Über die Website, Broschüren, Flyer und Gespräche mit Partnerorganisationen sowie weitere Kanäle wurde das Thema Angeln intensiv in die Öffentlichkeit getragen. Themen wie Fischwohl, bleifreies Angeln, Abfallbeseitigung, die Schaffung von Einrichtungen für spezielle Zielgruppen und der gesellschaftliche Wert des Angelns wurden angesprochen. Auch wurden die Politiker regelmäßig per Brief, über die Website und im Rahmen eines Informationsabends informiert.
Erfolg durch gute PR
Dank guter Kontakte zu lokalen Politikern konnte der HSV Almere in den Debatten im Vorfeld der letzten Kommunalwahlen sprechen. Dies führte zu erheblicher öffentlicher Aufmerksamkeit und guten Kontakten in den lokalen Medien. Auf Antrag des Gemeinderates durfte der Angelverein erneut das Wort ergreifen, als die Umsetzungsagenda zur Debatte stand. Auch deshalb entschied sich der Gemeinderat dazu, dass die Untersuchung zu angelfreien Zonen eingestellt wurde, die Gemeinde beim Bau von Stegen für Behinderte mitwirkt und der neue Pachtvertrag für die Fischereirechte unverändert bleibt.
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