Angelurlaub in Schweden: Angelparadies!

Schweden ist eines der Angelparadiese Europas – und zwar eines der (größtenteils) unberührten. Besonders große Hechte, Zander, Lachse oder Meerforellen machen Schweden zu dem, was es ist: Eines der beliebtesten Urlaubsziele für Angler.

Angler mit Hecht im bellyboot, der hecht hat einen Reins Get Ringer am Offsethaken gefressen

Bild: F. Pippardt

Ein Angelurlaub in Schweden: Sonne, das Haus am See – und der Hecht ist auch nicht allzu weit weg.

Das Land der Tausend Seen – und Tausend Seebewohner! Wer einen waschechten Angelurlaub mit Freunden verbringen will, sollte Schweden als Destination definitiv im Blick haben. In fast keinem weiteren Land bietet sich die Möglichkeit, in völlig unberührter Natur auf Fische zu angeln, die womöglich noch nie einen Köder gesehen haben – und zwar auf richtig Kapitale.

Hecht, Barsch, Zander: Das Raubfischparadies

Ganz vorne steht der Hecht – Schwedens Paradefisch. Er kommt nahezu überall vor, in jedem kleinen Graben ist mit einer Attacke zu rechnen. Das macht den Angelurlaub in Schweden zu einem großen Teil aus: Die völlige Wildnis und der Fischreichtum in jedem noch so kleinen Loch. Schwedens Hechte zeichnen sich besonders durch ihre kräftige Färbung aus, die – im Gegensatz zu z.B. stark „marmorierten“ Boddenhechten – mit einem dunkelgelb-orangen Bauch und häufig einer extrem dunklen Rücken- und Kopfpartie einhergeht.

Dasselbe gilt übrigens auch für den Zander, der in Schweden aktuell sehr an Beliebtheit und Bekanntheit gewinnt. Schwedens Zander sind ebenso markant, teils golden und sehr kontraststark gezeichnet wie auch die Hechte. Mit dem Einzug des Pelagischen Fischens und dem Livescopen werden aktuell in vielen schwedischen Seen Zanderbestände entdeckt, von denen vorher keiner wusste (z.B. am Bolmen). Wer auf der Suche nach einem unbefischten Freiwasserparadies ist, kann – mit viel Recherche – im Süden Schwedens noch echte Schätze finden.

Zander mit Jerkbait

Bild: F. Pippardt

Schwedische Zander sind echt urig, teils gold gefärbt – und wirklich groß.

Auch der Barsch gibt dem schwedischen Raubfischangeln seinen Charakter. Besonders in Seen mit Angrenzung an das Schärengebiet, dem sogenannten „Archipelago“, profitieren Barsche vom reichhaltigen Nahrungsangebot aus Garnelen und Weißfischbrut. Von März bis Mai kann man hier richtig fette Barsche in Verbindungskanälen oder flachen Seeteilen fangen, die sich zum Laichen sammeln. Doch Barsche gibt es, wie auch Hechte, fast überall – und wer sich auch über kleinere Barsche freut, kann mit der Spinnrute und einem einfachen Spinner bewaffnet am Ufer eines jeden Sees umherwandern und sich einen schönen Spinnangeltag machen (und höchstwahrscheinlich am Abend die Pfanne füllen).

Salmoniden – für Fluss- und Küstenfans

Wer es edel mag, wird in seinem Urlaub in Schweden auch bei den Salmoniden fündig. Das Angeln auf den Atlantischen Lachs (vor Ort einfach nur „Lax“) ist vor allem in Nordschweden ein Highlight. Die Lax-Saison geht von Ende Mai bis August, besonders beliebt sind die Flüsse Nordschwedens (Torne Älv, Lainio Älv). Hier werden wirklich riesige Lachse von über 1,20 Meter und 20 kg Gewicht gefangen. Ein Lachs-Angelurlaub in Schweden bedarf guter Recherche bezüglich der Lizenzen und Schonzeiten; das Zweihandfischen sollte vorher gut geübt sein. Ein Guiding empfiehlt sich.

Angler mit Meerforelle, die einen Sandaal-Köder gefressen hat

Bild: E. Axner

Schwedens Südküste ist rough, bietet aber eine gute Meerforelleangelei.

Auch die Verwandtschaft des Lachs, die Meerforelle, findet sich in Schweden. Sie zieht entlang der Küste und sorgt für spannende Watfischerei. Meerforellen kann man besonders gut an der Südschwedischen Küste fangen, schon ab Januar oder Februar. Raues Klima, Brandung und große Felsen tragen zum Erlebnis bei. In Seen und Flüssen findet man Bachforellen und den farbenprächtigen Saibling, der besonders in kalten, klaren Gewässern lebt.

Friedfische in Schweden

Auch Friedfischangler kommen in Schweden auf ihre Kosten. Brassen, Rotaugen und Schleien sind weit verbreitet. Besonders die Schleienbestände sind mancherorts beachtlich. Große Fische von über 50 cm sind definitiv möglich! Haltet eure Augen auch in Schärennähe offen – in den allerletzten Winkeln angeschlossener Seen finden sich Schleien im Kraut. Sogar Karpfen gibt es in Schweden, wenn auch längst nicht so groß und flächendeckend wie in Mitteleuropa. Zum gezielten Karpfenangeln sollte man eher nicht nach Schweden fahren. Man geht davon aus, dass alle Karpfen, die in irgendeinem Gewässer in Schweden schwimmen, von einem Angelverein besetzt wurden. Eine natürliche Reproduktion ist nicht bekannt.

Angelurlaub in Schweden: Das Haus am See

Was Peter Fox schon in seinem Song beschrieb, ist die romantische Vorstellung eines jeden Schwedenreisenden mit seiner Familie und seinen Freunden: Das (schwedenrote) Haus am See mit Privatsteg und Boot. Und das ist definitiv machbar! Unsere allererste Adresse sind Anbieter von Angelreisen. Hier gibt es Komplettlösungen für Angler mit Familie, inklusive Boot. In der Regel sind kleinere Ruderboote oder Motorboote zwischen 5 und 20 PS dabei.

Ferienhaus am schwedischen See, Regenbogen über dem Wasser

Bild: W. Krause

Traumhafte Häuser (mit traumhafter Lage) gibt es in Schweden zahlreich zu mieten.

Zwei große schwedische Reiseanbieter haben sich in den letzten Jahren hervorgetan. Småland Sportfiske im Bereich Småland (Überraschung!), also Tiken, Bolmen, Åsnen. Alle diese Seen sind insbesondere im Bereich Zander (jiggen und pelagisch) bekannt geworden; Hecht gibt’s natürlich auch. Ganz in der Nähe, am See Bunn und Stora Nätaren (der für große Zander bekannt ist), bietet Henrik Olsson eine hervorragende Angelei an. Beide haben im Programm: Angelguiding, Bootsverleih (von kleinen Motorbooten bis zu großen, vollausgestatteten Bass Boats), Ferienhausvermietung.

Die dritte Option ist die Ferienhaussuche auf Plattformen wie AirBnB oder Novasol. Hier ist man als Reisender zwar gezwungen, mehr Recherche auf sich zu nehmen (Hat das Haus Wasserzugang? Ist ein Steg dabei? Ist ein Boot dabei?); aber es finden sich so kleine Schätze. Urige Wohnungen, direkt von Schweden vermietet, und häufig Zusatzinfos über das Gewässer vor Ort oder gute Gewässer in der Nähe. Für Abenteurer, die vielleicht nicht nur Angeln im Sinn haben, ist das eine gute Option.

Was muss mit in den Angelurlaub nach Schweden?

Generell unterscheidet sich das Angeln auf schwedischen Seen kaum zu unseren Gewässern hier in Deutschland – bis auf einen Punkt: Steine. Manche schwedische Seen sind gesäumt von Felsen oder Steinfeldern. Sofern die nur am Rand liegen, sind sie kein Problem – man kann aber immer davon ausgehen, dass sich diese Formationen durch das ganze Gewässer ziehen. Teils ragen Steinformationen bis knapp unter die Oberfläche, sind auf den ersten Blick nicht sichtbar; bis man dann mit dem Motorboot drüber fährt. Das kann böse enden! Deshalb, denkt an

  • Schwimmwesten
  • Kartenplotter mit GPS und Gewässerkarte (Wo bin ich? Wo sind die Steine?)

Und fragt unbedingt beim Ferienhausbesitzer oder dem Guide nach, wo sich gefährliche Zonen befinden.

Kartenplotter Echolot

Bild: C. Wieneke

Ob auf dem Handy oder auf dem Echolot: Wer über einen schwedischen See brettert, braucht Infos zur Tiefe. Steinfelder kommen aus dem Nichts und ragen gern bis knapp unter die Oberfläche.

Außerdem wichtig in Schweden, wichtiger als bei uns, ist vernünftiger Mückenschutz. Es gibt Ecken, die sind wie von Zauberhand Mückenfrei; aber das ist eher die Ausnahme. In der Regel wird man im Sommer zerstochen. Sonnencreme darf auch nicht fehlen.

Für das Angeln selbst sind folgende Utensilien sehr hilfreich:

  • großer, gummierter Kescher
  • Lösezange (Pistolenzange für Hecht)
  • Wirecutter (falls mal ein Haken im Finger landet)
  • kleines Verbandsset (Haken und Hechtzähne)
  • Regenjacke und -hose (es kann schnell gehen)
  • Kopflampe (wenn man mal länger draußen ist)
  • vernünftiges Taschenmesser und Filetiermesser

Folgende Köder dürfen im Angelurlaub in Schweden nicht fehlen:

  • Krebsimitationen (Barsche lieben sie!)
  • Spinnerbaits (gehen gut durchs Gemüse)
  • Topwaterköder (Spaß in der Dämmerung)
  • schlanke Gummis am Offsethaken (Seerosenbeete im Frühling durchkämmen)
  • tieflaufende Schleppwobbler (Zandersuche)
  • Gummifisch am Jigkopf (fängt alles)


12 x Blinker

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