Skandal bei Straubing: Blankaale durch Turbinen zerschreddert

In der Donau bei Straubing ist es zu einem dramatischen Aalsterben gekommen. Hunderte von Aalen wurden durch die Wasserkraftturbinen der Kraftwerke in der Region geschreddert und trieben tot oder schwer verletzt flussabwärts.

Aale zerschreddert

Bild: Fischereiverein Straubing

Stefan Plendl, der 1. Vorsitzende des Fischereivereins Straubing und Gewässerwart Hans Schwind zeigen die toten Aale.

Betroffen sind vor allem die sogenannten Blankaale, die sich auf ihrer Laichwanderung in die Sargassosee befinden. Diese Aale haben ein Alter zwischen 15 und 20 Jahren erreicht und gelangen nun in die Turbinen der Kraftwerke, wo sie regelrecht zerhäckselt und in mehrere Stücke gerissen werden. Diese treiben nun flussab, wo Reiher, Rabenvögel und Fischottern auf die leichte Beute warten.

Aalstücke

Bild: Fischereiverein Straubing

In solche sauberen Stücke werden die Aale durch die Turbinen zerteilt.

Mühsame Entsorgung

Nicht überlebensfähige Aale müssen durch die Gewässerwarte der Vereine fachgerecht entsorgt werden. Eine Verwertung der Aale ist aufgrund von Einblutungen und Gewebeschäden nicht möglich. In den vergangenen Wochen wurden bereits Dutzende von Aalen bis 1,20 Meter Länge entsorgt. Doch die Turbinenverletzungen sind nicht nur auf Aale beschränkt. Auch Welse, Hechte und Brassen wurden schon mit schweren Verletzungen gefunden.

Multiple Ursachen

Mitverantwortlich   war außerdem ein Hochwasser und eine Strömung, die die Fische direkt in die Rechen spülte. Außer durch Turbinen sind Aale auch durch Kormorane, Gänsesäger und Fischottern bedroht. Und trotz intensiver Besatz- und Hegemaßnahmen sind diese Verluste von den Angelvereinen kaum auszugleichen.

Trotzdem  setzt der Angelverein Straubing auf  Diskussion und Aufklärung und schlägt Lösungen zum Schutz von Wanderfischarten vor.

Leitrechen-Bypass-Systeme: Feinrechen mit enger Stababstandsweite verhindern das Eindringen der Fische in die Turbinen. Sichere Bypass-Systeme leiten Fische schadlos ins Unterwasser. Optimierte Leitströmungen führen wandernde Fische gezielt zum Bypass

Fischfreundliche Turbinentechnik: Spezielle Niedrigdrehzahl-Turbinen. Reduzierte Schaufelanzahl und größere Abstände. Minimierung von Druckunterschieden.

Verhaltensbasierte Schutzsysteme: Elektrische Felder zur Ablenkung. Optische und akustische Barrieren.

Betriebliche Maßnahmen: Anpassung von Durchflussmengen. Temporäres Abschalten von Turbinen während der Hauptwanderzeiten.

Aktive Abfischungen: Einsatz von Hamen, Aalschockern oder Reusen vor Gefahrenstellen. Schonende Umsetzung der Tiere ins Unterwasser.

Der Schutz unserer Wanderfische ist nicht nur ein Anliegen der Fischerei – er ist eine Frage des Artenschutzes und der Verantwortung gegenüber unseren Gewässern.

Auch interessant


12x BLINKER

+ BLACK MAGIC FEEDERSET

Cover der AngelWoche 06/2026: Nase zu und durch!

AngelWoche

AngelWoche ist die aktuellste und meist verkaufte Angelzeitung auf dem deutschen Markt. News aus der Industrie, aktuelles von den Angelgewässern, reich bebilderte, kurz und verständlich gehaltene Artikel, verbunden mit einer großen Themenvielfalt charakterisieren die AngelWoche.

Ihre FliegenFischen Ausgaben

in einem einzigartigen Nachschlagewerk

JETZT SAMMELN!

 

Sammeln Sie Ihre Ausgaben zu einem einzigartigen Nachschlagewerk!

Next Prev
Blinker
AngelWoche
FliegenFischen
Kutter & Küste