Gemütliche Sammler im Forellensee
Wenn der Winter richtig zuschlägt, spürt man das nicht nur an klammen Fingern, sondern vor allem am Verhalten der Forellen. Wenn das Wasser eiskalt und die Körpertemperatur der Fische gesunken ist, geht im Forellensee nicht mehr viel. Die schnellen Forellen sind jetzt gemütliche Sammler. Sie sparen Energie, reagieren träge und haben oft schlicht keine Lust, einem schnell geführten Köder hinterherzuschießen. Genau hier liegt am Forellensee die große Stunde von Rogen und Bienenmaden!

Bild: Kahlstadt
Unter dem Eis stehen sie!
Rogen und Bienenmaden bewegen sich nicht
Der Winter macht Forellen langsam. Deshalb sind Naturköder wie Rogen und Bienenmaden jetzt so stark im Forellensee. Je kälter das Wasser, desto länger brauchen Reize wie Druckwellen, Gerüche oder optische Impulse, um vom Sinnesapparat der Forelle ins Gehirn weitergeleitet zu werden. Das klingt extrem, und ist es auch. An manchen Tagen kann eine Forelle einen Spoon oder Spinner sehen, ihn aber schlicht „verschlafen“, weil sie nicht schnell genug reagiert. Eine still angebotene Bienenmade oder ein duftendes Stückchen Rogen hingegen verlangt kein Hinterherjagen. Die Forelle kann gemütlich heranschwimmen, schnuppern und kosten. Genau das macht diese Köder im Winter so effektiv.
Bienenmaden reizen mehrere Sinne
Bienenmaden gehören seit Jahrzehnten zu meinen absoluten Winterfavoriten. Der Grund ist simpel: Sie reizen nämlich mehrere Sinne gleichzeitig. Sie reizen optisch, weil sie hell, auffällig und gut sichtbar sind. Sie reizen geruchlich, weil sie kontinuierlich Duftstoffe abgeben. Und weil sie auch geschmacklich reizen, behalten die Forellen sie länger im Maul als Kunstköder.

Bild: Kahlstadt
Einzelne Bienenmade für die Posenmontage angeködert.
Bienenmade am Bodentaster
An eisigen Tagen, wenn sich im Flachbereich Randeis bildet, ist neben Rogen eine einzelne Bienenmade deutlich erfolgreicher sein im Forellensee als jeder Kunstköder (wenn sie richtig präsentiert wird). Dazu nutze ich entweder eine leichte Posenmontage oder meinen geliebten Bodentaster. Dabei ist es wichtig die Tiefe regelmäßig zu variieren, zumindest sobald die Bisse ausbleiben. An manchen Tagen ziehen die Fische knapp unter der Oberfläche, an anderen stehen sie tief oder überraschend mitten in der Wassersäule. Hier können 20 cm in der Tiefeneinstellung entscheidend sein. Wer die Tiefe nicht sucht, fängt weniger. Ich erinnere mich an einen Wintertag, an dem mein Kollege und ich innerhalb von 2 Stunden über 20 Forellen fangen konnten, alle im Flachwasser, dicht unter der Oberfläche. Ein klassischer Wintertag? Ja. Aber statt lethargisch am Grund zu stehen, fraßen die Fische aktiv. Und genau deshalb war die richtig eingestellte Tiefe entscheidend.

Bild: Kahlstadt
Bodentaster mit Marshmallow und Bienenmade.
Rogen ist ein unterschätzte Powerköder!
Viele Angler nutzen ihn selten, dabei ist Rogen neben Bienenmaden einer der natürlichsten Winterköder überhaupt am Forellensee. Im See verliert ein Teil der Fische, vor allem größere Lachsforellen, über die Wintermonate immer wieder einzelne Eier. Kleinere Forellen folgen ihnen oft wie magnetisch und picken die verloren gegangenen Eier sofort auf. Rogen hat folgende Eigenschaften, die ihn zu einem top Köder machen: Er ist eiweißreich, farblich extrem auffällig und riecht unter Wasser sehr stark. Er ist außerdem ein natürlicher Bestandteil der Forellennahrung im Winter.

Bild: Kahlstadt
Bodentaster mit Marshmallow und Rogen.
Rogen gewinnen und vorbereiten
Bei Forellen ist der Rogen ab Herbst schon relativ weit entwickelt. Und im frühen Winter sind die Rogenstränge schon sehr kompakt und lassen sich beim Ausnehmen der Fische leicht entnehmen. Ich friere die einzelnen Stränge auf einem Teller liegend leicht an und lege sie dann gemeinsam in eine Dose. So kann ich sie später einzeln entnehmen. Zum Angeln schneide ich sie dann am Wasser halbgefroren in etwa 1,5 x 1,5 cm Stücke. So angeködert hält der Köder zwar keine Gewaltwürfe aus. Aber vorsichtig geworfen, hält er lange am Haken. Am besten wird ein dünner 6er Haken einmal durch die Haut des Rogens gestochen. Dann den Brocken einmal mit dem Vorfach umschlingen und die Hakenspitze zum Schluss im Rogen versenken. Weichen und reifen Rogen schnüre ich in kleinen Gaze-Säckchen ein. Also in kleine Netzstücke aus Verbandsmaterial. das mache ich allerdings nur im Notfall, weil es etwas aufwändiger ist. Auf jeden Fall ist Rogen am Forellensee im Winter ebenso fängig wie Bienenmaden.

Bild: Kahlstadt
Rogen ist eine echte Geheimwaffe am winterlichen Angelsee.
Montagen für Rogen
In kleinen Teichen wird Rogen am besten mit einer kleinen Wagglerposen angeboten. In großen und tiefen Seen ist die auftreibende Montage mit Bodentaster am besten. Den nötigen Auftrieb liefern mehrere kleine Styroporkugeln oder ein Stück Marshmallow. Ich persönlich empfehle Marshmallows, weil die Forellen im Winter auf den süßen Geschmack dieser Teile erstaunlich gut reagieren. Also sowohl Rogen als auch Bienenmaden sind extrem gute Naturköder am Forellensee. Mehr infos gibt es auf dem Youtube-Kanal von Michael Kahlstadt.
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