Haiattacke: Allen Widrigkeiten zum Trotz

Der achtjährige Jessie Arbogast verlor bei eine Haiattacke seinen Arm – doch dann geschah das Unglaubliche.

Bullenhai Attacke Arm

Bild: life fact

Bei diesem Haiangriff gab es Verlierer auf beiden Seiten. Ein Junge verlor einen Arm, dieser konnte dank schneller Hilfe wieder angenäht werden. Der Raubfisch wurde während des Vorfalls erschossen.

 Was als schöner Tag am Strand begann, entwickelte sich zum Drama durch eine Haiattacke. Im Juli 2001 wollte Jessie mit seiner Familie einen schönen Tag am Strand in der Nähe von Pensacola verbringen. Der Junge watete in nur knietiefem Wasser, als ein 2,10 Meter langer Bullenhai ohne Warnung zubiss. In nur wenigen Sekunden richtete der Hai ein Chaos an und zog Jessie immer wieder ins Tiefe.

Arm auf Eis

Doch der Raubfisch hatte nicht mit dem Onkel des Jungen gerechnet. Der sprang sofort ins Wasser, packte den Hai und kämpfte den Bullenhai aus dem Wasser, während andere Badegäste sich um Jessie kümmerten. Ein herbeilaufender Park Ranger erschoss den Raubfisch. Doch nun begann das Rennen gegen die Zeit, als die Männer Jessies abgetrennten Arm aus dem Maul des Hais befreiten. Innerhalb weniger Minuten lag der Arm auf Eis und er und der Junge befanden sich auf dem Weg ins Krankenhaus.

Perfekt Timing sorgt für die Rettung

Im Krankenhaus wartete bereits ein Team von Spezialisten, die in mühevoller Kleinarbeit den Arm wieder annähten. Und Jessie überlebte. Was als Tragödie hätte enden können, wurde zu einer Geschichte von Instinkt, Mut und blitzschnellem Timing. Die Gefäßchirurgen bestätigten später, dass die schnelle Befreiung aus dem Haimaul und der prompte Weg ins Krankenhaus Jessie das Leben gerettet hätten.

Haiattacke: Tragisch, doch enorm selten

Wenn ein Haiangriff stattfindet, geht ein solches Ereignis nicht selten durch sämtliche Medien. Es entsteht der Eindruck, dass derartige Attacken regelmäßig vorkommen – dabei handelt es sich in Wirklichkeit um absolute Ausnahmefälle.  Milliarden von Wassersportvorgängen im Jahr weltweit stehen einer enorm geringen Anzahl an Haiangriffen gegenüber. Im  Jahr 2024 gab es beispielsweise weltweit lediglich 4 unprovozierte, tödliche Haiunfälle. Im Vergleich dazu gibt es beispielsweise alleine in Deutschland ca. 2800 Verkehrstote pro Jahr.

Schwarzspitzen Riffhai

Bild: Adobe Stock / GISTEL

Die meisten Haiarten – wie dieser Schwarzspitzen-Riffhai – sind für Menschen keine Gefahr und waren seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie in tödliche Angriffe verwickelt.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Haiattacke ist also in der Realität verschwindend gering. Dennoch sollte man sich immer vor Augen halten, dass Haie als „Apex-Predatoren“ an der Spitze der Nahrungskette stehen und eben große Raubtiere sind. Haie sind in den Meeren enorm wichtig für die Gesundheit der Ökosysteme. Man sollte diesen Tieren mit Respekt begegnen und unnötige Risiken vermeiden. Mit der richtigen Verhaltensweise ist die Chance für einen Unfall fast null, zumal für die allermeisten der über 520 Haiarten noch nie ein tödlicher Unfall dokumentiert wurde. Viele Haiarten werden höchstens 1-1,5m groß, also nicht größer als unser heimischer Hecht.

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