Bei der Einheit für nationale Ermittlungen und Interventionen ging ein Tipp ein, dass ein Container mit gefrorenem Fisch in den Niederlanden eintreffen würde, in dem Betäubungsmittel versteckt seien. Die Ermittler fanden die betreffende Ladung bei einem Unternehmen in Barneveld.
Mit der Säge zum Drogenfund
Auf einem Scan des Containers, der Fisch aus Suriname (Südamerika) enthielt, konnten die Beamten Unregelmäßigkeiten feststellen, fanden zunächst jedoch keine Drogen. Daraufhin wurden die Fische einzeln per Hand gescannt. In einem Teil der Fischladung konnte so eine auffällige Substanz nachgewiesen werden.
Bei den betreffenden – noch gefrorenen – Fischen griffen die Ermittler kurzerhand zu einer Säge und öffneten den Bauchraum. Dabei stießen die Beamten auf Päckchen mit Kokain, die im Inneren der Fische versteckt waren. Insgesamt handelte es sich um 319 Kilogramm Kokain, das sichergestellt werden konnte.
Kokain vernichtet, Ermittlungen laufen
Soweit bislang bekannt, hatte das Unternehmen aus Barneveld, das Empfänger der Fisch-Lieferung war, nichts mit den Drogen zu tun. Die Polizei ermittelt in der Angelegenheit jedoch weiter. Das gefundene Kokain wurde vom Zoll beschlagnahmt und vernichtet.
Fische und Kokain
Barneveld ist bei weitem nicht der erste Fall, bei dem Fische zum Schmuggel von Drogen dienten. Bereits 2009 berichtete der BLINKER zum Beispiel vom Fall der „Drogenhaie“, bei dem in einer Schiffsladung Haifisch 893 kg Koks versteckt wurden.
Ebenfalls um Kokain ging es erst im vergangenen Jahr im Angelparadies Steinbachtal, das als Drogen-Drehkreuz ’Ndrangheta-Mafia fungierte. Zwischen 2018 und 2022 diente das Angelparadies als Tarnung für Logistik und Organisation des Drogen-Schmuggels über die Alpen. Nach einer großen Razzia im Jahr 2023 und einem Strafprozess vor dem Landgericht Wuppertal wurden die Täter im vergangenen Jahr verurteilt.
Besonders traurig ist es, wenn Fische noch zu Lebzeiten mit Drogen in Kontakt kommen. So konnten beispielsweise nach dem Glastonbury Music Festival Kokain und MDMA in den umliegenden Gewässern nachgewiesen werden. Diese Substanzen können den Hormonhaushalt von Fischen stören und so die Fortpflanzung massiv erschweren, wie eine Studie zu Aalen herausfand.
Auch interessant
- Angeln allgemeinAngelparadies Steinbachtal: 12 Jahre Haft für „Kokain-Kalle“
- FliegenfischenEinbrecher genießen All-inclusive-Angelurlaub










