Immer mehr Aale in Forellenseen
In den vergangenen Jahren hat sich in vielen kommerziellen Angelanlagen einiges verändert. Neben Forellen, Saiblingen und Lachsforellen werden heute häufig auch Störe, Waller, Afrowelse oder Streifenbarsche besetzt. Eine Fischart erlebt dabei gerade einen regelrechten Aufschwung: der Aal. Immer mehr Betreiber richten sogar eigene Aalteiche ein. Das ist kein Zufall, denn diese Gewässer bieten deutlich bessere Fangchancen auf Aale, die lediglich zusätzlich in einem Forellensee schwimmen.
Farmaal oder Naturaal?
Grundsätzlich muss bei Aalen im Forellensee zwischen Farmaalen und Naturaalen unterscheiden. Farmaale, oft auch Zuchtaale genannt, stammen ursprünglich aus Glasaalen, die an Flussmündungen gefangen und anschließend bis zur gewünschten Größe aufgezogen werden. Nach meinen Erfahrungen schmecken sie nicht nur besser, sondern sind auch deutlich aktiver. Naturaale werden dagegen in natürlichen Gewässern gefangen und später verkauft. Sie kennen ein großes Nahrungsangebot und reagieren meist wesentlich vorsichtiger auf angebotene Köder. Außerdem werden sie überwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv. Farmaale suchen dagegen auch tagsüber nach Nahrung. Genau das macht sie für spezielle Aalteiche so interessant, denn dort kann man sie den ganzen Tag über erfolgreich beangeln.
Warum spezielle Aalteiche besser funktionieren
Werden Aale einfach in einen Forellensee eingesetzt, finden sie reichlich natürliche Nahrung, zahlreiche Verstecke und können in manchen Anlagen sogar in angrenzende Gewässer entweichen. Deshalb wird dort oft nur zu besonderen Veranstaltungen oder Nachtangeln nachbesetzt. Gezielt einen Aal zu fangen, ist dann häufig Glückssache. Spezielle Aalteiche sind dagegen meist kleiner, häufig mit Folie ausgekleidet und bieten nur wenige Versteckmöglichkeiten. Außerdem verhindern hochgezogene Ränder, dass die Fische auswandern können. Da es weniger natürliche Nahrung gibt und regelmäßig frische Farmaale eingesetzt werden, sind die Fische ständig auf Futtersuche. Und zwar nicht nur nachts, sondern auch tagsüber. Ein gutes Beispiel ist die niederländische Anlage De Slegge, die bereits einen eigenen Aalteich betreibt. Auch in Deutschland kenne ich Betreiber, die ähnliche Anlagen planen, weil die Nachfrage der Angler stetig wächst.
Leichtes Gerät reicht völlig aus
In den meisten Aalteichen werden Fische zwischen 300 und 600 g eingesetzt. Deshalb genügt leichtes Gerät vollkommen. Eine monofile Schnur von 0,18 bis 0,22 mm ist völlig ausreichend. Als Haken verwende ich Größen 4 bis 8. Beim Köder gilt: Weniger ist oft mehr. Ein halber Tauwurm reicht meist aus, häufig genügen sogar ein Drittel oder ein Viertel. Am liebsten fische ich mit einer leichten Posenmontage von 1 bis 4 g Tragkraft. Ein einzelnes Bleischrot sitzt etwa 5 bis 8 cm über dem Haken. So lässt sich der Köder sauber am Grund präsentieren und gleichzeitig jeder Biss gut erkennen. Als Rute eignen sich Modelle zwischen 3 und 3,60 m Länge mit einem Wurfgewicht bis etwa 25 g. Eine leichte Forellenrute bis 40 g, wie am Forellensee auf Forellen verwendet wird, erfüllt auch den Zweck auf Aale problemlos.
Eine spannende Alternative im Sommer
Gerade während der warmen Sommermonate ist ein Teich, in dem Aale besetzt wurden, eine hervorragende Alternative zum Forellensee. Während Forellen bei hohen Wassertemperaturen oft deutlich träger werden, bleiben Farmaale den ganzen Tag aktiv und lassen sich auch mittags oder am Nachmittag hervorragend fangen. Natürlich sind die Abend- und Nachtstunden ebenfalls gute Fangzeiten – warten bis zur Dunkelheit muss man jedoch nicht. Mich würde außerdem interessieren, wie groß euer Interesse an weiteren Aalthemen ist. Ich würde gern einmal eine Aalfarm besuchen und ausführlich über die Aufzucht dieser faszinierenden Fische berichten. Wenn euch das interessiert oder ihr Fragen zum Aalangeln habt, schreibt einfach an [email protected]. Die Redaktion leitet eure Nachrichten an mich weiter, und ich greife eure Fragen gern in einem der nächsten Artikel auf. Mehr dazu findet ihr auf dem Youtube-Kanal von Michael Kahlstadt.

Bild: Kahlstadt
Besser als ein ganzer Wurm funktionieren kleine Stücke vom Tauwurm auf dem 6er Haken.

Bild: Kahlstadt
Die Forellenvisserij De Slegge liegt in der Nähe von Haren, Ems, direkt hinter der deutschen Grenze.

Bild: Kahlstadt
Hier wird gerade ein Aal aus dem Wasser gehoben. Sehr schön sieht man die Umrandung, mit der verhindert wird, dass die Aale das Wasser verlassen.

Bild: Kahlstadt
Mein Kollege Ben Bielefeld mit einem Aal aus dem Aalteich in der Forellenvisserij De Slegge.

Bild: Kahlstadt
Tauwurmstücke sind der Renner in Aalteichen. Hier 3 Sorten Normal, UV und Knoblauch. Mit Knoblauch hatten wir die besten Erfolge.






