Größter Klon der Welt?
Entlang von hunderten Kilometern erstreckt sich in der Ostsee eine robuste Art des Blasentangs (Fucus vesiculosus). Bei einer genauen Analyse wurde nun festgestellt, dass es sich um einen gigantischen Klon handelt – möglicherweise um den größten der Welt. „Die genaue Anzahl ist schwer zu schätzen, aber es müssen Millionen von Individuen sein“ berichtete die Meeresbiologin Kerstin Johannson von der Universität Göteborg.
Wie sich Blasentang vermehrt
Blasentang vermehrt sich normalerweise sexuell. Weibliche und männliche Pflanzen geben dabei Keimzellen ins Wasser ab. Der entdeckte Klon hat eine andere Strategie. Er bildet kleine Triebe, die sich vom Mutterorganismus lösen, am Grund anhaften und dort zu genetisch identischen Nachkommen heranwachsen. „Ein großer Vorteil, der Klon kann sehr schnell neue Gebiete besiedeln“ so Johannson. Blasentang ist sehr wichtig für das Küstenökosystem. Die Algen bieten Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Tiere. Der nun evolutionäre Vorteil des Klons, sich asexuell fortpflanzen zu können, hat eine Kehrseite. „Wenn alle Individuen genetisch identisch sind, fehlt der Population die Vielfalt, um sich veränderten Umweltbedingungen anpassen zu können“ erklärt die Meeresbiologin. Da die sich Ostsee im Rahmen des Klimawandels erwärmt und dazu noch salzarmer wird, könnte der Klon stark rückgängig werden oder sogar sterben, was schwerwiegende Folgen für das Ökosystem bedeuten würde.
Blasentang – Hard Facts
Wissenschaftlicher Name: Fucus vesiculosus
Gruppe: Braunalgen (Phaeophyceae)
Verbreitung: Nordatlantik, Nordsee, Ostsee und Teile der arktischen Küsten
Lebensraum: flache Küstengewässer, meist in Tiefen von etwa 0,5 bis 10 Metern
Größe: meist 30–90 cm, in günstigen Bedingungen auch über 1 Meter
Merkmal: paarige Gasblasen, die den Tang im Wasser aufrecht halten und für bessere Lichtaufnahme sorgen
Alter: einzelne Pflanzen können mehrere Jahre alt werden
Wachstum: etwa 10–30 cm pro Jahr
Bedeutung für das Ökosystem: wichtiger Lebensraum, Laichplatz und Nahrungsquelle für viele Wirbellose und Jungfische
Empfindlichkeit: reagiert sensibel auf Nährstoffbelastung, steigende Temperaturen und sinkenden Salzgehalt
Auch interessant
- FliegenfischenAuf Hornhecht mit Fliege: Spaßgarantie an der Küste!
- FliegenfischenSilber auf Sand: Meerforellenjagd abseits der Hotspots









