Maden als Karpfenköder
Immer mehr Karpfenangler wissen Maden als erstklassige Karpfenköder zu schätzen. Damit die kleinen Larven aber auch für größere Karpfen attraktiv sind, müssen es allerdings deutlich mehr als nur 3, 5 oder Maden am Haken sein. Da die Selbsthakmethode mit Festblei und Köder am Haar beim Karpfenangeln so erfolgreich ist, wurde für das Karpfenangeln mit Maden ein spezieller Maden-Clip entwickelt (englisch „Maggot Clip“).
Am Haar anknoten
Ein Maden-Clip beim Karpfenangeln ist ein kleiner Metallring, der am Endes des Haars angeknotet wird. Er hat je nach Ausführung einen Durchmesser von 1 bis 2 cm und lässt sich wie eine Spange öffnen, so dass sich über eine Spitze die Maden auf den Ring ziehen lassen. Je nach Größe passen bis zu 20 Maden auf so einen Clip. Anschließend wird der Clip wieder verschlossen, so dass die Maden nicht abrutschen können. Voll gefüllt ist das dann ein richtig dickes und extrem attraktives Madenbündel, das dann auch für größere Karpfen interessant ist. So ein Clip wird dann wie ein Boilie am Haken montiert, so dass die Haken frei steht und optimal im Fischmaul fassen kann.
Kurzes Vorfach
Wichtig ist wie beim Angeln mit Boilies, dass das Vorfach mit 15 bis 25 cm ebenfalls sehr kurz sein muss, damit der Selbsthakeffekt mit einem ausreichend schweres Festblei (mindestens 60 g) auch einwandfrei funktioniert. Ideal sind für das Karpfenangeln mit Maden-Clip schwere Futterkörbe und Methodbleie, weil die sich zusätzlich mit Lockfutter füllen lassen. Natürlich sollte in dieser Futtermischung eine kräftige Ladung Maden nicht fehlen. Dadurch liegt dann immer Futter in der Nähe des Köders, was die Fangchancen logischerweise enorm erhöht. Das massive Anfüttern mit Maden kann Karpfen in einen derartigen Fressrausch versetzen, dass sie sich nicht mehr daran stören, wenn ihre Artgenossen im Drill eine große Unruhe am Angelplatz verbreiten. Zu groß ist dann der Konkurrenzdruck untereinander, als dass sie dann auf solche „Nebensächlichkeiten“ achten.
Häufiger kontrollieren
Da sich beim Karpfenangeln natürlich auch Kleinfische für die Maden am Maden-Clip interessieren, wird es somit auch klassische Zupfbisse geben. Da die „Plagegeister“ aber nicht den daneben hängenden und für sie viel zu großen Haken ins Maul bekommen, gibt es zumindest keine unerwünschten Beifänge von kleinen Weißfischen. Der Köder ist dadurch zwar größenmäßig selektiv für Karpfen, aber nicht so effektiv wie steinharte Boilies. Während Kleinfische Boilies nicht bewältigen können und sie deshalb irgendwann in Ruhe lassen, bleiben sie bei Maden natürlich am Ball und fressen sie nach und nach ab oder lutschen sie zumindest leer. Das bedeutet, dass ein Maden-Clip nicht so lange wie ein Boilie im Wasser bleiben kann, sondern je nach Bissfrequenz regelmäßig kontrolliert und wieder neu mit Maden bestückt werden muss. Indem Auftriebskörper wie schwimmende Gummi-Maden mit am Ring befestigt werden, kann so ein gespickter Maden-Clip sogar auch wie ein Pop-Up schwebend angeboten werden.
Richtig Aufziehen
Auch die Art, wie die Maden beim Karpfenangeln auf den Maden-Clip gezogen werden, spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn die Larven mittig auf den Clip gestochen werden, laufen sie sofort aus und bewegen sich auch nicht mehr. Maden können an einem Hautlappen am dickeren Ende aber auch ganz vorsichtig so aufgezogen werden, so dass sie nicht aufplatzen und auch nicht auslaufen. So aufgezogen bleiben sie lebendig und bewegen sich am Haken. Und 20 oder 30 solcher quirligen Maden ergeben natürlich ein enorm attraktiven Köder.
Knapp aufgezogene Maden
Die ganz knapp aufgezogenen und beweglichen Maden haben aber den Nachteil, dass sie leichter von Kleinfischen abgefressen werden können. Das wäre bei Maden, die mittig aufgezogen aber aufgeplatzt sind nicht der Fall. Die würden den Attacken der Kleinfische deutlich länger standhalten. Theoretisch könnte man die Maden auch abwechselnd knapp und mittig auf den Clip ziehen. Welche Anköderungsart beim Karpfenangeln mit Maden-Clip besser ist, muss man je nach Weißfischdichte und Bissfrequenz in einem Gewässer ausprobieren. Aber das sind Feinheiten. Entscheidend ist, dass stramm gefüllte Maden-Clips super Karpfenköder sind. Deshalb sind Maden zum Karpfenangeln in England sogar schon verboten worden. Wie aktuell Karpfen gefangen werden, kann man sehr gut an der Fangmeldungen bei den AngelMasters verfolgen.

Bild: AW/Proske
Auch große Karpfen mögen kleine Maden!

Bild: AW/Hamp
Maden-Clips müssen nicht zwingend nur mit Maden bestückt werden.

Bild: AW
Hier kann man bei einem kleinen Haken sehen, dass sich eine Made am dickeren Ende so aufziehen lässt, dass sie weder platzt noch ausläuft.







