Kleine Wobbler für den Forellensee

Tigerforelle

Bild: Kahlstadt

Wobbler werden am Forellensee meist unterschätzt. Michael Kahlstadt setzt sie aber gezielt ein, um an schwierigen Tagen Bisse zu provozieren.

Unterschätzte Köder am Forellensee

Kleine Wobbler, genauer gesagt Crankbaits, gehören am Forellensee interessanterweise zu den unterschätzten Ködern. Dabei können sie gerade unter schwierigen Bedingungen, also bei hohem Befischungsdruck, bei klarer Sicht oder bei passiven Fischen, ihre Stärken voll ausspielen. Der Begriff Crankbait leitet sich vom englischen to crank (kurbeln) ab und beschreibt die grundlegende Führung bereits sehr treffend: Diese Wobbler werden vorzugsweise durch gleichmäßiges Einkurbeln animiert. Entscheidend ist dabei jedoch die richtige Geschwindigkeit. Manche Modelle laufen erst bei höherem Tempo sauber, andere entfalten ihre Aktion dagegen schon beim sehr langsamen Einkurbeln. Kurze Pausen und Tempowechsel sind einfache, aber äußerst effektive Mittel, um zusätzliche Bisse zu provozieren.

Teilo

Bild: Kahlstadt

Der geteilte (jointed) Körper des Teilo sorgt zusammen mit der eckigen, steil stehenden, großen Schaufel für einen extrem aktiven Lauf.

Wobbler mit Tauchschaufel

Das prägendste Merkmal eines klassischen Crankbaits ist die Tauchschaufel. Sie bestimmt die Lauftiefe als auch den Winkel, in dem der Köder durchs Wasser läuft. Grundsätzlich gilt: Je länger und flacher die Schaufel, desto tiefer läuft der Wobbler. Kurze, steile Schaufeln sorgen bei einem Wobbler im Forellensee für einen flachen Lauf. Man unterscheidet entspre-chend zwischen Flach-, Mittel- und Tiefläufern. Modelle mit sehr eckigen Tauchschaufeln haben darüber hinaus einen sehr unregelmäßigen Lauf. Dies kann besonders vorsichtige Fische oft noch zu einem Biss verleiten.

Masu

Bild: Kahlstadt

Klein und stark gedrungen: Der Masu Pit Bull ist sehr aggressiv und beweglich.

Wichtige Körperform

Neben der Schaufel hat auch die Körperform des Wobblers  einen großen Einfluss auf das Laufverhalten. Schlanke, längliche Wobbler laufen eher ruhig, während bullige, gedrungene Crankbaits viel Wasser verdrängen und hochfrequent vibrieren. Genau diese starke Reizwirkung ist ein wesentlicher Grund, warum Crankbaits fangen, obwohl sie oft kaum wie ein echter Beutefisch aussehen. Ziel ist nicht die perfekte Imitation, sondern das Auslösen eines Aggressionsbisses. Ein moderner Wobbler am Forellensee bestehen meist aus Kunststoff und sind im Inneren mit Stahlkugeln beschwert. Diese sorgen für gute Wurfeigenschaften und erzeugen beim Einholen zusätzliche Geräusche. Auch die Aufteilung des Körpers spielt eine Rolle: Einteilige Modelle laufen gleichmäßiger, während mehrteilige („Jointed“) Crankbaits breiter und unruhiger arbeiten, was oft ein Pluspunkt bei misstrauischen oder passiven Forellen ist.

Wobbler

Bild: Kahlstadt

So unterschiedlich können Wobbler für Forellen sein. Der obere Kleinstwobbler hat gerade einmal 18 mm, der Long Banano unten misst 80 mm.

Crankbaits am Grund

Ein großer Vorteil von Crankbaits liegt im gezielten Einsatz nahe am Grund. Besonders Tiefläufer sind dafür konstruiert, regelmäßig Bodenkontakt zu haben. Die Tauchschaufel fungiert dabei wie ein vorgeschobener Schutz und hält den oder die Haken weitgehend vom Hindernis fern. Jeder Grundkontakt wirbelt Sediment auf, erzeugt Geräusche und bringt den Köder aus der Spur. Und genau diese Unregelmäßigkeiten lösen häufig den entscheidenden Biss aus. Mit schwimmenden Modellen lassen sich zusätzlich Stopps einbauen, bei denen der Köder langsam aufsteigt und dem Fisch eine ideale Zupack-Chance bietet. Fazit: Crankbaits sind keine simplen „Einkurbel-Wobbler“, sondern vielseitige Reizköder, mit denen sich große Wasserflächen schnell und effektiv absuchen lassen. Wer ihre Laufeigenschaften versteht und keine Angst vor Grundkontakt hat, erweitert sein Köderspektrum am Forellensee um eine äußerst wirkungsvolle Option. Mehr zum Forellenangeln mit Wobbler im Forellensee gibt es auf dem Youtube-Kanal von Michael Kahlstadt.

 


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