Hamburg hat seine Rote Liste der Süßwasserfische und Rundmäuler erstmals seit 2015 aktualisiert. Das Ergebnis fällt gemischt aus: In Elbe, Alster und weiteren Gewässern der Hansestadt wurden mehr als 50 etablierte Arten nachgewiesen. Von den 47 bewerteten heimischen Arten gelten jedoch 16 als bestandsgefährdet. Werden ausgestorbene beziehungsweise verschollene und extrem seltene Arten hinzugerechnet, stehen rund 43 Prozent auf der Roten Liste.
Lachs in Hamburg vom Aussterben bedroht
Besonders schlecht steht es um den Lachs. Er wird in Hamburg als einzige aktuell vorkommende Art als vom Aussterben bedroht eingestuft. Auch bekannte Fischarten wie Stint, Aal, Forelle und Hasel sind gefährdet. Bei insgesamt 14 Arten hat sich die Einstufung gegenüber der Roten Liste von 2015 verschlechtert. Dazu zählen außerdem Wels, Barbe und Finte.
Vor allem Wanderfische sind auf intakte und durchgängige Gewässer angewiesen. Hamburg kommt dabei aufgrund der Tideelbe eine besondere Verantwortung zu: Viele Arten müssen das Stadtgebiet auf ihrem Weg zwischen Nordsee und den Oberläufen von Flüssen und Bächen passieren.
Renaturierungen zeigen erste Erfolge
Die neue Bestandsaufnahme enthält jedoch auch positive Nachrichten. Bachneunauge, Nase und Groppe gelten inzwischen wieder als ungefährdet. Nach Angaben der Hamburger Umweltbehörde zeigen diese Entwicklungen, dass Gewässerschutz und Renaturierungsmaßnahmen Wirkung entfalten können.
Zu den derzeit ungefährdeten Arten zählen unter anderem Hecht, Karpfen, Schleie, Rotfeder, Steinbeißer und Bachschmerle. Besonders häufig wurden Plötzen, Flussbarsche, Gründlinge und Dreistachlige Stichlinge nachgewiesen.
Stör und Maifisch weiterhin verschollen
Einige früher in der Elbe vorkommende Arten gelten in Hamburg weiterhin als ausgestorben oder verschollen. Dazu gehören der Europäische Stör und der Maifisch. Der bereits im vergangenen Jahrhundert verschwundene Stör soll durch Wiederansiedlungsprojekte langfristig in die Elbe zurückkehren.
Grundlage der neuen Roten Liste sind die Daten des Hamburger Artenkatasters. Die Bestandsaufnahme soll künftig als wichtige Grundlage für weitere Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen in den Gewässern der Hansestadt dienen.
Quelle: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Hamburg, NDR







