In den letzten Jahren habe ich sehr viel und intensiv mit den Expedition Waters Wathosen von Patagonia gefischt. Ich bin jede freie Minute zum Angeln gegangen und bin mehr als zufrieden – zumal ich mit meiner Wathose, abgesehen vom Trocknen und Aufhängen im Keller, nicht sonderlich zimperlich umgehe. Umso gespannter war ich auf die etwas leichtere Alternative, die Swiftcurrent Traverse Zip-Front Waders.
Diese Hosen sind ebenfalls auf Langlebigkeit und Robustheit ausgelegt. Dennoch sind hier weniger Lagen eingearbeitet, um das Gewicht zu reduzieren und den Tragekomfort zu erhöhen. Und das gelingt wirklich außerordentlich gut. Die Hose ist einfach super bequem, und schon beim Hineinschlüpfen freut man sich – denn inpuncto Bewegungsfreiheit und, ich wiederhole mich, Bequemlichkeit ist die Hose schwer zu schlagen.
Hinzu kommt, dass Patagonia mit seiner Größentabelle viele Alternativen für unterschiedliche Körperformen anbietet, sodass sich für jeden eine perfekt sitzende Wathose finden lässt. Die Größen kommen gut hin, und man findet problemlos das passende Modell – das nur am Rande.
Atmungsaktive Wathose
Was das Leben mit der Wathose deutlich angenehmer macht, ist natürlich der Reißverschluss an der Front. Er ist sauberverarbeitet, läuft sanft und hat mich beim Tiefwaten bislang nicht enttäuscht. Auch bei der Frage, wie lange es dauert, bis er oder die Hose undicht wird, bin ich sehr zuversichtlich. Beim Schwestermodell, das ich schon lange fische und, wie gesagt, nicht gerade pfleglich behandle, gibt es absolut keine Klagen.
Natürlich ist die Traverse deutlich leichter als die Expedition, aber so, wiesie am Körper sitzt und wie die Nähteverarbeitet und geschützt sind, mache ich mir keine großen Sorgen über undichte Stellen. Patagonia hat da in denletzten Jahren deutlich aufgeholt.
Die Traverse-Hosen bestehen aus einem 4-Lagen-Laminat aus 100 % recyceltem Material mit einer DWR-Imprägnierung – selbstverständlich ohne den Einsatz von PFAS, also den sogenannten „Ewigkeitschemikalien“, die eine steigende Umweltbelastung darstellen. Das ist gut so.
Was mir besonders gefällt und für den Sommer ideal ist, ist die Leichtigkeit, mit der man die Hose über den gut sitzenden Schultergurt zu einer Hüfthose umwandeln kann. Die Clips sind leicht zu bedienen, und nichts ist im Weg.
Die Hose ist neben der erwähnten Belastungsfähigkeit auf ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit ausgelegt. Sie fühlt sich am Körper einfach gut an, und durch den Schnitt hat man nicht das Gefühl, den Tag in einer Wathose zu verbringen – eher in einer Freizeithose oderalten Jeans. Ein Tag am und im Wasser, längere Fußmärsche oder auf Knien durchs Dickicht – all das ist mit der Hose auf herrlich unkomplizierte Weise möglich. Die große Freiheit in der Wathose.
Wathose mit Füßlingen
Der strapazierfähige Knöchelschutz und die auf die Größen angepassten, sockenähnlichen Booties machen das Tragen im passenden Watschuh ebenfallssehr angenehm. Ich habe kleinere Füße,bin aber groß, und die Möglichkeit, diese auch bei „Large“ in „Medium“ als Fußgröße zu wählen, sodass kein Neoprenkneuel an der Ferse entsteht, gefällt mirbesonders gut.
Ansonsten hat die Hose alles, was man braucht: einen Watgürtel, Laschen, die man über die Schuhe stülpen und sichern kann, und natürlich ausreichend Taschen – innen wie außen. Die zwei Taschen links und rechts an der Außenseite bieten Platz für allerlei Kleinkram, den man beim Fischen so braucht, samt ein oder zwei kleinerer Fliegendosen. Es gibt Packschlaufen an der Brust, „Toolholder“ und eine Schlaufe für den Kescher hinten – sofern man einen braucht.
Innen finden sich zwei Taschen: eine aus Stretch, in die man seine Sachen einfach hineinsteckt, und eine mit einem Zipper, damit man nichts verliert. Eine kleine Schlaufe zum Aufhängen und Trocknen der Hose befindet sich hinten. An die Anordnung der Außentaschen muss man sich etwas gewöhnen, denn der Verschluss ist innen angelegt – gerade, wenn man es gewohnt ist, von außen seine Hände in die Brusttasche zustecken oder sie aufzuwärmen. Dieses Feature fällt hier weg – bei der perfekten Performance der Hose für mich aber nur ein kleiner Wermutstropfen. Zumal ich sie ohnehin eher für Frühjahr, Sommer und frühen Herbst empfehlen würde. Dafür ist die Hose wie gemacht, geradezu maßgeschneidert, und für mich der absolute Top-Favorit unter den leichten Wathosen – vor allem, wenn man auf den Preis schaut.
Mit der Wathose Traverse Zip-Front Wader bekommt man viel Qualität – nachhaltig hergestellt, zu einem fairen Preis. Was will man mehr? Erhältlich ist die Traverse Zip-Front Wathose für 590 Euro bei allen Patagonia-Händlern und im Fachhandel.
Mehr unter: www.patagonia.com
Autor Thomas Wölfle
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