Verheerendes Fischsterben an der Hahle

Am 9. September gelangte eine nicht bekannte Menge an Gülle vom Gelände eines Schweinemast-Betriebes an der Landesgrenze zu Thüringen über einen Regenwasserkanal in die Hahle. Tausende Fische starben. Das berichtet der Anglerverband Niedersachsen (AVN).

Fischsterben, Hahle

Bild: Ralf Gerken/AVN

Ein Bild des Jammers: Auf weiten Bereichen ist die Hahle so gut wie biologisch tot.

Am 10. September informierte der Landkreis Göttingen die Angelvereine und den Anglerverband über die Gülle Havarie in der . In der Woche darauf waren Fischereibiologen des AVN vor Ort, um den Schaden im Auftrag der Angelvereine zu begutachten und zu dokumentierene. Auf Empfehlung von Ralf Gerken, der auch zusammen mit Andreas Maday die Elektro-Befischung leitete, hatten die Angler viele tote Fische eingesammelt, eingefroren und verschiedenen Flussabschnitten zugeordnet.

 

 

E-Fischen an der Hahle

Bild: Ralf Gerken/AVN

Ralf Gerken vom Anglerverband Niedersachsen beim E-Fischen. Der AVN hilft, den Vereinen, die Verluste bei den Fischen zu dokumentieren.

 

Wegen der Menge an toten Fischen  konnte nur ein Teil der Bachforellen, Aale, Koppen, Gründlinge und weitere Arten geborgen werden.  Aale kamen bis 75 cm vor. Auch tote Rotaugen und Flussbarsche wurden bei der E-Abfischung gefunden. Kleinere Fischarten wurden  hingegen durch Mikroorganismen innerhalb weniger Tage im Wasser zersetzt.

10 Kilometer toter Fluss

Das erschreckende Ergebnis nach dem E-Fischen: Der kleine  Fluss ist auf  der Landesgrenze bei Gerblingerode bis Obernfeld praktisch tot. Erst unterhalb der Einmündung von Nahte und Suhle trat womöglich ein Verdünnungseffekt  ein, sodass ab Rollshausen wieder das eigentlich typische Artenspektrum der Hahle nachgewiesen werden konnte. Besonders dramatisch: Schon 2015 waren in der Hahle bereits mehrere tausend Fische verendet, nachdem es zu einer Einleitung großer Mengen an Flüssigdünger gekommen war.

 

Toter Aal, Hahle

Bild: Ralf Gerke/AVN

Selbst so robuste Fischarten wie der Aal, starben bei der Gülle-Harvarie.

 

Vieles deutet darauf hin, dass der wertvolle Mühlkoppenbestand (FFH-Anhang II Art) auf vielen Kilometern komplett vernichtet wurde. Der Biodiversitätsschaden würde den Verursacher zu umfangreichen Sanierungs- und Schadenersatzverpflichtungen zwingen. Der AVN wird die ansässigen Angelvereine bei der Dokumentation und Begutachtung des Schadens begleiten und hofft, dass die Hahle sich von der katastrophalen Gewässerverunreinigung wieder erholt. Der Verursacher, der Schweinemastbetrieb in Teistingen/Thüringen,  wurde angezeigt.

 

Quelle: Anglerverband Niedersachsen


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