Am vergangenen Sonntag wurden in der Waal bei Woudrichem 20 junge Europäische Störe ausgesetzt. Mit dieser Aktion wollen die Sportvisunie, ARK Rewilding Nederland, der Tiergarten Blijdorp, RAVON und die Partner von „Der Rhein verbindet“ auf die Bedeutung gesunder Flüsse, ungehinderter Fischwanderung und der Wiederansiedlung von Wanderfischarten aufmerksam machen. Diese Arten waren aus dem Rheinsystem verschwunden. Das Aussetzen der 20 Störe stieß auf großes Interesse bei regionalen und nationalen Medien.

Bild: Sportvisunie NL
Am Sonntag wurden 20 Störe in der Waal bei Woudrichem ausgesetzt.
Vor dem Besatz präsentierte die Sportvisunie im Museum De Rivier die neusten Erkenntnisse der Telemetrieforschung an jungen Stören. In den Jahren 2023 und 2024 wurden ausgesetzte Störe mit Sendern versehen, wodurch ihre Wanderung durch die Rhein-Maas-Region nachverfolgt werden konnte. Die Untersuchungen zeigten, dass die jungen Störe innerhalb weniger Wochen über Rotterdam ins Meer wanderten. Viele Fische verbrachten längere Zeit in der Küstenzone zwischen der Maasvlakte II und den Haringsvliet-Schleusen. Auffällig ist, dass kein einziger Stör die Route über das Hollandsche Diepe und das Haringvliet wählte, selbst wenn die Störe in unmittelbarer Nähe ausgesetzt wurden. Die Ergebnisse dieser Forschung sollen den Wissenschaftlern helfen, zukünftige Besatzaktionen, weiter zu optimieren.
Dauersender verfolgt Störe
In 2025 wurde bewusst ein Teil der jungen Störe länger wachsen zu lassen. In Zusammenarbeit mit dem Tiergarten Blijdorp konnten sich die Fische an natürliche Nahrung und fließendes Wasser gewöhnen, bevor sie besetzt wurden. Dadurch konnten in diesem Jahr 20 zweijährige Störe ausgesetzt werden, die mit größeren akustischen Sendern ausgestattet wurden. Die Sender haben eine Lebensdauer von 700 Tagen, was es den Forschern ermöglicht, die Störe über einen deutlich längeren Zeitraum auf ihrem Weg durch den Rhein bis in die Nordsee zu verfolgen. Berichte von Fischern, die in der Nordsee auf fast zwei Meter große Störe stießen, bestätigen das Potential dieses Ansatzes. Diese Fische stammen aus früheren Wiederansiedlungsprogrammen in den Niederlanden, Deutschland und Frankreich.
Nur gemeinsam kann es gelingen
Einst war der Europäische Stör im Rhein weit verbreitet, verschwand jedoch im Laufe des letzten Jahrhunderts aus den Niederlanden. Gründe waren Überfischung, Gewässerverschmutzung und der Verlust geeigneter Lebensräume. Seit 2004 arbeiten Naturschutzverbände, Wissenschaftler, Behörden und Fischereiorganisationen daran, den charakteristischen Wanderfisch wieder anzusiedeln,
Die Besatzmaßnahme ist Teil des „Aktionsplans Rhein-Stör“ sowie des internationalen Projekts „ Der Rhein verbindet“.
Quelle: www.sportvisunie.nl






