Zur aktuellen Situation in Island
Der neue Entwurf des isländischen Aquakulturgesetzes stößt insbesondere bei Anglern und Naturschützern auf große Besorgnis. Denn der Vorschlag der isländischen Regierung, der sich derzeit in der öffentlichen Konsultation befindet, wird als unzureichend bewertet, um Wildlachsbestände, Küstenökosysteme und die Wasserqualität nachhaltig zu schützen.

Bild: www.patagonia.com
Lachs unter Wasser in Island: Angler und Naturschützer mahnen zur Vorsicht vor den Auswirkungen der industriellen Lachszucht.
Die isländische Regierung hatte den Entwurf am 22. Dezember veröffentlicht. Umweltverbände und Rechtsexperten bemängeln, dass der Vorschlag zu schwach sei, die Interessen der Aquakulturindustrie bevorzuge und die Umweltauswirkungen der Lachszucht in offenen Netzgehegen nicht ausreichend berücksichtige. In weiten Teilen entspreche der Entwurf jener Gesetzgebung, die im Frühjahr 2024 nach massivem öffentlichen Druck gestoppt worden war.
Der Gesetzentwurf befindet sich noch bis zum 26. Januar in der öffentlichen Konsultation. Eine Überarbeitung ist für Februar und März vorgesehen; die endgültige Fassung könnte im Laufe des Frühjahrs verabschiedet werden.
Zu den zentralen Kritikpunkten zählen:
- keine verbindliche Reduzierung oder Abschaffung der Lachszucht in offenen Netzen,
- Sanktionen, die sich auf Geldbußen beschränken und keine wirksamen Produktionsbegrenzungen vorsehen,
- fehlende ökologische Risikobewertungen sowie klare Grenzwerte für Fischsterblichkeit und Parasitenbefall,
- handelbare Quoten und Lizenzrechte, die eine spätere Verschärfung der Regeln erschweren könnten,
- die weiterhin unzureichende Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.
Kritiker warnen, dass die geplante Gesetzgebung Wildlachspopulationen und Küstenökosysteme weiter schädigen.

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Verletzte und von Parasiten befallene Zuchtlachse
Auch Patagonia-Gründer Yvon Chouinard äußerte sich besorgt: ,,Wenn die industrielle Lachszucht in ihrer bisherigen Form fortgesetzt werde, drohe der Verlust wilder Arten und weiterer unberührter Natur – eine Entwicklung, die in Norwegen und dem Vereinigten Königreich bereits zu beobachten sei“.

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Islands Flüsse sind wichtige Laich- und Lebensräume des Wildlachses.
Die öffentliche Konsultation läuft noch bis zum 26. Januar. Internationale Aufmerksamkeit gilt dabei weiterhin als wichtiger Faktor im politischen Entscheidungsprozess. Die parlamentarische Debatte über den Gesetzentwurf wird im Februar erwartet.

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Protest gegen Lachszucht in offenen Netzgehegen
Weitere Informationen zum Gesetzentwurf finden Sie hier






