Die Eisangler befanden sich in der Nähe von Owen Sound in der Georgian Bay im kanadischen Bundesstaat Ontario, als sich die Eisscholle, auf der sie saßen, unbemerkt vom Festland löste und langsam hinaus auf den See trieb. Einer der Betroffenen war der Angel-YouTuber Kevin Fox, der den Vorfall später in den sozialen Medien schilderte. „Vor ein paar Stunden habe ich erwachsene Männer gesehen, die beim Abschied von ihren Familien geweint haben, weil sie dachten, sie würden auf dem Eis sterben“, schrieb Fox über diesen Tag.
Gewöhnlicher Start in den Angeltag
Dabei hatte der Angelausflug zunächst völlig normal begonnen. Fox und einige Freunde starteten auf der Westseite der Bucht. Doch Wind und Eis wirkten für die Angler unsicher. Deshalb entschieden sie sich, auf die Ostseite zu wechseln. Dort schien der Wind das Eis an die Küste zu drücken. Die Gruppe ging hinaus, bohrte Eislöcher und begann zu angeln – wie an jedem anderen Wintertag.
Doch kurze Zeit später bemerkte Fox etwas Seltsames: Auf seinem Echolot erschien plötzlich der Köder eines Freundes, obwohl dieser mehrere Meter entfernt stand. Kurz darauf zeigte auch sein GPS eine Bewegung an. „Da wurde mir klar, was passiert war“, schreibt Fox. Hinter ihnen bildeten sich bereits Wellen. Das Eis war gebrochen – und die gesamte Gruppe trieb auf einer großen Scholle hinaus in die Georgian Bay.
Er informierte sofort die anderen Angler. Schnell wurde klar, dass die Lage ernst war. Die Gruppe versammelte sich, um das Vorgehen abzusprechen. Drei Männer machten sich schließlich auf den Weg zum Rand der Scholle, um zu prüfen, ob noch eine Verbindung zum Land bestand. Doch es war bereits zu spät. Die Eisscholle war schon zu weit abgetrieben. Die drei Männer gerieten auf ein kleines Stück Eis, stürzten schließlich ins eiskalte Wasser und wurden von Wellen weiter hinaus getrieben. In diesem Moment wurde allen auf der Scholle klar, wie ernst die Lage wirklich war.
Gefahr auf der treibenden Eisscholle
Die Angler setzten einen Notruf ab. Zunächst hörten sie jedoch, dass bei Windgeschwindigkeiten von rund 80 km/h weder Boote noch Hubschrauber starten könnten. Einige begannen daraufhin, ihre Familien anzurufen und sich zu verabschieden.
Rettung aus der Luft
Dann hörten die Angler plötzlich das Geräusch, auf das sie gehofft hatten: Rotorblätter. Ein Rettungshubschrauber traf ein und brachte zunächst die Männer in Sicherheit, die im Wasser gewesen waren. Anschließend wurden die Angler in kleinen Gruppen vom Eis gerettet.
Kevin Fox selbst wurde schließlich mit dem letzten Hubschrauber ausgeflogen. Somit waren alle Angler vom Eis gerettet. Beim Abheben blickte er noch einmal zurück auf die kleine Eisinsel, auf der ihre Ausrüstung zurückblieb. Er schreibt: „In solchen Momenten merkt man schnell, was wirklich wichtig ist. Ausrüstung kann ersetzt werden. Menschen nicht. Denn alle 21 von uns haben überlebt.“ Und für die 21 Männer auf der Scholle wird dieser Tag für immer eine Erinnerung bleiben – daran, wie schnell aus einem perfekten Angeltag eine Frage von Leben und Tod werden kann.
Auch interessant
- Angeln allgemeinAtlantischer Heilbutt: Rekordfang vom Eis








