Das Kajak-Angeln rückt in den letzten Jahren mehr in den Fokus bei Anglern. Kajaks sind eine Möglichkeit, um beim Angeln auf die Vorzüge eines Bootes zurückzugreifen. Und das ohne teure Spritkosten oder einen Trailer. Moderne Kajaks sind dabei mehr als ein schlichtes Ruderboot, sie sind mobil, mit Fußantrieb ausgestattet und bieten einiges an Technik. Seit geraumer Zeit finden sogar internationale Kajak-Angel-Wettbewerbe statt. Darunter beispielsweise die CIKF (Campionato Interlaghi Kayak Fishing), welche jährlich in Italien ausgetragen wird. Zu den regelmäßig befischten Gewässern bei der CIKF zählen beispielsweise der Bolsano und Bracchiano-See. Auf internationaler Ebene fand zuletzt 2024 die Hobie Fishing Worlds 10/11 in Ontario, Kanada statt.

Bild: CIFK/F. Linner
Kajak-Angeln wird immer beliebter – das sieht man auch an den Teilnehmerzahlen bei Events wie der CIKF.
CIKF: Deutscher dominiert Italiens größtes Tournier im Kajak-Angeln
Jährlich treffen sich bei der CIKF professionelle Kajak-Angler aus aller Welt in Italien, um an großen Seen im freundlichen Wettkampf gegeneinander anzutreten. An zwei Tagen wird gefischt. An jedem Tag kann jeweils eine bestimmte Menge an Fischarten über einer vorgegebenen Mindestgröße gemeldet werden. Die Fische werden von den Fängern nach strengen Richtlinien fotografiert und danach schonend released. Über eine App erfolg die Fangmeldung. Florian Linner zeigte in Italien schon mehrfach sein Können und landete bei der CIKF 2023, 2024 und 2025 jeweils auf Platz 1.

Bild: CIFK/F. Linner
Dank solcher Fische mischte Florian Linner in Italien ganz vorne mit!
Kajak-Angeln international: HOBIE FISHING WORLDS 10/11
Bei der Hobie Worlds Kajak WM hatte Florian 2022 in Schweden nur knapp den ersten Platz verpasst und war auf Platz 2 gelandet. Hinter ihm der Deutsche Torge Schindler. Vom 25. Juni bis 01. Juli 2024 fanden die HOBIE FISHING WORLDS 10/11 in Tecumseh, Ontario, Kanada, statt. Über 50 Angler aus 20 Ländern und 6 Kontinenten, die sich zuvor in nationalen und internationalen Turnieren qualifiziert hatten, waren Teil des „Catch-and-Release“-Events. Aufgrund seines großen Erfahrungsschatzes im Schwarzbarsch-Angeln hatte Florian auch hier die Hoffnung, erneut einen Platz in den vorderen Rängen zu ergattern – wenn auch der Respekt vor den heimischen Kajakfischern groß war. Von acht internationalen Wettkämpfen im Kajakfischen hatte er bisher viermal den ersten Platz belegt und war nie schlechter als Vierter geworden.
Lake St. Claire: Ein riesiges Revier zum Kajak-Angeln
Die diesjährige Weltmeisterschaft fand am Lake St. Clair statt, der mit seinen 1114 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie der Bodensee ist und trotz maximaler Tiefe von acht Metern eine ungeheure Fischvielfalt und –menge aufweist. Ziel war es, die größten Smallmouth Basses zu landen – bei fünf Fischen mit mindestens 12,5 Inch (ca. 32 cm) war die Fullcard erreicht. Alle Wettkampfangler waren mit dem gleichen Equipment unterwegs: dem neuesten Kajak Hobie ProAngler 14 mit 360 Grad Fußantrieb, sowie einem Lowrance FS 9 Echolot mit 3-in-1 Geber und weiterem Zubehör. Lediglich Angel und Köder mussten/durften die Angler selbst stellen.

Bild: Hobie/F. Linner
Small Mouth Bass waren bei der Hobie Worlds in Kanada der Haupt-Zielfisch.
Gemeinsam mit seinen Angelkollegen Jonas Michelberger (Deutschland) und Stian Slora (Norwegen) erkundete er wenige Tage vor dem Turnier umliegende Gewässer mit einem regelkonformen Mindestabstand von 300 km zur Wettkampfzone. Dabei machten sich die drei mit dem Zielfisch Smallmouth Bass vertraut und konnten bereits einige Fänge verbuchen.

Bild: Hobie/F. Linner
Beim Prefishing lief alles nach Plan und schon einige richtig gute Fische landeten im Boot.
Der Wettkampf: Alles oder nichts
Die HOBIE FISHING WORLDS bestand aus zwei Prefishing-Tagen, in denen die Angler die Wettkampfzone auf der Suche nach Topspots durchstreiften. Mit vielen Paddelkilometern in den Oberschenkeln, einigen gelandeten „Smallies“ (und dem Kopf voller Ideen) startete Florian in die darauffolgenden drei Turniertage. An Tag 1 erkämpfte er sich den zweiten Platz mit nur 0,6 cm Abstand zum Erstplatzierten – besonders in den Übergängen von steinigem zu krautigem Untergrund erwischte er insgesamt 10 teils kapitale Zielfische. Plötzlich war da der Gedanke „Alles ist möglich“. Auch an Tag 2 fing Florian gut – allerdings nicht nur er, sodass er mit wenig Abstand zu den vorderen Rängen am Ende des Tages Platz 4 belegte.

Bild: Hobie/F. Linner
Starker Wind machte das Kajak-Angeln in Kananda zu einer Herausforderung.
An Tag 3 entschied sich Florian für „Alles oder Nichts“. Um die Chance auf den Sieg zu ergreifen, ging er volles Risiko ein. Florian fuhr zu einem Spot, 6 km vom Startpunkt entfernt. Das Ganze bei Gegenwind und teils hohen Wellen. Nach mehreren Stunden Powerangeln und zwei großen Smallies, die kurz vor dem Kajak vom Haken entkamen, änderte Florian seine Strategie. Er suchte die bewährten Spots der Vortage auf und konnte innerhalb kurzer Zeit sein Paper füllen – aufgrund der weiten Paddelstrecke hatte er dort jedoch zu wenig Zeit übrig, um das Beste herauszuholen. Immerhin landete er als bester Deutscher letztendlich auf Rang 14. „Es war eine tolle Erfahrung, dieses Jahr wieder auf der HOBIE FISHING WORLDS dabei zu sein – die Stimmung war grandios und die Organisation top. Dank meiner Sponsoren BKK Hooks Germany, ASSO Fishing Lines, Sport Mohr und Hart Fishing war ich bestens ausgerüstet.“

Bild: Hobie/F. Linner
Am Ende fand Florian die Bass wieder am alten Spot, doch leider war die Zeit knapp – am Ende reichte es aber noch für Platz 14.
Auch interessant
- RaubfischangelnBKK plant Expansion auf europäischem Raubfisch-Markt
- RaubfischangelnDie Riesen-Muskies von Wisconsin: Drei neue Rekordfische










