Die Interessengemeinschaft zur Renaturierung der Dreisam wurde im Jahr 2001 gegründet und vereint seither verschiedene an der Dreisam tätige Hegegemeinschaften in Baden Württemberg. Die IG Dreisam arbeitet eng mit regionalen Angelvereinen sowie dem Landesfischereiverband BadenWürttemberg zusammen und zeigt beispielhaft, wie ehrenamtliches Engagement, fachliche Expertise und behördliche Kooperation zu nachhaltigen Verbesserungen an einem Gewässer führen können. Ihr Ziel ist es, das Fließgewässer als wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu erhalten und gleichzeitig als Erholungsraum für die Bevölkerung zu stärken.

Bild: IG Dreisam e.V.
Monitoring als Basis für ein innovatives Renaturierungs und Schutzkonzept zur Stabilisierung der Fischfauna.
Herausforderungen eines belasteten Flusses
Die Dreisam ist ein charakteristischer Schwarzwaldfluss, der im Raum Freiburg seit Jahren unter klimatischen Veränderungen leidet. Besonders die extremen Hitzesommer 2018, 2019 und 2021 führten dazu, dass einzelne Abschnitte zeitweise vollständig austrockneten. Für die Fischfauna, insbesondere für die Bachforelle, bedeutete dies massive Bestandsrückgänge. Das Monitoring der IG Dreisam zeigte deutlich geschwächte Populationen, fehlende Jungfische und Konditionsfaktoren, die weit unter dem erwartbaren Niveau lagen. Vor diesem Hintergrund entwickelte die IG Dreisam in Zusammenarbeit mit dem RP Freiburg – Landesbetrieb Gewässer unter Leitung von Bernd Walser sowie Claudio Schill vom LFVBW ein innovatives Konzept, das sowohl auf wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch auf langjähriger Erfahrung im Gewässermanagement basiert.

Bild: IG Dreisam e.V.
V Buhnen schaffen strömungsberuhigte Bereiche und leisten einen Beitrag zur Revitalisierung der Dreisam.
Das Projekt „Revitalisierung der Dreisam“
Im Mittelpunkt der Auszeichnung steht das Projekt „Revitalisierung der Dreisam“, das seit 2022 an mehreren Standorten umgesetzt wurde. Gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Freiburg, dem Landesbetrieb Gewässer und dem Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V. entstanden drei sogenannte Kaltwasserpools. Diese Rückzugsräume nutzen gezielt kalte Grundwassereintritte, die durch strukturreiche Elemente wie VBuhnen, Wurzelstöcke und Auskolkungen ergänzt werden. Die IG Dreisam übernahm sämtliche Monitorings, die Dokumentation sowie die Begleitung der baulichen Maßnahmen und investierte dafür mehr als 600 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Die Finanzierung und behördliche Planung erfolgten durch das Regierungspräsidium Freiburg.
Messbare ökologische Erfolge
Bereits ein Jahr nach der Umsetzung zeigten die Kontrollmessungen deutliche Verbesserungen. Die Größenklassenverteilung der Bachforellen stabilisierte sich, die Konditionsfaktoren stiegen und die Laichaktivität nahm spürbar zu. Die positiven Ergebnisse führten zur Einrichtung weiterer Kaltwasserpools in Nimburg (2023) und MarchNeuershausen (2025). Insgesamt konnten 14 Fischarten nachgewiesen werden, darunter auch die Nase, die in diesem Abschnitt der Dreisam jahrzehntelang nicht vorkam. Ergänzend führt die IG Dreisam seit drei Jahren ein kontinuierliches Temperatur und Sauerstoffmonitoring mit eigenen Loggern durch, um langfristige Entwicklungen zu dokumentieren und zukünftige Maßnahmen gezielt auszurichten.

Bild: IG Dreisam e.V.
Die Wirkung gezielter gewässerökologischer Maßnahmen zeigt sich unmittelbar im Gewässerbild.
Vorbild für Gewässerarbeit unter Klimadruck
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass fundierte gewässerökologische Maßnahmen in Verbindung mit konsequentem ehrenamtlichem Engagement innerhalb kurzer Zeit deutliche Verbesserungen schaffen können. Die Entwicklungen an der Dreisam dienen als anschauliches Praxisbeispiel dafür, wie Revitalisierungsmaßnahmen auch unter zunehmenden klimatischen Belastungen erfolgreich umgesetzt werden können. Die IG Dreisam steht damit stellvertretend für viele engagierte Akteure, die sich mit Fachwissen und Ausdauer für den Schutz und die ökologische Entwicklung unserer Gewässer einsetzen.
„…doch entscheidend ist nicht nur, dass wir Maßnahmen umsetzen, sondern dass sie wirken. Unsere gemeinsame Arbeit zeigt Wirkung – sichtbar im Gewässer und messbar in den Ergebnissen.“ (Timo Heimann, Vorsitzender der IG Dreisam)
Angler für die Natur
Angler sind über ihre Vereine und Verbände nicht nur zur Nutzung von Fischen berechtigt, sondern als Eigentümer oder Pächter von Fischereirechten auch zu deren Hege und Pflege gesetzlich verpflichtet.
Jahr für Jahr werden deutschlandweit Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden von Anglerinnen und Anglern scheinbar im Verborgenen geleistet. So werden unter Anderem Gewässer renaturiert, Brutplätze für Fische eingerichtet, Maßnahmen zum Artenschutz ergriffen und Ufer vom Müll bereinigt.
„Es ist uns ein Anliegen mit dem Projekt Gewässer-Verbesserer das vielfältige ehrenamtliche Engagement der organisierten Anglerinnen und Angler in Deutschland mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.“, so Klaus-Dieter Mau, Präsident des Deutschen Angelfischerverbandes.
Fisherman’s Partner, die Zeitschrift Blinker und der DAFV sagen herzlichen Glückwunsch und wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Teilnehmern ganz herzlich für das ehrenamtliche Engagement und die Verdienste um die Hege und Pflege unserer Gewässer bedanken.
Macht mit!Auch in den folgenden Monaten gibt es wieder einen Gewinner. Auf der Webseite gewaesser-verbesserer.de könnt ihr eure Gewässer-Verbesserer-Umweltaktion kurz beschreiben. Unter allen Einsendungen verlosen wir jeden Monat eine Zuwendung von €500 von Fisherman’s Partner für die Vereinskasse. Macht mit! Zeigt uns euer Projekt. |
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