Afrowelse lecker zubereiten

Im Sommer sind in den Angelseen viele Afrowelse gefangen worden. Michael Kahlstadt zeigt, wie sich Afrowelse auf verschiedene Arten Zubereiten lassen.

Schnitzel

Bild: Kahlstadt

Wiener Schnitzel vom Afrowelsfilet. Schmeckt für Nicht-Fischesser und kritische Kinder überhaupt nicht nach Fisch.

So schmeckt der Sommerfisch!

Im Hochsommer sind in vielen Angelseen Afrowelse besetzt worden und wurden von den Anglern auch reichlich gefangen. Weil sie für viele Angler aber kulinarisch noch Neuland sind, zeigt Michael Kahlstadt hier, wie sich Afrowelse als erstklassige Speisefische perfekt zubereiten lassen. Wer zum ersten Mal einen Afrowels filetiert, wird überrascht sein. Das Fleisch ist nahezu grätenfrei, fettarm, fest und angenehm hell. Gerade Familien mit Kindern wissen das schnell zu schätzen. Außerdem ist es reich an gesunden Omega 3 Fettsäuren. Geschmacklich würde ich ihn irgendwo zwischen Hähnchenfleisch und Aal einordnen. Je nachdem, wie er zubereitet wird. Vor allem eines zeichnet das Fleisch aus: Es bleibt auch bei höheren Temperaturen angenehm saftig und verzeiht kleine Fehler beim Braten oder Grillen deutlich eher als viele andere Fischarten.

Ganze Fische räuchern

Natürlich kann man Afrowelse im Ganzen räuchern und zubereiten. Dabei gibt es allerdings zwei wichtige Unterschiede zur Forelle. Der erste betrifft das Salzen. Während Portionsforellen häufig nach 10 bis 12 Stunden ausreichend durchgesalzen sind, benötigen Afrowelse deutlich mehr Zeit. Ich lasse ganze Fische in der Regel etwa 20 bis 24 Stunden in der Salzlake liegen. Nur so gelangt das Salz bis in die dickeren Fleischpartien. Auch im Räucherofen brauchen Afrowelse Geduld. Je nach Größe räuchere ich sie ungefähr doppelt so lange wie Portionsforellen. Das Ergebnis lohnt sich jedoch. Das Fleisch erhält ein kräftiges Raucharoma und erinnert geschmacklich durchaus an geräucherten Aal. Nach dem Räuchern lässt sich der Fisch übrigens ähnlich wie ein Aal filetieren. Die Haut bleibt dabei zurück, das zarte Fleisch lässt sich anschließend ganz bequem ablösen.

Afrowelse geräuchert

Bild: Kahlstadt

Werden ganze Afrowelse geräuchert, so brauchen sie beim Salzen und beim Räuchern etwa doppelt so lange wie Portionsforellen.

Filets sind besonders vielseitig

Am häufigsten verarbeite ich Afrowelse allerdings zu Filets. Dabei entscheide ich zunächst, ob die Haut am Fleisch bleiben soll. Mit Haut eignen sich die Filets der Afrowelse hervorragend zum Zubereiten von Schaschlikspießen. Die Haut hält das Fleisch gut zusammen und verhindert, dass es beim Grillen zerfällt. Gegessen wird sie später allerdings nicht. Eine weitere leckere Variante sind geräucherte Filets, praktisch ein Stremel-Afrowels. Gerade warm aus dem Räucherofen schmecken sie hervorragend.

Afrowels Schaschlik

Bild: Kahlstadt

Beim Schaschlik vom Afrowels lasse ich die Haut am Filet.

Ohne Haut in die Pfanne

Sollen die Filets gebraten oder paniert werden, entferne ich die Haut vollständig. Das geht mit einem scharfen Filetiermesser relativ einfach. Die hautlosen Filets der Afrowelse lassen sich anschließend ganz unterschiedlich zubereiten. Besonders gut schmecken sie klassisch in der Pfanne mit etwas Butter oder Öl. Anders als viele magere Seefische vertragen Afrowelse durchaus kräftige Hitze. Eine schöne Bräunung sorgt sogar für zusätzliche Röstaromen. Das Fleisch bleibt trotzdem angenehm saftig und trocknet selbst dann kaum aus, wenn es einmal etwas länger in der Pfanne liegt. Genau deshalb erinnern mich Afrowelse beim Braten häufig eher an Hähnchenfleisch als an Fisch. Sehr lecker schmecken auch panierte Afrowelsfilets. Im Prinzip entstehen dabei „Wiener Schnitzel von Afrowelsen“, außen knusprig und innen schön saftig. Viele Gäste würden vermutlich gar nicht erkennen, dass sie gerade Fisch essen.

Schnitzel

Bild: Kahlstadt

Wiener Schnitzel vom Afrowelsfilet. Schmeckt für Nicht-Fischesser und kritische Kinder überhaupt nicht nach Fisch.

Perfekt für den Grill

Auch auf dem Grill spielen Afrowelse ihre Stärken aus. Während Lachsforellen oder manche Seefische leicht auseinanderfallen, bleiben Afrowelse beim Zubereiten angenehm stabil. Dadurch lassen sie sich problemlos direkt auf dem Rost grillen. Ein besonderer Tipp sind Filets im Speckmantel. Der Speck schützt das Fleisch zusätzlich vor dem Austrocknen und sorgt gleichzeitig für ein herrliches Aroma. Zusammen mit einem frischen Salat oder Ofenkartoffeln entsteht daraus ein echtes Sommergericht. Wer sich das Filetieren oder Räuchern einmal Schritt für Schritt ansehen möchte, findet auf meinem YouTube-Kanal „MikesBigTrouts“ eine komplette Afrowels-Playlist: „Afrowels fangen und verarbeiten“. Dort zeige ich unter anderem das Filetieren, das Räuchern ganzer Fische sowie die Zubereitung geräucherter Afrowelsfilets.

Speckmantel

Bild: Kahlstadt

Afrowels im Speckmantel ist eine tolle Alternative, um den Fisch auf dem Grill zuzubereiten.

 

Afrowels Filetieren

Bild: Kahlstadt

Beim Filetieren bis auf die Gräte schneiden, genauso wie zum Beispiel beim Zander.

Afrowels filetieren

Bild: Kahlstadt

Wie bei anderen Fischfilets auch, lässt sich die Haut des Afrowelses leicht ablösen.

Afro

Bild: Kahlstadt

Nuggets vom Afrowelsfilet mit selbstgemachter Aioli.

Stremel

Bild: Kahlstadt

Stremel-Afrowels, heißgeräuchert.


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