Um der Art zu helfen, haben die Niedersächsischen Landesforsten, der Sportfischereiverein Hildesheim und der Anglerverband Niedersachsen (AVN) gemeinsam den Besatz im Waldweiher durchgeführt. Unterstützt wird das Projekt von der Unteren Naturschutzbehörde und gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung.
Einen Fingerabdruck hinterlassen“
„Wenn das hier gelingt, haben wir einen Fingerabdruck hinterlassen“, beschreiben Peter und Gabriele Karbus ihre Motivation. Das Ehepaar engagiert sich im Vorstand des Sportfischereivereins Hildesheim und hat die Besatzaktion zusammen mit der Forstamtsleitung in Liebenburg initiiert. In mit Heu ausgepolsterten Styroporkisten transportierten die Angler ihre Fracht an das Gewässer: 200 diesen Sommer geschlüpfte Jungkrebse sowie 100 Tiere aus dem Vorjahr. Ausgewachsen können die Tiere bis zu 20 Zentimeter lang werden. Die Nachzuchten stammen aus der AVN-Station für Krebs- und Fischartenschutz. Dort schützt und vermehrt der Verband den letzten verbliebenen Edelkrebsstamm aus dem Wesereinzugsgebiet, um die Nachkommen für Arterhaltungsmaßnahmen an engagierte Angelvereine abzugeben.
Sichere Lebensräume sind Mangelware
Heimische Edelkrebse wurden aus den meisten Gewässern verdrängt. Der Hauptgrund ist die Krebspest – eine hochinfektiöse und für Edelkrebse tödliche Pilzerkrankung. Sie wird von invasiven, aus Nordamerika stammenden Krebseffekten wie dem Signal-, Kamber- oder Marmorkrebs übertragen, die gegen den Erreger immun sind und sich in der freien Natur stark ausbreiten.
Ein Gewässer ist für den Edelkrebs daher nur dann geeignet, wenn neben den Wasserwerten (wie ausreichend Sauerstoff) garantiert ist, dass keinerlei Verbindung zu krebsverseuchten Fließgewässern oder Seen besteht.
Hand in Hand für die „Edelritter“
Da solche Refugien extrem selten sind, stellten die Niedersächsischen Landesforsten den geschützten Waldweiher bereit. Bei der Aktion am 1. Oktober griffen auch die Försterinnen und Förster vor Ort tatkräftig mit an. Verläuft die Entwicklung der eingesetzten Tiere erfolgreich, sollen im kommenden Jahr weitere Edelkrebse folgenseite.
Was Gewässereigentümer und Angler beachten müssen
AVN-Biologe Helmut Speckmann warnt eindringlich vor unüberlegten Eigeninitiativen.
„Es passiert leider immer wieder, dass durch falsch verstandene Tierliebe oder mangels Artenkenntnis invasive Flusskrebse aus privaten Aquarien, Gartenteichen oder Zoohandlungen in der Natur landen – mit fatalen Folgen.“
Wer glaubt, ein passendes Gewässer für Edelkrebse zu bewirtschaften, oder Fragen zum heimischen Krebsbestand hat, sollte sich für eine fachgerechte Beratung direkt an das Expertenteam des AVN wenden (www.av-nds.de).
Quelle: Anglerverband Niedersachsen e. V. / Pressemitteilung






