Am 10. September informierte der Landkreis Göttingen die Angelvereine und den Anglerverband über die Gülle Havarie in der . In der Woche darauf waren Fischereibiologen des AVN vor Ort, um den Schaden im Auftrag der Angelvereine zu begutachten und zu dokumentierene. Auf Empfehlung von Ralf Gerken, der auch zusammen mit Andreas Maday die Elektro-Befischung leitete, hatten die Angler viele tote Fische eingesammelt, eingefroren und verschiedenen Flussabschnitten zugeordnet.

Bild: Ralf Gerken/AVN
Ralf Gerken vom Anglerverband Niedersachsen beim E-Fischen. Der AVN hilft, den Vereinen, die Verluste bei den Fischen zu dokumentieren.
Wegen der Menge an toten Fischen konnte nur ein Teil der Bachforellen, Aale, Koppen, Gründlinge und weitere Arten geborgen werden. Aale kamen bis 75 cm vor. Auch tote Rotaugen und Flussbarsche wurden bei der E-Abfischung gefunden. Kleinere Fischarten wurden hingegen durch Mikroorganismen innerhalb weniger Tage im Wasser zersetzt.
10 Kilometer toter Fluss
Das erschreckende Ergebnis nach dem E-Fischen: Der kleine Fluss ist auf der Landesgrenze bei Gerblingerode bis Obernfeld praktisch tot. Erst unterhalb der Einmündung von Nahte und Suhle trat womöglich ein Verdünnungseffekt ein, sodass ab Rollshausen wieder das eigentlich typische Artenspektrum der Hahle nachgewiesen werden konnte. Besonders dramatisch: Schon 2015 waren in der Hahle bereits mehrere tausend Fische verendet, nachdem es zu einer Einleitung großer Mengen an Flüssigdünger gekommen war.

Bild: Ralf Gerke/AVN
Selbst so robuste Fischarten wie der Aal, starben bei der Gülle-Harvarie.
Vieles deutet darauf hin, dass der wertvolle Mühlkoppenbestand (FFH-Anhang II Art) auf vielen Kilometern komplett vernichtet wurde. Der Biodiversitätsschaden würde den Verursacher zu umfangreichen Sanierungs- und Schadenersatzverpflichtungen zwingen. Der AVN wird die ansässigen Angelvereine bei der Dokumentation und Begutachtung des Schadens begleiten und hofft, dass die Hahle sich von der katastrophalen Gewässerverunreinigung wieder erholt. Der Verursacher, der Schweinemastbetrieb in Teistingen/Thüringen, wurde angezeigt.
Quelle: Anglerverband Niedersachsen






