Schnelle Köder
Wenn sie im Spätsommer rauben, springen Barsche oft auf ultraschnelle Köder an. Das sind sie aber in vielen Gewässern nur im ersten und im letzten Licht. Wenn man in der langen „Zwischenphase“ von 7 bis 20 Uhr Barsche fangen möchte, muss man sie oft in Zeitlupe rauskitzeln, ihnen die Köder lange zeigen, um über eine natürliche Präsentation zu punkten. Am liebsten mache ich das mit UL-Gerät, also meinen feinsten Solid Tip-Ruten, sehr dünnen Schnüren, kleinen Ködern und wenig Gewicht. Auch beim Ultralight Jiggen auf Barsche ist weniger oft mehr. Wenn keine Strömung im Spiel ist, angle ich gerne mit Jigs in Gewichten von 1 bis 3 g, auch in 4 m Tiefe.
Gelegenheit macht Diebe!
Während man bei einer schnellen Präsentation auf Reaktionsbisse spekuliert, brilliert der langsame Gegenentwurf durch seine natürliche Anmutung. Selten knattern kleine Fischchen mit Vollspeed zum Grund. Im echten Leben ticken die Uhren langsamer bzw. schlangen die Flossen gemächlicher. Da macht es dann natürlich auch Sinn, wenn die Köder in naturgetreuer Pace zum Boden rieseln. Ziel der Übung ist es, den Barschen in ihrer Fresspause ein Angebot zu unterbreiten, dass sie nicht ausschlagen können, weil die Beute zu einfach zu haben ist. Weil die Barsche gar nicht in den Raubmodus umschalten müssen, um diesen Happen beim Ultralight Angeln zu erhaschen. Weil Gelegenheit oft Diebe macht!
Ultralight fordert Ultrageduld!
Wenn ihr beim Ultralight Angeln auf Barsche einen Köder mit 2 g auf 4 m runterschicken wollt, braucht ihr vor allem in der ersten Absinkphase richtig Geduld. Aber auch hier wird die Schnur dann irgendwann mal schlaff. Wenn ihr es gewohnt seid, mit schweren Murmeln zu arbeiten, müsst ihr euch erstmal vom 2-Kurbelumdrehungen-Satz verabschieden. Jetzt reicht eine Kurbelumdrehung locker aus, um eine 2- bis 3-sekündige Absinkphase zu erzeugen. Immer dran denken: Auch eine kleine 1000er Rolle nimmt pro Kurbelumdrehung ca. 60 cm Schnur auf. Die gehen halb in die Höhe, halb nach vorne, so dass pro Satz mit ein bisschen Rutengezucke locker 40 cm Strecke gemacht werden. Und weil wir uns eh selten richtig bremsen können und die Ungeduld oft siegt, kurbeln wir eh oft ein bisschen mehr. Was aber gar nicht schlimm ist, wenn wir zwischendrin immer schön darauf warten, dass uns das Erschlaffen der Schnur anzeigt, dass der Jig auf dem Grund angekommen ist.
Brettharte Tocks
Wenn man beim Ultralight Angeln auf Barsche praktisch schwerelos jiggt, können die Bisse brutal hart ausfallen. Auch 30er Barsche rummsen manchmal mit großem Gepolter in die leichte Rute, wenn sie den Köder vehement inhalieren. Manchmal hängen sie aber auch einfach dran, ohne dass man einen Biss gespürt hat. Deshalb sind ultrascharfe Haken wichtig. Ich verwende am liebsten dünne Haken, weil sie leichter eindringen und so auch Fische festmachen, die keinen Anhieb bekommen haben, weil sie sich nicht mit einem Tock bei mir angemeldet haben, sondern einfach dran waren. Diese Barsche schieben sich von hinten auf den Köder und nehmen ihn in Zugrichtung mit.
Action und No-Action
Als Gummi kommen bei mir entweder der 6er Sexy Swimmer oder der 8er Shaky Stick zum Einsatz, also entweder ein Action Shad oder ein Pintail. Der Pintail besticht beim Ultralight Angeln auf Barsche durch sein Absinkverhalten. Er kreiselt ein bisschen, wenn man ihn mit einem leichten Jig verbindet. Das sieht natürlich aus. Der kleine Action Shad macht mit seinem Paddel auf sich aufmerksam. Manchmal brauchen die Barsche diesen Apell ans Seitenlinienorgan, um zuzuschnappen.
Die Kombo macht die Minis zur Waffe!
Wenn ihr das kleine Zeug beim Ultralight Angeln auf Barsche auf Weite bringen wollt, wir sprechen von Jig-Köder-Gesamtgewichten von unter 5 g, braucht ihr natürlich Ruten, die sich mit solchen Gewichten im Wurf voll aufladen. Wo wir mal wieder bei Solid Tip-Ruten wären. Diese Ruten wiegen selber keine 100 g und katapultieren die UL-Geschosse dank der flexiblen Vollkarbon-Spitze ein paar Meter weiter raus als „normale“ Ruten. Allerdings nur in Kombination mit einer dünnen geflochtenen Schnur. Meine Momoi wird in Japanstärke #0,4 angegeben, was ungefähr einer 0,08er bis 0,10er entspricht. Mit 3 kg Tragkraft ist sie dabei richtig stark und hat auch schon große Hechte nach Hause gebracht. Das Gute an der Lure Soul Cast PE ist ihre Silikonummantelung, die die Schnur im Wurf reibungslos durch die Ringe schießen lässt (und auch beim Kurbeln) sehr leise ist. Also Leute: Feuer frei und Spaß dabei! Lasst die Minis fliegen! Mehr dazu gibt es auf dem Barsch-Alarm.

Bild: Dietel
Eigentlich läuft nicht viel tagsüber in der Mittagshitze. Aber UL-Angeln funktioniert noch immer.

Bild: Dietel
Volle Konzentration auf die dünne Schnur. Sie zeigt Köderbewegungen genauso an wie zaghafte Bisse.

Bild: Dietel
Biss und blitzschneller Anhieb, die Taktik funktioniert.

Bild: Dietel
Und da isser! Ein top Barsch für so ein kleines Gewässer, da hat Johannes allen Grund zur Freude.

Bild: Dietel
Die Mini-Jigs haben superscharfe Haken – extrem wichtig bei vorsichtigen Bissen.

Bild: Dietel
Das Ködersortiment im Überblick, so kann bei Bedarf schnell gewechselt werden.

Bild: Dietel
Weniger Bewegung ist bei kleinen Ködern oftmals der Schlüssel zum Biss. Daher sind auch die No Action Shads so erfolgreich, oder Shads mit kleiner Schaufel.
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Bild: Dietel
Das ist jetzt mal ein richtig Guter! Da hat der No Action Shad in den kühlen Morgenstunden funktioniert.
((9_Gewinner))
Diesen 15-cm-Barsch fing Erik Hansen beim Camping Urlaub am Kransburger See. Als Köder diente ein kleiner Gummiwurm. Petri Heil!






