Niedrigwasser: Fischereiverband warnt vor Rhein-Ausbau

Niedrige Pegel und hohe Wassertemperaturen belasten viele Flüsse. NABU und Landesfischereiverband Baden-Württemberg warnen deshalb davor, den Rhein für die Schifffahrt weiter zu vertiefen. Stattdessen fordern sie mehr Investitionen in natürliche Flusslandschaften und Auen.

Niedrigwasser Rhein Rastatt

Bild: NABU/Volker Späth

Niedrigwasser bei Rastatt: Wo sonst der Rhein fließt, fallen bei niedrigen Pegeln große Uferbereiche trocken.

Niedrige Pegel und steigende Wassertemperaturen: Viele Flüsse stehen unter Druck. NABU Baden-Württemberg und der Landesfischereiverband Baden-Württemberg (LFVBW) warnen vor einer weiteren Vertiefung des Rheins und anderer Wasserstraßen.

Fischereiverband: Vertiefung kann Grundwasser beeinflussen

Besonders kritisch sieht der Verband eine weitere Vertiefung des Rheins. Wird die Strömung auf eine kleinere und tiefere Rinne konzentriert, könne sich der Fluss weiter in sein Bett eingraben. Dadurch könnten die Grundwasserstände sinken und die Verbindung zwischen Fluss und Auen beeinträchtigt werden.

Wenn wir den Rhein weiter vertiefen, graben wir uns über kurz oder lang selbst das Wasser ab“, warnt LFVBW-Geschäftsführer Reinhart Sosat.

Für Fische und andere Wasserorganismen kommt ein weiteres Problem hinzu: Viele große Flüsse wie Rhein, Main und Neckar sind bereits stark verändert. Bei Niedrigwasser können sie sich zudem besonders stark erwärmen. Gerade die Kombination aus niedrigen Pegeln und hohen Wassertemperaturen ist für das Leben im Wasser extrem belastend.

Niedrigwasser wird häufiger auftreten

Zudem sind die Folgen des Klimawandels schon jetzt deutlich spürbar. Längere Trockenperioden und Hitze verändern die Bedingungen in den Flüssen. Niedrigwasserphasen werden künftig häufiger auftreten und länger anhalten.

Auch die Bedeutung von Gletscher- und Schmelzwasser aus den Alpen wird langfristig abnehmen. Damit stellt sich die Frage, wie sinnvoll es ist, Flüsse weiterhin an immer größere Schiffe anzupassen.

Es sollte deshalb die Schifffahrt stärker an die Flüsse angepasst werden. Daneben vielleicht mehr Investitionen auch in den Gütertransport auf der Schienen?

Auen sollen wieder mehr Wasser speichern

Gleichzeitig fordern die Verbände mehr Investitionen in die Renaturierung der Flüsse.

Der Rhein braucht seine Auen zurück, damit er Wasser großflächig speichern kann“, erklärt der Gewässerökologe und Rhein-Experte Volker Späth. Intakte Auen könnten sowohl bei Hochwasser als auch bei Niedrigwasser helfen und gleichzeitig die Grundwasserspeicher stabilisieren.

Für die Fischbestände sind naturnähere Flüsse ebenfalls von großer Bedeutung. Strukturreiche Uferbereiche, angebundene Auen und unterschiedliche Strömungsverhältnisse schaffen Lebens-, Laich- und Rückzugsräume. Gerade in Zeiten extremer Wasserstände sind sie wichtige Voraussetzungen für widerstandsfähigere Fischbestände.

Quelle: NABU Baden-Württemberg / LFVBW

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